Gemeinde Wachtberg

„Ärm Lücks Pänz“ – Erinnerungen als Zeitdokumente

HV Nb.: Dr. Walter Töpner und Monika Mannel. (Foto: Privat) Wachtberg-Niederbachem (mm) – Zu einem Gespräch mit der Mundartdichterin Monika Mannel hatte der Heimatverein Niederbachem im Rahmen der 11. Wachtberger Kulturwochen ins Haus St. Gereon in Niederbachem eingeladen. „Ärm Lück Pänz“ hatte die Autorin den Abend betitelt, an dem sie aus ihrer Kindheit und Jugend erzählte.


Wachtberger Kulturwochen 2017 (Banner)

 

 

 

1949 in Bonn geboren und in Lengsdorf unter, wie Mannel offen bekannte, einfachen Verhält­nissen aufgewachsen, hatte sie das Platt von Kindesbeinen an im Blut. „Zum Glück“, so Dr. Walter Töpner, der durch die Veranstaltung führte, „redet sie aber nicht nur gerne Platt, sondern sie schreibt es auch auf.“ Und so bleibt manche in der Jugend erlebte oder aufmerksam beobachtete Geschichte aus Mannels Leben der Nachwelt erhalten. Und daran Interessierte gab es sichtlich viele, freute sich Töpner angesichts der vielen gekommenen Zuhörer.

Mannels Erzählungen sind sehr detailgetreu, immer wirklichkeitsnah und geben dabei Ein­blicke in ein Milieu, das vielen sonst eher verschlossen bliebe. Teils kuriose Geschichten hat sie zusammengetragen. Nicht alles, was sie geschrieben hat, ist im rheinischen Dialekt verfasst. Sie hat auch Bücher veröffentlicht, die ein „Nicht-Rheinländer“ lesen kann. Aber ihre Schmunzel-Geschichten mit eingestreuten rheinischen Zitaten helfen dabei, die Wesensart der Rheinländer besser zu verstehen. So beschreibt sie die Nach­kriegszeit, die sie in einer Großfamilie mit fünf Kindern erlebte, als „ziemlich ärmlich“. Die Eltern wohnten in einem Behelfswohnheim, Lebensmittel wurden von der Caritas gebracht (Käse und Schwarz­brot in Dosen). Die höhere Schule konnte sie nicht besuchen, weil der Vater, ein Stuckateur, es ihr nicht erlaubte, obwohl es eine Empfehlung seitens der Schule gab. Sie musste gegen ihren Willen eine Lehre als Verkäuferin machen, heiratete und bekam Kinder. Mit ihren Erinnerungen aus ihrer Jugend und Lehrzeit gab Mannel einen Einblick in die damalige bescheidene, manchmal sonderbare, aber doch zuweilen auch glückliche Welt der Menschen in der Nachkriegszeit. So werden ihre mit viel Humor gewürzten Erzählungen zu wertvollen Zeitdokumenten.