Gemeinde Wachtberg

Herr Pünktlich und die Ordnung, Madeleine und die Liebe

Rainer Kreuz: Nachdem er die beiden Kontrabässe glücklich vereint hat, wendet sich der Musiker seiner neuen Liebe „Halima“ zu. (Foto: GW) Wachtberg-Adendorf – Was haben ein pünktlicher Angestellter, ein chinesischer Maler, zwei verliebte Kontrabässe sowie ein amerikanischer Geheimdienstler, die Wuppertaler Schwebebahn und die geheimnisvolle Kleopatra gemeinsam? Eigentlich wenig, wäre da nicht Rainer Kreuz.

 

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In seinem Erzähl- und Clowntheater, das Kreuz im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen im Adendorfer Drehwerk 17/19 aufführte, wusste der Pecher Künstler dies und vieles mehr gekonnt, melanclownesk im Laufe des Abends miteinander zu verweben.

Nicht pünktlich, nicht schön

So gelangt der gute Herr Pünktlich erst nach einer alkoholträchtigen Ehrung für seine jahrelange Pünktlichkeit und dem daraus resultierenden erstmaligen verspäteten Erscheinen am nächsten Tag zu der Erkenntnis, dass es durchaus lebensnotwendig sei kann, auch einmal unpünktlich zu sein. Die Missgeschicke, die ihm an diesem verspäteten Morgen auf dem Weg ins Büro passiert waren, hätten ihm mit großer Wahrscheinlichkeit das Leben gekostet, wären er oder die darin verwickelten Personen und Dinge nicht unpünktlich gewesen.

Rainer Kreuz – schmunzelnd. (Foto: GW)

Rainer Kreuz – fragend. (Foto: GW)

Rainer Kreuz – nachdenklich. (Foto: GW)

Von einer Rettung ganz anderer Art wusste Kreuz in der folgenden Geschichte zu erzählen: Im alten China hat ein Künstler fleißig Bilder für den Kaiser gemalt, damit dessen Sohn von der „Welt außerhalb der Palastmauern“ erfahre. Zu schön seien diese gewesen, die Welt sei nicht so gut, wie er sie dargestellt habe, wirft ihm der junge Regent später, inzwischen selbst Kaiser, vor. Um der angedrohten Hinrichtung zu entgehen, bittet der Künstler, ein letztes Bild malen zu dürfen. Wie er dann mit diesem Bild mehr und mehr eins wird und schließlich darin „in die Freiheit entschwindet“, trug Kreuz mit großer Ausdrucksstärke vor.

Rainer Kreuz mit Kontrabass „Madeleine“. (Foto: GW)
Nach einer weiteren, kurzen Erzählung über die Sonne und den Mond als intergalaktisches Clownspaar, bewies Kreuz mit der folgenden Stehgreif-Einlage meisterlich sein Improvisationstalent.
Er forderte die Gäste auf, verschiedene Begriffe auf Kärtchen zu notieren. Aus diesen formulierte er ad hoc eine äußerst spannende, witzige und phantasievolle Geschichte. Eine Impro-par-force-Leistung bester Güte! Das Publikum belohnte ihn für diesen Kreativ-Quickie mit besonderem Applaus.

Alte und neue Lieben
Liebevoll, mit einer Love-Story über zwei Kontrabässe, klang der Abend aus. Auch wer sie schon kannte, die Rididu-Geschichte der beiden ineinander verliebten Kontrabässe Hans-Günther und Madeleine sowie deren eifersüchtigem Besitzer, war erneut verzaubert von der Innigkeit, mit der Kreuz diese besondere Liebesbeziehung sprachlich und musikalisch, auf dem Kontrabass, zu erzählen wusste. (GW)