Gemeinde Wachtberg

Monika Clevers Bildergarten - wo Löcher zu Kunst werden

Bildergarten u.a. mit Schattenbildern von Monika Clever. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Niederbachem (mm) – „Kann ein Loch Kunst sein?“ fragte gleich zu Beginn der Vernissage Dr. Dieter Braun in seiner Einführungsrede. Die Niederbachemer Künstlerin Monika Clever, seit vielen Kulturwochen schon dabei, hatte zum wiederholten Mal mit ihrer Gruppe art.ista um die Künstlerinnen Gitta Briegleb, Maria Kontz und Elisabeth Wankerl sowie Klaus Schubert als Gast am ersten Abend in ihren Bildergarten eingeladen.

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Wie immer steht auch die diesjährige Ausstellung unter einem ganz besonderen Thema, dieses Mal „ge-Loch-t – von weißen Flecken und anderen schwarzen Löchern“. Braun brauchte nicht lange, um seine Frage bejahen zu können, schließlich hat Monika Clever gerade dieses Nichts zum Gegenstand ihrer aktuellen Arbeiten gemacht und sich intensiv mit den verschiedenen Ausformungen und Bedeutungen von Löchern auseinander gesetzt.

Gute und böse Löcher

Da sind zum einen die nützlichen, die guten Löcher, verdeutlicht durch eine Auswahl von Knopflöchern, ausgestellt in einer Vitrine, oder die der Blindenschrift.
Bildergarten u.a. mit Schattenbildern von Monika Clever. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Dann gibt es Löcher, die neugierig machen, wie Schlüssellöcher, durch die man zu gerne einen Blick werfen würde.
Aber Löcher können auch Lücken sein, wie in so genannten Lückentexten, deren Sinn sich nur auf den zweiten Blick erschließt. Löcher auf alten Fotografien symbolisieren Lücken gleich doppelt, auf dem Bild und im Gedächtnis. Lücken können Verlust bedeuten, emotional anrühren oder erheitern. Bildergarten: Monika Clevers Festtafel mit 'gelochten' Gedecken. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

So gilt es in Clevers Garten auch wieder vielfältige Spaßstationen zu finden, die u. a. mit alt bekannten Redewendungen spielen, wie „Aus dem letzten Loch pfeifen“ oder „In die Röhre gucken“. Auch in ihren großformatigen, in den Bäumen aufgehängten Schattenbildern hat sie sich mit Löchern als Kunstform befasst. Selbst Teile eines gelöcherten Bürostuhlsitzes werden bei ihr zu modernen Kunstobjekten.
Und einen Tisch gibt es auch wieder, dieses Mal hat sie ihn mit weißem Geschirr gedeckt. Nur, bei näherer Betrachtung fällt auf, dass alles gelöchert ist, die Tassen, die Teller, selbst das Besteck und die Blumenvase. Und in der Mitte, auf einem Tortenständer unter einer Glashaube, thront … (der Übeltäter?) ein Locher.
Bildergarten u.a. mit Werken von Gitta Briegleb. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)


Künstlerisch vielfältige Löcher

Auch Gitta Briegleb hat sich des Themas angenommen. Sie zeigt sechs Bilder in Mischtechnik, zumeist in Schwarz-Weiß-Tönen, mit denen sie sich dem Phänomen der weißen Flecken und schwarzen Löcher künstlerisch nähert.

Bildergarten u.a. mit einer Lichtinstallation von Maria Kontz. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Maria Kontz ergänzt mit ihrer Installation von drei Leuchtkästen in zum Teil leuchtenden Pink- und Rottönen Monika Clevers illuminierten Garten auf fröhliche Weise. Ebenso frisch sind ihre drei daneben angebrachten Bilder, in denen sie einer Original-Tischdecke mit Lochstickerei zwei eben solche Lochmuster wiedergebenden Malereien dazu stellt.

Bildergarten u.a. mit feinen Gespinst-Arbeiten von Elisabeth Wankerl. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Elisabeth Wankerl schließlich verwendet feine Lochtextilien für ihre Werke. Spinnereireste verwandelt sie zu Objekten von filigraner Leichtigkeit. So findet sich in Clevers Garten, versteckt in einem Busch, ein Kinderkleidchen aus eben diesem Gespinst – elfenhaft anmutend. Auf Leinwand aufgebracht, mit kleinen Nadeln erhaben und dreidimensional gestaltet, erschließt sich dem Betrachter auf diesem Bild erst die Zartheit des Materials und die künstlerisch vielfältige Darstellungsweise.

Klaus Schubert bereicherte als Gast-Künstler zudem am Abend der Ausstellungseröffnung die Vernissage mit einer Video-Installation, in der er alltägliche Dinge wie Küchensiebe und Gully-Deckel in neuem Licht erschienen ließ.

Die Ausstellung ist nochmals zu sehen am

  • Samstag, 22.08.2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr
  • Sonntag, 23.08.2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr
    12.00 Uhr: Musikalische Matinee mit „2recover“
    18.00 Uhr: Lesung „Lückenlos“ – Gedichte von und mit Ursula Contzen
  • Montag, 24.08.2015 um 20.00 Uhr:
    Niederbachemer Lesetheater „Vom häuslichen Glück und anderen Märchen“
  • Samstag, 29.08.2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr
  • Sonntag, 30.08.2015 von 11.00 bis 18.00 Uhr

Garten Monika Clever, Konrad-Adenauer-Str. 47, Wachtberg-Niederbachem