Gemeinde Wachtberg

Anton-Raaff-Konzert in der Reithalle - Großes Abschlusskonzert der 7. Wachtberger Kulturwochen

Abschlusskonzert: Die Reithalle in der „Grube Laura“ wurde zum Konzertsaal. (Foto: Michael Pütsch) Wachtberg-Oberbachem – Es war ein „musikalischer Parcoursritt“, den das Wachtberger Jugend- und Kammerorchester unter der Leitung von Hans Werner Meurer in der Kürze der Zeit auf die Beine stellte. Traditionell auf Burg Gudenau stattfindend musste das diesjährige Anton-Raaff-Konzert, das zugleich den Abschluss der 7. Wachtberger Kulturwochen bildete, aufgrund eines Wasserschadens äußerst kurzfristig verlegt werden. Aber wohin auf die Schnelle?

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Abschlusskonzert: In der Reithalle in der „Grube Laura“ fanden die Musiker einen ungewöhnlichen Konzertsaal. (Foto: Michael Pütsch)
Mit der Reithalle in der „Grube Laura“ fand sich ein für ein klassisches Konzert zwar ungewöhnlich rustikaler Ort, aber die Halle bot Platz für die rund 400 erwarteten Gäste und auch die große Bühne für die beiden Orchester konnte dort problemlos aufgebaut werden. Dass sich die Akustik als ausgesprochen gut erweisen, dabei immer eine angenehme Brise durch die halboffene Halle wehen und der Ausweichort sich als durchweg gute Alternative entpuppen würde, sollte sich schon bald zeigen.


Abschlusskonzert: Das Jugend- und das Kammerorchester Wachtberg bestreiten traditionell gemeinsam das alljährliche Anton-Raff-Konzert. (Foto: Michael Pütsch.Von Wachtbergern für Wachtberger

Bürgermeister Theo Hüffel hob in seiner Begrüßung nochmals den Gedanken hervor, der den Wachtberger Kulturwochen zugrunde liegt: Von Wachtbergern für Wachtberger. Dass dieses Konzept aufgehe, hätten die diesjährigen Kulturtage aufs Neue bewiesen. Inzwischen weit über die Region hinaus bekannt habe sich erneut gezeigt, welches künstlerische Potential in Wachtberg beheimatet sei. Mit dem 2. Kinder- und Jugend-Kulturtag wurde den Nachwuchskräften in der Gemeinde eine ebensolche Plattform geboten – auch dies mit wachsendem Erfolg.

Nach organisatorischem Hürdenlauf ein perfektes Konzert

Abschlusskonzert: Die Cellisten des Jugend- und des Kammerorchesters. (Foto: Michael Pütsch)Abschlusskonzert: Bläser des Jugend- und des Kammerorchesters. (Foto: Michael Pütsch)Abschlusskonzert: Geigerin. (Foto: Michael Pütsch)

Den Auftakt des diesjährigen Anton-Raaff-Konzertes bildete das „Scherzo fantastique“ des tschechischen Komponisten Josef Suk. Eher selten aufgeführt zeugte das Stück, heiter und lebendig, doch vom großen Erfindungsreichtum des Komponisten. Dieser hatte das immer wiederkehrende Motiv vorzüglich variiert – mal beschleunigt, dann verlangsamt, mal bei den Bläsern, dann den Streichern, ja sogar in der Pauke tauchte es auf. Das Orchester verstand es, dieses spielerische Naturel Suks musikalisch wunderbar herauszuarbeiten.

Abschlusskonzert: Birgitta Winnen (li.) und Regula Sager-Yamamoto. (Foto: Michael Pütsch)Mit dem folgenden „Doppelkonzert für Violine, Viola und Orchester in e-moll“ von Max Bruch blieben die Wachtberger Musiker in der romantischen Epoche. Voller Stolz kündigte Meurer an, dass sich mit diesem Stück die Möglichkeit eines gemeinsamen Auftritts der beiden, vom Orchester hoch geschätzten Musikerinnen Regula Sager-Yamamoto und Birgitta Winnen ergebe. Erstere leitet das Vororchester zum Wachtberger Jugendorchester und betreut regelmäßig die Streicher im Jugendorchester, Winnen kümmert sich um den Nachwuchs junger Geiger für das Wachtberger Jugendorchester. Die beiden Solistinnen meisterten ihren Part bravourös und spielten, nach lang anhaltendem Applaus, zu zweit - ohne Orchester - noch eine Zugabe, das „Duo für Violine und Viola“ von Mozart-Zeitgenosse Franz Anton Hoffmeister.

Nach der Pause läutete das „Intermezzo aus der Suite Nr. 1“ von Peter Tschaikowski die zweite Konzerthälfte ein. Anfänglich sehr melancholisch endet es mit einer beinahe humorvollen musikalischen Pointe. Auch hier gelangen den Jugendlichen des Jugendorchesters wie den Musikern des Kammerorchesters im gemeinschaftlichen Spiel die wechselvollen Passsagen gleichermaßen perfekt.

Klangteppich mit Piraten und Gnomen

Abschlusskonzert: Junge Streicher des Jugendorchesters. (Foto: Michael Pütsch)Gewissermaßen schon zur Tradition ihrer Konzerte gehöre es, so Meurer, im letzten Teil moderne Klänge aufzubieten. Und so stand mit Musik von Klaus Badelt zur Piratenkomödie „Fluch der Karibik“ und von Howard Shore zum Filmepos „Der Herr der Ringe“ Musik der Neuzeit auf dem Programm.

Abschlusskonzert: Streicher des Jugend- und des Kammerorchesters. (Foto: Michael Pütsch)
Das Orchester breitete dabei einen Klangteppich aus, der die große Halle gänzlich ausfüllte.


So galt der abschließende Dank von Dr. Nicole Wagner, der Vorsitzenden des Jugendorchesters, besonders auch dem Reit- und Fahrverein Oberbachem für die spontane Bereitstellung ihrer Reithalle.


Dass dies ein interessanter Konzertsaal mit ganz eigenem Charme gewesen sei, sollte hinterher noch oft zu hören sein. (GW)