Gemeinde Wachtberg

Tango zu allen Jahreszeiten - Beeindruckende Sonntagsmatinee mit dem ‚trio réminiscence’

trio réminiscence ... mit (v.l.n.r.) Johanna Cender, Ingrid Wessels und Natalia Kazakova. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Kürrighoven (mm) – Sonntag, 11.00 Uhr, der letzte Tag der 8. Wachtberger Kulturwochen ist angebrochen. Rund 60 Gäste tummeln sich im großen Gewächshaus des Künstlers Rudolf Hürth, das dieser anlässlich seines offenen Ateliers während der Kulturtage auch an diesem Vormittag, neben dem hier einige Tage zuvor schon stattgefundenen literarisch-musikalischen Abend, für ein weiteres musikalisches Highlight zur Verfügung gestellt hat.

2014 Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

„Darf ich bitten?“ fragt dann auch das „trio réminiscence“ um die Pianistin Ingrid Wessels, die Violinistin Johanna Cender und die Cellistin Natalia Kazakova. Mit Tango und Tänzen wollen die drei Musikerinnen die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte nehmen … immer im Gepäck - den Tango. Und welchen Namen verbindet man direkt mit Tango? Astor Piazzolla! Über 300 Tangos umfasse dessen Werk, wusste Wessels in ihrer anfänglichen Begrüßung zu berichten.

Herbst und Winter

trio réminiscence ... mit Johanna Cender (Violine) und Ingrid Wessels (Klavier). (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)
Ein Menuett von Haydn läutete die Matinee ein. Haydns „Vier Jahrzeiten“ seien allseits bekannt, so Wessels anschließend, aber dass auch Piazzolla die Jahreszeiten vertont habe, sei dagegen weniger bekannt. Mit dessen musikalischer Interpretation des „Herbstes", einem wunderschönen Tango, gewohnt zart und langsam, dann wieder opulent und schnell, begann das Trio den Reigen. Von Peter Tschaikowsky folgten der „Monat Oktober“ und von Melanie Bonais „Soir et Matin“, besonders schön hierbei die Violine von Johanna Cender im Spiel mit den zum Teil nur gezupften Klängen des Cellos von Natalia Kazakova. trio réminiscence ... mit Natalia Kazakova am Violoncello. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)
Passend brachen sich in diesem Moment auch die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch den morgendlichen Nebel und tauchten das Gewächshaus in helles Licht.


Der „Winter“ von Piazzolla rückte die für uns herannahende nächste Jahreszeit akustisch bereits etwas näher. Die Atmosphäre klirrender Kälte fand in Form von staccato-Passagen Einzug in die typischen Rhythmen des Tangos, bravourös herausgearbeitet von Ingrid Wessels am Klavier und den beiden Streicherinnen. Mit César Cuis Stück „Oriental“ gesellten sich wieder heitere und sehnsuchtsvolle Melodien dazu, eindringlich aufgegriffen von der Violine und dem Cello.


Frühling und Sommer

Der „Frühling“ von Piazzolla gebärdete sich erwartungsgemäß wechselhaft sanft und leidenschaftlich zugleich, um schließlich doch ganz und gar energisch, voluminös und opulent auf den Sommer zu blicken.

trio réminiscence ... mit (v.l.n.r.) Johanna Cender, Ingrid Wessels und Natalia Kazakova. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)
Nach einem kleinen Intermezzo in Form eines „Ungarischen Tanzes“ von Johannes Brahms, präsentierte sich Piazzollas „Sommer“ als ein Tango, in dessen Untertönen immer wieder die stehende Hitze und die alles lähmende Schwüle eines Hochsommertages zu erkennen waren.
So verwunderte es auch nicht, dass sich diese Jahreszeit bei Piazzolla musikalisch immer leidenschaftlicher entwickelte, am Ende dann aber abrupt abbrach.

Leidenschaft par excellence; Tango in Perfektion.


Gar nicht abbrechen wollte der anschließende Applaus, mit dem das Publikum dem Trio für dieses erlesene Matinee-Konzert dankte. Mit einem weiteren Tango entließ das „trio réminiscence“ die Zuhörer schließlich in den Sonntag.

trio réminiscence: Applaus für eine tolle Sonntagsmatinee … bei Rudolf Hürth (re., mit Hut). (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)