Gemeinde Wachtberg

Ist das schön blöd!

Lesetheater im Bildergarten von Monika Clever (2.v.r.). (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Niederbachem (mm) – Zu einem vergnüglichen Zusammensein mit literarisch nicht immer ganz ernst gemeintem Anspruch entwickelte sich das diesjährige Lesetheater, zu dem Monika Clever im Rahmen der Wachtberger Kulturwochen erneut in ihren Bildergarten eingeladen hatte.

 

10. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

Gut ein Dutzend Lesefreudige fand sich bei sommerlichen Temperaturen am frühen Abend bei der Niederbachemer Künstlerin ein. Die vorwiegend weibliche Gästeschar freute sich besonders darüber, dass auch zwei Herren Gefallen an dieser Art Veranstaltung gefunden hatten. Denn, das ist das Besondere an Clevers Lesetheater, die Besucher wissen im Vorfeld nicht, zu welchem Thema und was genau an Literatur die Gastgeberin ausgewählt hat. Mal ist es ein Stück mit mehreren Leserollen, mal sind es Gedichte. Auch Liedtexte standen schon einmal auf dem Programm. Sowohl mit Kritischem und Besinnlichem als auch einfach nur mit Vergnüglichem weiß Clever ihre Lesefreunde immer wieder aufs Neue zu begeistern.

Lesetheater … im Wechsel wurden Gedichte gelesen. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

Etwas Ernstes und viel Vergnügliches

In diesem Jahr hatte die Künstlerin bei ihrer Auswahl erneut zu Gedichten gegriffen und eine bunte Mischung zusammengestellt. Im Wechsel lasen die Teilnehmer die ihnen zumeist unbekannten Texte. Nicht fehlen durfte dabei natürlich Poetisches von Mascha Kaléko, wie deren „Sozusagen grundlos vergnügt“, Robert Gernhardt mit „Alles klar“ und „Verliebte Dichter“ sowie Eugen Roth mit „Schütteln“ und „Das Sprungbrett“. Aber auch Klassiker von Heinrich Heine, „Dass ich Dich liebe“, und von Christian Morgenstern wurden gelesen. Lustig war von Letzterem dessen „Werwolf“-Gedicht, der diesen im Genitiv zum Weswolf, im Dativ zum Wemwolf und schließlich zum Wenwolf reimt. Und aus den vielen amüsanten Lebensweisheiten, wie sie Wilhelm Busch, Erich Kästner und Heinz Erhardt gedichtet haben, kam auch noch das eine oder andere Gereimte zu Gehör. Kaum ein Lesevortrag, der nicht mit herzhaftem Lachen endete. Und so entwickelte sich, nachdem die vorliegenden Texte alle gelesen waren, aus der allgemein herrschenden Fröhlichkeit heraus schnell eine Eigendynamik, die nichts anderes signalisierte als die Frage: „Was lesen wir jetzt?“ Flugs hatte die Gastgeberin ein Buch mit weiteren „Unsinn“-Gedichten aus dem Haus geholt. Und schon ging’s weiter mit der Leserunde und herzerfrischendem Gelächter. Eine ganz und gar begeisterte Leserin juchzte schließlich vor lauter Spaß: „Ist das schön blöd!“