Gemeinde Wachtberg

Vom Ideal der Liebe und, ganz real, vom Klauen

Günter Perkams las im Wechsel mit Ilse Fuß (li.). (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Adendorf (mm) – „Ich weiß nicht, warum Du mich liebst?“ fragte sich Günter Perkams zu Beginn seiner Lesung „Erlebtes und Erdachtes – in Poesie und Prosa“. Wie bei der Begrüßung angekündigt, eröffnete er den Abend mit drei seiner, wie er sagte, schönsten Liebesgedichten.

 

10. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 


Dass die Liebe nicht immer das ist, was man sich von ihr erhofft, war dabei eine Erkenntnis, dass gerade Liebesträume aber mit die schönsten sind eine andere. Und wer wünscht sich nicht, mit „Ich bin Dein Herz und Du bist meine Seele!“ angesprochen zu werden?

Wie schon im Vorjahr fand auch diese erneute Lesung wieder im Rahmen der Wachtberger Kulturwochen in der „Neuen Tonwerkstatt“ der Töpferei Thomas Hansen in Adendorf statt. Und auch dieses Mal las Günter Perkams im Wechsel mit Ilse Fuß, Musik steuerte die Flötistin Cordelia Loosen-Sarr bei.
 

Den Kartoffeln auf der Spur

Nicht Erdachtes, vielmehr Erlebtes füllte die Lesung. Erzählungen über Erlebnisse aus der eigenGünter Perkams eröffnete die Lesung mit Liebesgedichten. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

en Lebensgeschichte, aus der Zeit unmittelbar nach Kriegsende, hatte Perkams ausgewählt. Vom schwierigen Neuanfang nach der Rückkehr in die fremd gewordene Heimat im Memelland gab er eine Episode zum Besten, in der er mit kindlichen Augen einen „Kartoffelklau“ beschrieb. Wie kleine Detektive gingen er und seine Geschwister auf die Jagd nach demjenigen, der ihnen ihre Kartoffel gestohlen hatte. Spannend und abenteuerlich geriet für die Kinder die Spurensuche, die letztlich auch zur Überführung des Täters führte. Hatte diese Geschichte, da aus Kindersicht, bei aller Tragik für die von Hunger geprägte Zeit auch einige amüsante Momente, so entwickelte sich die zweite Geschichte ernster. Perkams berichtete darin, wie er als Junge die seinerzeit vorkommenden plötzlichen Deportationen von Zivilisten erlebt hat. Auch sein Lehrer blieb hiervon nicht verschont, er wurde mitten in einer Schulstunde verhaftet.

Günter Perkams Lesung untermalte die Flötistin Cordelia Loosen-Sarr mit Musik auf verschiedenen Flöten. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)


Den Worten Töne geben

Loosen-Sarr wusste diese so unterschiedlichen Texte, einerseits über die Liebe und andererseits über die Nachkriegszeit, auf verschiedenen Flöten sehr einfühlsam zu untermalen.


Den Adendorfer Töpfern gewidmet

Die drei Akteure sowie der ebenfalls anwesende stellvertretende Bürgermeister Paul Lägel dankten Familie Hansen herzlich für deren Gastfreundschaft. In der Pause öffnete diese dann auch das kleine Töpfereimuseum. Mit vielen liebevoll gesammelten Tonwaren und Informationen vermittelt dieses einen schönen Einblick in das besonders in Adendorf gelebte traditionelle Töpferhandwerk.