Gemeinde Wachtberg

Konzert mit Klavier und Klarinette … ohne Violine

Konzert mit Ingrid Wessels und Michael Neuhalfen. (Foto: GW) Wachtberg-Ließem – Eben noch drei von Robert Schumanns „Fantasiestücken“ im Zusammenspiel von Ingrid Wessels am Klavier und Michael Neuhalfen an der Klarinette zum Besten gegeben, kündigte Wessels darauf ein Stück von Brahms an … „für Klavier und Violine“. Verdutzte Gesichter nicht nur im Publikum, auch der Klarinettist schaute verwundert, hatten doch die beiden zu einem Konzert einzig mit Klavier und Klarinette eingeladen.

2013 Kulturwochen (Banner)

 

 

Familiäres Ambiente
Die Pecher Pianistin Ingrid Wessels hat wiederholt die Wachtberger mit Konzerten beigeistert, zu denen sie meist „neue Gesichter“ zum Mitspielen dazu holt. Mit dem Klarinettisten Michael Neuhalfen verbindet die Musikerin eine lange Freundschaft, während der die beiden schon mehrfach gemeinsam konzertiert haben. Diese Lockerheit im Zusammenspiel machte sich gleich zu Beginn des Auftritts, der im Rahmen der diesjährigen 7. Wachtberger Kulturwochen im Ließemer Köllenhof stattfand, bemerkbar und sollte sich schnell auf die zahlreich erschienenen Gäste übertragen. Schon bald entwickelte sich diese Veranstaltung zu einem beinah familiären, privat anmutenden Treffen zwischen den zwei Künstlern und den Besuchern.

Konzert: Klarinettist Michael Neuhalfen. (Foto: GW)Kleiner Exkurs in die Welt der Klarinettenmusik
So nahm Wessels ihren Versprecher bei der Ankündigung des zweiten Titels, auf den Neuhalfen sie verschmitzt mit in die Höhe gereckter Klarinette hingewiesen hatte, mit viel Humor, was natürlich für großes Amüsement bei den Zuhörern sorgte. Spätestens da hatte das Duo die Sympathie aller Anwesenden gewonnen. Der zweite Satz aus Johannes Brahms Sonate in f-moll erklang anschließend, ruhig und zart, mit Klavier und Klarinette … und nicht mit Violine. In seiner Leichtigkeit besonders schön folgte das Andante con moto aus der Romanze in G-Dur von Max Reger. Konzert: Ingrid Wessels und Michael Neuhalfen hatten sichtlich Spaß. (Foto. GW)

 
Auf unterhaltsame Weise wusste Wessels zu den jeweiligen Komponisten Interessantes zu erzählen, oft angereichert mit spaßigen Anekdoten aus jener Zeit.

Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn kamen leicht und grazil daher, wunderbar intoniert von Neuhalfen auf der Klarinette. Mit Bela Bartóks rumänischen Volksliedern folgten sehr schöne, melodische Stücke – intensiv und bravourös von den beiden Musikern dargeboten. Die Zuhörer belohnten dies mit besonderem Applaus.

Über Astor Piazzolla berichtete Wessels, dass dieser lange danach gestrebt habe, im klassischen Genre Karriere zu machen, bis er endlich erkannt habe, dass er im Tango seine Berufung bereits gefunden hatte. Die Stücke „Oblivion“, „Ausencias“ und „Libertango“ brachten dann auch leidenschaftliches Tango-Feeling in den beschaulichen Köllenhof.

Mit Klezmer-Musik, in der die Klarinette das tragende Instrument ist, endete dieser kleine Exkurs in die Welt der Klarinettenmusik.

Nur … nach Hause gehen wollten die Besucher nach dieser gut gelaunten Vorstellung noch nicht. Und so ließen sich Wessels und Neuhalfen auch nicht lange um eine Zugabe bitten und spielten ein weiteres Stück aus Bartóks Sammlung rumänischer Volkstänze. (GW)