Gemeinde Wachtberg

Fabelhafter Auftakt der 7. Wachtberger Kulturwochen: Lieder von Elfen, vom Erlkönig und der Lorelei

Eröffnunsgkonzert: Mit einem klassischen Liederabend auf Burg Adendorf begannen die 7. Wachtberger Kulturwochen. (Foto: GW) Wachtberg-Adendorf – Wer kennt sie nicht, die Passage vom Vater, der spät durch die Nacht reitet und in den Armen sein krankes Kind hält? Dem einen oder anderen Zuhörer mag es schon bei den Liedern vorher so gegangen sein, aber spätestens als Nico Heinrich Franz Schuberts Vertonung von Goethes Erlkönig intonierte, wird sich wohl bei allen Gästen eine Gänsehaut eingestellt haben.

Kulturwochen 2013 (Banner)

 

 

Eröffnunsgkonzert: Bürgermeister Theo Hüffel eröffnete die 7. Wachtberger Kulturwochen. (Foto: GW)
„Von Geistern, Feen und anderen Fabelwesen“
– unter diesen Titel hatten der junge Wachtberger Tenorsänger und der Pianist Tobias Krampen ihr Konzert gestellt, mit dem sie am 28. Juni die diesjährigen Wachtberger Kulturwochen einleiteten. Vor den rund 120 anwesenden Konzertgästen hatte Bürgermeister Theo Hüffel zuvor die Kulturtage offiziell eröffnet und nun, im bereits siebten Veranstaltungsjahr, deren Entstehungsgeschichte, die Idee, Kunst von Wachtbergern für Wachtberger zu präsentieren, nochmals Revue passieren lassen.


In der Remise der Burg Adendorf - schönes Ambiente und gute Akustik
Eröffnungskonzert: Wegen Regens fand das Konzert nicht im Innenhof sondern in der Remise der Burg Adendorf statt, die ein ebenso schönes Ambiente mit ausgezeichneter  Akustik bot. (Foto: GW)
Das schöne Ambiente der Burg Adendorf bildete als Entrée für die nächsten, kulturell besonders reichen Tage den passenden Rahmen. Aufgrund des regnerischen Wetters musste das Konzert statt im Innenhof in der geschützten Remise stattfinden, was der Veranstaltung jedoch keinen Abbruch tat, erwies sich die alte Scheune doch als ebenbürtiger Veranstaltungsort mit ganz eigenem Charme und überraschte zudem mit einer ausgezeichneten Akustik.


Hochkarätiges Programm
Eröffnungskonzert: Boten ein hochkarätiges Programm - der Wachtberger Tenorsänger Nico Heinrich (re.) und der Pianist Tobias Krampen. (Foto: GW)
Die beiden Musiker boten dann auch ein hochkarätiges Programm. Klassisches Liedgut von Felix Mendelssohn-Bartholdy zu Eichendorffs „Das Waldschloss“ und zu Heines „Neue Liebe“ führte das Publikum in die Thematik des Abends ein – mal spielerisch, mal tragisch, mal zart und leise, mal heftig und laut.

Das erste Elfchen gesellte sich mit Hugo Wolfs „Elfenlied“ aus dessen Mörike-Liedern dazu, klein und etwas tollpatisch trat es auf, leicht und verspielt das Lied, mit einem musikalisch wie textlich amüsanten Schluss. Heinrich, äußerst professionell, gelangen diese leisen, aber durchaus lustigen Akzente sehr pointiert – perfekt und punktgenau von Krampen am Klavier begleitet. Dass Blumen mit ihrem Duft nicht nur betören sondern auch tödliche Rache nehmen können zeigte Carl Loewes Lied „Der Blumen Rache“ nach einem Text von Freiligrath. Bei Franz Schuberts Lied über Goethes „Der Fischer“ und Schillers „Der Fischerknabe“ von Franz Liszt erfüllten Wassergeister das alte Gemäuer, deren Zartheit in ihrer Unwiderstehlichkeit die in den Liedern besungenen Personen jedoch alle ins Verderben führte. Eröffnungskonzert: "Gänshaut" bei Nico Heinrichs Interpretation von Schuberts "Erlkönig". (Foto: GW)

Nach Alban Bergs „Spielleute“ aus dessen „Jugendliedern“ zu Texten von Ibsen stand mit dem Erlkönig ein Fabelwesen mit besonderer Dramatik auf dem Programm. Meisterlich interpretierten Heinrich und Krampen diese Ballade vom vergeblichen Versuch eines Vaters, seinen sterbenden Sohn noch zu retten. Mit verschiedenen stimmlichen Nuancen machte Heinrich die Tragik dieses im Vorfeld bereits gescheiterten Kampfes beinahe bildlich deutlich. Instrumental untermalte Krampen die Tragödie auf „unter die Haut gehende Art und Weise“ – bis hin zum traurigen Ende. Besonderer Applaus belohnte die beiden Akteure für diese exzellente Darbietung.

Nach der Pause verabschiedeten sich die bösen Geister und mit Franz Schuberts „Der Zwerg“ und Edvard Griegs „Der Schwan“ betraten weniger unheimliche Wesen die Bühne. Aus der Richard Wagner Oper „Lohengrin“ stand dann das Lied „In einem fernen Land“ an. Um Reisende, genauer gesagt um Schifffahrtsleute, ging es danach. „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten …“ so beginnt Heines „Lorelei“. Mit Franz Liszts „Lorelei“ stellte das Musiker-Duo erneut sein Können und perfekt aufeinander abgestimmtes Spiel unter Beweis. Bravo-Rufe, begleitet von lang anhaltendem Applaus, waren im Anschluss aus dem Publikum zu hören. Mit Robert Schumanns „Waldesgespräch“ und Felix Mendelssohn-Bartholdys „Hexenlied“ klang das Konzert ebenso heiter und verspielt aus, wie es begonnen hatte.

Ein herzlicher Dank gilt Georg Freiherr von Loë für die freundliche Bereitstellung der Remise der Burg Adendorf für diese Veranstaltung. (GW)