Gemeinde Wachtberg

Eine geniale Idee - der Kulturgarten von Gudrun Rosenberg

Kulturgarten bei Gudrun Rosenberg. (Foto: GW) Wachtberg-Gimmersdorf – „Was sich in diesem Garten abspielt, hat den Wert einer ganz besonderen Einmaligkeit“, besser als mit diesem Satz hätte der Künstler Michael Franke den Kulturgarten von Gudrun Rosenberg nicht beschreiben und deren diesjährige, im Rahmen der 7. Wachtberger Kulturwochen stattfindende Ausstellung eröffnen können.

 

 Kulturwochen 2013 (Banner)

 

 
Würdigung durch Michael Franke

Als vielseitiges Mosaik, in dem kostbare Steine zu entdecken seien und die eine besondere Aufmerksamkeit verdienten, beschrieb Franke das, was die beteiligten Künstlerinnen und Künstler präsentierten.

Kulturgarten Rosenberg mit (v.l.n.r.) (vorne) H.-J. Döring, Ch. Assenbach, G. Rosenberg, E. Endres und (hinten) H. Auen-Kühlwetter, E. Frandsen, H. Pilger, U. Brücken, A.-R. Kontetzki, O. Lohse und J. Müller. (Foto: GW)


Von Dilettant, Amateur oder Autodidakt sei zuweilen die Rede, oft missverständlich, jedoch wusste Franke sehr aufschlussreich die ursprüngliche Bedeutung dieser Bezeichnungen offen zu legen, die da sind „diletto“ – die Freude an etwas, „amare“ – die Liebe zu etwas und „auto didaskein“ – selber erlernen, was die Motivation der Teilnehmer prägnant definierte. So sah er auch nicht im vermeintlich weltlichen Erfolg deren Aufgabe, sondern vielmehr in der individuellen Suche nach Erkenntnis.


Und hierbei sei die Idee und die Tradition des Rosenbergschen Kulturgartens eine geniale Idee, würdigte Franke das langjährige Engagement von Gudrun Rosenberg.
 

Mosaik aus Kunst, Kunsthandwerk und Unterhaltung
Gemeinsam mit acht weiteren Ausstellern hatte die Gastgeberin fürwahr wieder ein buntes Mosaik an Kunst, Kunsthandwerk und Unterhaltung vorbereitet.

Kulturgarten: Gastgeberin Gudrun Rosenberg zeigte ihre neuesten Tonskulpturen. (Foto: GW)
Gudrun Rosenberg
stellte eine Auswahl ihrer neuesten Plastiken aus, zuweilen versteckt im Beet oder zwischen Steinen am kleinen Wasserlauf platziert. Besonders schön und auf Stelen nicht zu übersehen waren drei Figuren, sitzend der Großvater und die Großmutter, jeweils mit einem Kind auf dem Schoß, daneben eine „Jungfrau im Hemd“, die alle drei durch ihre unprätentiöse Darstellung anrührten.

 

Kulturgarten mit Werken von Hildegard Auen-Kühlwetter. (Foto: GW)Hildegard Auen-Kühlwetter zeigte Acryl-Bilder mit Titeln wie „Lilien“, „Sommer“ und „Pralle Frucht“, in denen sie mit den für sie so typischen gedeckten, aber durchaus kraftvoll leuchtenden Farben verschiedene Sommerstimmungen eingefangen hatte. Zu ihren Lieblingsbildern, verriet die Künstlerin, zählten zurzeit diejenigen Bilder, in denen sie, wie in „Anhöhe“ oder „Spaziergang“, Eifellandschaften festgehalten habe.

Kulturgarten mit Schmuck von Ulrike Brücken. (Foto: GW)
Nicht leuchtende Farben sondern leuchtende Perlen verwendet Ulrike Brücken in ihren Schmuckkreationen – leuchtende Augen bei den Besucherinnen garantiert. Gekonnt versteht sie, ungewöhnliche Perlen in ihre Arbeiten mit einzuflechten. Neben Perlen aus Glas, Halbedelsteinen oder großen Polariskugeln finden sich auch welche aus Fell, aus buntem Stoff und aus Wolle.

