Gemeinde Wachtberg

Neben dem Mühlstein, auf dem Mühlstein

Rainer Kreuz untermalte seine Erzählungen auf dem Bass und Anke Kreuz auf verschiedenen Flöten. (Foto: GW) Wachtberg-Fritzdorf – Wer sie im vergangenen Jahr nicht erlebt, aber von ihrer bezaubernden Vorstellung in der Fritzdorfer Mühle gehört hatte, konnte sich freuen. Denn in den diesjährigen Wachtberger Kulturwochen gab es ein Wiedersehen in dem alten Turm mit Rainer und Anke Kreuz und ihren „aus der Luft gegriffenen Geschichten und Tönen“.

Kulturwochen 2013 (Banner)

 

 

 

So saßen dieses Mal viele kleine und auch große Zuhörer dicht gedrängt im Mühenrund um den alten Mühlstein, gespannt, was kommen würde, und schauten auf Rainer Kreuz. Der stand … mittendrin, manchmal auch mittendrauf … auf dem Stein. Schnell hatte Kreuz die Gästeschar mit seiner ausdrucksstarken Erzählweise gefesselt.

Von Prinzen, Rittern und Drachen
Rainer Kreuz begeisterte in der besonderen Atmosphäre des Fritzdorfer Mühlenturms die Zuhörer mit seinen Geschichten. (Foto: GW)
Wer sie noch nicht kannte, die Geschichten, lauschte gespannt, und die, die sich noch an alles erinnerten, beobachteten mit großer Freude erneut die Mimik und schauspielerischen Einlagen des Erzählers. Oft nur mit ganz wenigen Gesten verstand Kreuz es, vergangene Zeiten, prunkvolle Königshöfe, edle Ritter und schöne Prinzessinnen zum Leben zu erwecken. Für eine Weile wurde der kleine, schummrige Innenraum im alten Mühlenturm zu einer märchenhaften, von der Außenwelt wie abgeschlossenen eigenen kleinen Welt.

Rainer Kreuz verstand es, mit wenig Aufwand -  auch mal auf dem Mühlstein sitzend -  die kleinen und großen Zuhörer zu fesseln. (Foto: GW)

Und im Laufe der Vorstellung gesellten sich die unterschiedlichsten Gestalten „aus der Luft gegriffen“ hinzu. Da tauchte Egbert, der Junge auf dem Krönungsweg mit dem magischen Glitzerstein, ebenso auf wie Ritter Richard, der doch so gerne fliegen wollte. Und als Kreuz erzählte, wie sich dieser schließlich an die Flügel der Fritzdorfer Mühle binden ließ, um anschließend von diesen derart herumgewirbelt zu werden, dass sich die Flügel lösten und er mitsamt den Mühlenflügeln auf nimmer Wiedersehen davon flog, da hatte Kreuz auch schon die von allen sehnlich erwartete Antwort gegeben auf die Frage, warum die Fritzdorfer Mühle keine Flügel mehr hat. Die Geschichte vom Prinzen, der erst als Schweinehirt verkleidet und mit aberwitzigen Spielereien das Herz einer Prinzessin gewinnt, gab Kreuz ebenfalls zum Besten wie auch die Erzählung einer kleinen Insel und eines Drachen, aus der er später – sehr witzig - den Begriff des „Drachen steigen lassen“ ableitete.


Anke Kreuz
begleitete die Geschichten mit „Tönen aus der Luft gegriffen“. Auf verschiedenen Flöten untermalte sie die märchenhaften Geschehnisse, mal zärtlich und leise, mal kräftig und wild. Zuweilen griff Rainer Kreuz dazu auch in die Saiten seines Kontrabasses.

Nach dieser kurzweiligen Nachmittagsstunde, Egbert, Ritter Richard, Prinzen und Prinzessinnen waren wieder abgetaucht, öffnete sich die Mühlturmtür und für einen kurzen Moment schienen auch die Gäste erst wieder „auftauchen“ zu müssen, bevor sie in den strahlenden Sonnenschein nach draußen traten. (GW)