Gemeinde Wachtberg

Leuchtende Farben und meditative Töne

Trutz Ludwig zeigte im Garten eine Galerie seiner großformatigen, gewohnt farbenfrohen Landschaftsbilder. (Foto. GW) Wachtberg-Villip - Wenn Landschaften leuchten können, dann in den Bildern von Trutz Ludwig. Die Intensität, mit der der in Villip lebende Künstler seinen Ländchen-Impressionen mittels leuchtender Farb- und vibrierender Formgebung Leben einhaucht, ist beeindruckend – so auch auf dessen neuerlichen Werkschau im Rahmen der 7. Wachtberger Kulturwochen.

Kulturwochen 2013 (Banner)

 

 

Wie schon in den Vorjahren hatten Trutz Ludwig und seine Frau Karin Christof wieder zu einer „Ausstellung mit Gesprächen über Kunst und Lebenskunst“ in ihren heimischen Garten eingeladen.

Kunstgarten
Dort empfingen die Gäste bereits in der Einfahrt des mediterran gestalteten Hauses Trutz Ludwigs neueste großformatige Bilder. Diese jüngst am Touchscreen entstandenen Werke präsentierten sich in den bekannten strahlenden Farben, waren in ihrer Aussage und Formgebung jedoch experimenteller als gewohnt.

Trutz Ludwig experimentiert in seinen neuen abstrakten Arbeiten mit Farbe. (Foto: GW)Trutz Ludwigs "Perlenspiel". (Foto: GW)
 

 

 

 

 

 


Eines, das der Künstler selbst als „Perlenspiel“ bezeichnet, erweckte den Eindruck von eben solchen Kugeln, aber auch Assoziationen zu chemischen Abbildungen von Molekülketten oder Ähnlichem mögen dem einen oder anderen Betrachter in den Sinn gekommen sein. Trutz Ludwigs Frau Karin Christof zeigte einige anmutig zarte Blumenbilder. (Foto: GW)Die Farbwahl war gewohnt expressiv: Bleu, Violett, Rosa-Rot, Gelb-Orange und ein wenig Grün-Türkis.
Ein anderes, eine abstrakte Farbkompositionen, war in zarten Blau-Tönen, davor knalliges Pink, sattes Gelb und Rot-Orange gehalten. Im Garten dann eröffnete sich dem Betrachter auf dem Rasen aufgereiht eine „Galerie“ von Trutz Ludwigs bis dato so typischen farbenfrohen (Ländchen-) Landschaftsimpressionen … eine schöner und „lebendiger“ als die andere.

Karin Christof hatte einige Aquarelle und Acrylmalereien der Ausstellung beigesteuert, darunter sehr schöne Blumenbilder. In zumeist hellen Pastelltönen gehalten wirkten sie gegenüber den vergleichbar dramatisch farbigen Bildern ihres Mannes in ihrer Zartheit beinahe verletzlich, aber gerade dadurch auch besonders berührend.


Klanggarten

Nicht nur optisch mit ihren ausgestellten Bildern sondern auch akustisch hatte das Gastgeberpaar ein interessantes musikalisches Programm zusammengestellt.

Trutz Ludwig-Ausstellung mit Musik von Cordelia Loosen-Sarr und Michael Duske. (Foto: GW)
Die bekannte Niederbachemer Flötistin Cordelia Loosen-Sarr präsentierte gemeinsam mit Michael Duske den „Klanggarten“ und überraschte die Zuhörer, die es sich in der mittäglichen Sonne im Ludwigschen Garten bequem gemacht hatten, mit einer Darbietung, die sich als kleines Juwel entpuppen sollte. Loosen-Sarr spielte dabei auf verschiedenen Flöten, u. a. auf der Quer- und Altquerflöte, auf einer chinesischen Bambusflöte und auf einer alten Traversflöte aus Ebenholz, sowie auf diversen Klanginstrumenten. Duske begleitete ihr feinfühliges Spiel mit Obertongesang und so genannter Klang-Poesie. Mit dieser ursprünglich aus der Mongolei stammenden Gesangsform bot Duske eine beeindruckende Vorstellung, die für manchen zwar gewöhnungsbedürftig gewesen sein mochte, aber in ihrer Reinheit und vermittelnden Ruhe, so man diese denn zuließ, eine sehr meditative Wirkung hatte. Exzellent untermalt auf den unterschiedlichsten Klangobjekten wie zum Beispiel einer Ocean Drum oder mit einer, dem Harmonium ähnlichen indischen Schruti-Box, kreierten die beiden Musiker ein Klangerlebnis ganz besonderer Art.

Poesie-Premiere
Aber auch Duskes Poesie berührte. Mit seinen feinsinnigen Liebesgedichten wie „Ich bin Du“ und „Tief erschauerte meine Seele“ krönte Duske den Klanggarten. Wie er später gestand, war es das erste Mal, dass er seine Poesie öffentlich vortrug. Die Gäste hatten also nicht nur eine wundervolle Musikdarbietung erlebt, sondern auch eine literarische Premiere. Hoffentlich werden noch weitere solche Auftritte folgen. (GW)