Gemeinde Wachtberg

„Verborgenes“ musikalisch entdeckt - Liederabend mit Nico Heinrich

Tenor Nico Heinrich und Pianist Hedayet Djeddikar begeisterten mit einem stimmungsvollen Liederabend. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mf) Wachtberg-Ließem (mf) – Der Wachtberger Tenor Nico Heinrich jongliert beruflich als Kämmerer der Gemeinde Alfter eher mit großen Zahlenwerken; künstlerisch kann Heinrich vor allem mit seiner kraftvollen Stimme überzeugen. In zahlreichen Liederabenden hat er seine differenzierte Ausdruckskraft in diesem Genre unter Beweis gestellt.

Wachtberger Kulturwochen 2017 (Banner)

 

So konnte er auch bei seinem Konzert „Verborgenes“ im Rahmen der 11. Wachtberger Kulturwochen mit Liedern großer Komponisten wie Johannes Brahms, Franz Schubert, Edvard Grieg, Richard Strauss, Hugo Wolf und Felix Mendelssohn-Bartholdy die Musikliebhaber im Köllenhof begeistern. Den Anfang machte Brahms melancholisches Stück „An ein Veilchen“, das von einem Jüngling erzählt, der nicht fähig ist, seiner Liebsten seine Liebe zu gestehen, und sein Versagen, sein fehlender Mut sogar Todessehnsucht in ihm weckt.

Tenor Nico Heinrich und Pianist Hedayet Djeddikar begeisterten mit einem stimmungsvollen Liederabend. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mf)

Auch in den weiteren Stücken,  Schuberts „Du bist die Ruh“, Strauss‘ Hommage an „Georgine“ oder Brahms „Lerchengesang“, geht es um Natur, tiefe Liebe und verborgene Erinnerungen. 1889, acht Jahre vor seinem Tod, komponierte Edvard Grieg op 48, in dem er einige Werke deutscher Dichter vertonte, die die gesamte Ausdrucksweise menschlicher Emotionen zum Ausdruck bringt. Von verborgenen Liebschaften und schüchterner Liebe im „Ständchen“ von Strauss und „Geheimnis“ von Brahms bis hin zu zweideutigen Anspielungen in Hugo Wolfs „Begegnungen“ handeln die weiteren von Nico Heinrich in Begleitung des hervorragenden Pianisten Hedayet Djeddikar präsentierten Lieder.​

Tenor Nico Heinrich. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mf)

Heinrichs Lieblingslied „Der Zwerg“ zählt zu den schönsten und gleichzeitig ungeheuerlichsten Liedern Schuberts. „Der Zwerg“, ein Außenseiter, ebenso unsterblich wie unerfüllt in die Königin verliebt, sieht seine einzige Freude im Tod der von ihm so verehrten Königin und man fragt sich, auf welche Seite sich die Sympathien für die Akteure stellen mögen, auf die des Erzählers, der Königin oder des Zwergs? Der vermeintlich fröhliche und leidenschaftliche Ton in Brahms „Minnelied“ hat jedoch einen eher melancholischen Hintergrund. Den Text zu „Minnelied“ lieferte Ludwig Christoph Heinrich Hölty, der am meisten von Brahms vertonte Dichter. „Verborgen im Schutz der Nacht kann manch einer hervortreten, der sich sonst nicht traut“, beschreibt Nico Heinrich die Lieder „Der Mond“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und „Die Nacht“ von Richard Strauss, die das Duo Nico Heinrich und Hedayet Djeddikar ihrem begeisterten Publikum zum Ende des wundervollen Liederabends präsentieren.