 

Kulturgarten mit Werken von Enno Frandsen. (Foto: GW)
Auch bei Enno Frandsen ließen sich kleine Kostbarkeiten entdecken, allerdings gemalt mit Aquarellfarben, Kreiden oder in verschiedenen Mischtechniken. Hinreißend sein Bild „Alte Männer beim Kartenspiel“, bei dem er auf gelbem Papier mit farbiger Kreide die Atmosphäre eines großen Kaffeehauses herrlich zum Ausdruck gebracht hat. Ebenso stimmungsvoll seine Aquarelle von Bootsstegen und von Rheinschiffen, interessant auch vier Bilder mit gleichem Motiv, eine Belleville-Häuserzeile in Paris, jedoch jedes in einer anderen Technik gefertigt.

Kulturgarten mit neuen Arbeiten von Anne-Rose Kontetzki. (Foto: GW)

Kulturgarten mit Werken von Ortrun Lohse. (Foto: GW)

Anne-Rose Kontetzki
stellte in diesem Jahr eine große Auswahl an Radierungen aus, daneben natürlich ihre verschiedenen Ton-Köpfe, mit denen sie immer wieder aufs Neue begeistert. Etwas größer als von ihr gewohnt präsentierte sie einen Ton-Kopf, nicht wie üblich auf einer Stange sondern wegen der Größe auf einer schlichten Säule, dessen drei Seiten jeweils ein anderes Gesicht mit jeweils anderer Mimik zeigten.


Farbenfroh kamen die Acrylbilder von Ortrun Lohse daher. Mit dem Wind ausgesetzten Landschaften hatte sich die Künstlerin beschäftigt, so fanden sich Impressionen der Nordsee und von Sandstürmen unter ihren Werken. Daneben zeigte sie Bilder, die, beinah grafisch komponiert, durch ihre Farbigkeit überzeugten.

Kulturgarten: "Felsküste in Portugal" von Jochen Müller. (Foto: GW)
Jochen Müller
wartete neben Ölbildern, u. a. der Blick auf eine raue Steilküste, und Aquarellen, u. a. sehr farbenfrohe Impressionen von Sankt Peter Ording, mit vielen neuen Radierungen auf, wie zum Beispiel einer Strand- und einer Herbstansicht, letztere in vier farblich unterschiedlichen Variationen.Kulturgarten: "Ländchen-Impressionen" von Heiner Pilger. (Foto: GW)

 

 

Kulturgarten mit einer Werkschau von Hans-Jürgen Döring. (Foto: GW)
Beschauliche Wachtberg-Motive … hierfür steht Heiner Pilger. In Aquarell- oder mit Acrylfarben hält er die Schönheiten des Ländchens immer wieder neu fest, dieses Mal sehr schön seine Bilder mit Weitblicken auf den Rhein bis hinüber aufs Siebengebirge.

Neu dabei: Hans-Jürgen Döring
Und einen Neuzugang hatte die Künstlergruppe auch zu verzeichnen: Hans-Jürgen Döring, ehemaliger Wachtberger Bürgermeister, stellte erstmals eine kleine Werkschau seiner Gemälde und Zeichnungen aus drei Jahrzehnten aus. Überwiegten in den 80er Jahren noch Federzeichnungen, so kamen in Dörings späteren Arbeiten weitere Techniken und Farben wie Temperafarben und verschiedene Kreiden zum Tragen, besonders schön das Bildnis eines Paares unter einem großen knorrigen Baum und das einer elegant gekleideten Dame.

 

Unterhaltung mit Musik und Kabarett. Auch musikalisch bot Rosenbergs Kunst-Mosaik Abwechslung.

Kulturgarten mit Chris Assenbach (li.) und Eugen Endres von den Watchhill Stompers. (Foto: GW)
Am Eröffnungstag spielten Chris Assenbach und Eugen Endres von den Watchhill Stompers als Duo Gute-Laune-Musik, am Folgetag unterhielt Thomas Lennartz die Gäste am Klavier.

Und natürlich durfte die Studiobühne Wachtberg nicht fehlen, Kulturgarten: Politisches Kabarett mit Andreas Felden. (Foto: Ortrun Lohse)die, schon Tradition, in Gudrun Rosenbergs Kulturgarten regelmäßig auftritt.
In einer ungewöhnlichen aber umso amüsanteren Persiflage vermischten die Akteure geschickt Grimms Märchen mit Markenprodukten, so wurde aus Schneewittchen Schneekoppenwittchen.
Politisches Kabarett als Soloeinlage bot schließlich Andreas Felden von der Studiobühne. Gekonnt wusste er selbst so trockene Zahlen wie die der letzten Volkszählung hintersinnig zu interpretieren. (GW)