Gemeinde Wachtberg

Ein unterirdischer Fluss zu Tage getreten

Kulturwochen Klanggarten: Wachtberger Mitbürgerin aus Bangladesch (Foto: privat) Wachtberg-Ließem - ... der Fluss der Sprachen, die von der Allgemeinheit unbemerkt in vielen Familien von Wachtberger Bürgern ausländischen Ursprungs gesprochen werden. Auf der Suche nach Einflüssen aus anderen Ländern im Drachenfelser Ländchen war Ursula Contzen auf diesen geheimen Fluss gestoßen und machte ihn bei ihrer Veranstaltung im Ließemer Köllenhof im Rahmen der 3. Wachtberger Kulturwoche(n) einem überraschten und im Anschluss hocherfreuten Publikum bekannt.

3. Wachtberger Kulturwoche(n)

 



Sie hatte zwölf Mitbürger aus anderen Heimatländern aufgespürt und dafür gewonnen, Kostproben ihrer Muttersprachen zu geben. Ihre Idee war, alle den gleichen Text sprechen zu lassen, und zwar einen von ihr in Gedichtform vorgegebenen Geburtstags-Glückwunsch für die 40 Jahre alt gewordene Gemeinde Wachtberg. Manche der zwölf zum Teil schon seit langem in Wachtberg Heimischen traten in der traditionellen Kleidung ihres Landes vor das Mikrofon und erfreuten die Zuhörer mit ihren wunderbaren Sprachen. Es war neben Englisch und Französisch auch Polnisch, Russisch, Türkisch, Kurdisch, Griechisch, Dänisch, Persisch, Bangla und das besonders melodiöse Kinyaruanda zu hören. Schließlich noch ein weiteres Idiom, das einigen der Zuhörer ebenfalls als Fremdsprache erschien, aber schon bald unter Gelächter als Rheinisch erkannt wurde, für viele in Wachtberg die Muttersprache.

Diese Sprachensymphonie war der Höhepunkt eines Programms, das eingeleitet wurde von dem Duo „Klanggarten“. Cordelia Loosen-Sarr und Michael Duske gaben mit vier ebenfalls fremdländisch angehauchten Musikstücken mit Obertongesang im Zusammenklang mit verschiedenen Flöten und Ocean Drumms Proben ihrer Kunst.

Eine Geschichte von Ursula Contzen über den schweren Weg eines politischen Flüchtlings von seinem Heimatland Persien bis zur Anerkennung in Deutschland, stellenweise musikalisch nachempfunden und durch facettenreiches Flötenspiel nacherzählt von Cordelia Loosen-Sarr, verband die Programmteile sehr passend.

Eine originelle Kulturwochen-Veranstaltung mit der Wirkung, Menschen aus weit verstreuten Ländern zusammenzuführen und Integration zu fördern. Das farbenfroh gemischte Publikum spendete herzlichen Beifall. (GW)