Gemeinde Wachtberg

„Darf ich bitten?“… in die Nepomuk-Kapelle

Ensemble Knebel: Mit Musik und Tänzen aus vier Jahrhunderten begeisterten die vier Musikerinnen die Zuhörer in der Kapelle in Holzem. (Foto: GW) Wachtberg-Holzem – Sitzplätze für nur knapp 40 Personen gibt es in der kleinen, von vielen auch nach ihrem Stifter Anton Raaff benannten Nepomuk-Kapelle in Holzem … und die waren alle besetzt, als das Ensemble Gisela Knebel im Rahmen der diesjährigen Kulturwochen hierhin zu „Musik und Tänzen des 16. bis 19. Jahrhunderts“ einlud.

2013 Kulturwochen (Banner)

 

 


Im letzten Jahr hatte die Gruppe dort erstmals ein Konzert gegeben und damit die Besucher begeistert. So durften sich die Gäste jetzt erneut auf eine ganz besondere, privat anmutende Musikvorstellung in diesem so kleinen, aber feinen Gotteshaus freuen.

Mit jugendlicher Verstärkung
Ensemble Knebel: Jeannine Gemein – perfektes Spiel auf verschiedenen Blocklöten. (Foto: GW)
Musik, dargeboten von Jeannine Gemein auf verschiedenen Blockflöten von der Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassblockflöte, begleitet von Gisela Knebel auf der Gitarre, der Kantele oder auch auf der Sopran- bzw. Altblockflöte sowie von Aloysia Schwäbig-Heuser auf der Akkordzither, stand auf dem Programm.
In diesem Jahr kamen die Drei zu Viert; mit der erst elfjährigen Anni Fritzsche, die Sopran- ebenso wie Altblockflöte und Kantele spielte, hatten sie sich jugendliche Verstärkung geholt und beeindruckten umso mehr auch durch dieses Generationen umfassende Zusammenspiel.
Gewohnt charmant wie bereits im Vorjahr führte Jeannine Gemein wieder durch den Abend.

 

Ensemble Knebel: Anni Fritzsche (li.) und Gisela Knebel überraschten mit einem Kantelenduo. (Foto: GW)Musik und Tänze aus vier Jahrhunderten
Den Auftakt machte Musik der Renaissance mit einem Balletto von Gastoldi, von Knebel arrangiert für drei Flöten und Akkordzither. Schon beim zweiten Stück trat die junge Mitspielerin gemeinsam mit Gisela Knebel im Duo auf. Beide Kantele, ein finnisches Instrument, spielend gaben sie ein französisches Tanzlied aus dem 16. Jahrhundert zum Besten und bezauberten damit die Zuhörer. Nach einer „L’Espagnolette“ von Praetorius, gespielt auf Blockflöten, Gitarre und Zither, folgte ein weiteres Kantelenduo, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.

Mit einem Menuett und einem Bourrée von Krieger und einem Entrée von Hotteterre wechselte das Ensemble zur Musik des frühen 18. Jahrhunderts. Die ursprünglich für drei Flöten von Faber komponierten „Parties sur les Fleut dous à 3“ hatte Knebel für zwei Flöten (Gemein und Fritzsche) und Gitarre (Knebel) umgeschrieben. Das lange Stück, bestehend aus Ouverture, Bourrée, Air, Marche, Menuet 1, 2 und Air, meisterte Anni Fritzsche bravourös, wofür sie besonderen Applaus erhielt, ebenso wie Jeannine Gemein für ihr beeindruckendes Spiel auf der, den meisten als „einfache Blockflöte“ bekannten Sopranblockflöte.
Ensemble Knebel mit (v.l.n.r.) Aloysia Schwäbig-Heuser, Jeannine Gemein,  Anni Fritzsche und Gisela Knebel. (Foto: GW)
 

Seit 35 Jahren spiele Jeannine Gemein bereits Flöte, erzählte Ensembleleiterin Knebel daraufhin den Gästen und fügte, mit stolzem Blick auf Anni nach diesem perfekt gelungenen, fast eine Viertelstunde dauernden Stück, an, dass Anni erst seit vier Jahren ihre Musikschülerin sei.

 

Klassik von Mozart, Händel, Carulli und Pez beendete das Programm.


Und weil die Kapelle doch so schön zum Singen animiere, fand Knebel, gab es noch ein gemeinsames Lied. So erfüllten zum Abschluss dieses Konzertes neben Flöten-, Gitarren- und Akkordzithertönen auch die Stimmen der zahlreich mit einstimmenden Konzertgäste den kleinen Kirchenraum. (GW)