Mitteilung aus dem Rathaus

Schilf - nachwachsend und schützend -

An diesem Ort werden zahlreiche Versuche der universitären Institute sowie kooperierender Forschungseinrichtungen durchgeführt, und mit großem Einsatz wird an der Erforschung nachhaltiger garten- und pflanzenbaulicher Themen gearbeitet. Unter anderem wird auf dem Campus Miscanthus angebaut, denn „Miscanthus x giganteus“ oder Riesen-Chinaschilf zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, große Mengen CO2 im Boden und in der Biomasse zu speichern (Miscanthus ca. 30 t CO2 pro Jahr) und ist nicht invasiv. Außerdem bietet er eine Vielzahl von Verwertungsmöglichkeiten zum Beispiel als Brennstoff, Mulchmaterial, Tiereinstreu, Dämmstoff, Baumaterial sowie als Kunststoffersatz. Besonders interessant für Wachtberg ist zudem, dass die Pflanze durch ihre Wurzeln Bodenerosion mindert und bei Starkregen Niederschlagswasser zurückhält.

Könnte Miscanthus also in Wachtberg als Erosionsschutz in der Landwirtschaft und damit zur Starkregen-Vorsorge eingesetzt werden? Um dies zu erfahren, nahmen Bürgermeister Swen Christian zusammen mit den Verwaltungsmitarbeitern aus dem zuständigen Fachbereich und in Begleitung von Ortslandwirt Michael Hüllen an einer Informationsveranstaltung auf dem Campus teil, wo Friederike tho Seeth (wissenschaftliche Mitarbeiterin) und Georg Völkering (Versuchstechniker Schwerpunkt Nachwachsende Rohstoffe) von der Uni Bonn umfassend über das Thema berichteten und dem Besuch Frage und Antwort standen.

Bürgermeister Swen Christian ist sich der zunehmenden Bedeutung der Klimafolgenanpassung für unsere von Starkregenfolgen betroffene Gemeinde absolut bewusst. „Miscanthus könnte einen positiven Beitrag dazu leisten“, sagt er, „die Verwaltung widmet sich dem Thema Seite an Seite mit unseren Landwirten.“ Auch Ortslandwirt Hüllen fand den Austausch „fruchtbar“, und nun wird man sich gemeinsam Gedanken machen, ob und wie man Miscanthus in Wachtberg etablieren kann. Der Bürgermeister und die Verwaltung – vor allem in Person der beiden Klimafolgenanpassungsmanagern Martin Schmitz und Bianca Heinzen-Klinkner – stehen dem Projekt positiv gegenüber und planen im nächsten Schritt eine Informationsveranstaltung für die Landwirte. Die können also auf die Unterstützung von Verwaltungsseite zählen. Damit ist Wachtberg nicht allein, denn auch andere Kommunen der Klimaregion Rhein-Voreifel, zu der sich die sechs linksrheinischen Städte und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises zusammengeschlossen haben, befassen sich bereits mit dem Thema.