Gemeinde Wachtberg

Viel Applaus für jungen Fagottisten - Anton-Raaff-Konzert auf Burg Gudenau eröffnete 3. Wachtberger Kulturwochen

Anton-Raaff-Konzert: Das Wachtberger Kammer- und Jugendorchester unter der Leitung von Hans-Werner Meurer (re.) begeisterte beim diesjährigen Sommerkonzert besonders mit dem Gast-Fagottisten Theo Plath (Mitte). (Foto: GW) Wachtberg-Villip – Die Remise der Gudenau in Villip war am letzten Sonntag vor den Sommerferien wieder ein Veranstaltungssaal ganz besonderer Art. Das alljährlich hier stattfindende Anton-Raaff-Konzert des Wachtberger Kammer- und Jugendorchesters unter der Leitung von Hans Werner Meurer bot in diesem Jahr ein reines Klassikprogramm.

3. Wachtberger Kulturwoche(n) 



Anton-Raaff-Konzert: Bürgermeister Theo Hüffel eröffnete das Konzert und damit die 3. Wachtberger Kulturwochen. (Foto: GW)Bei strahlendem Sonnenschein waren über 500 Besucher zu dem Konzert gekommen – darunter auch Gäste aus Politik und Kultur in Wachtberg.
Burgherrin Henriette Scholma begrüßte zuerst die Gäste, dann eröffnete Bürgermeister Theo Hüffel mit dem Konzert als Auftaktveranstaltung die 3. Wachtberger Kulturwochen, die, so Hüffel, inzwischen zu einem festen Bestandteil in der Ländchen-Gemeinde geworden seien. Im Rahmen der Feierlichkeiten um das 40-jährige Gemeindejubiläum am 1. August finden die Kulturtage in diesem Jahr über die ganze Sommerferienzeit statt.

Den Auftakt des Konzertes machte das Preludio sinfonico von Giacomo Puccini, das dieser im jungen Alter von 18 Jahren geschrieben hat und das bereits Puccinis spätere Liebe für die Oper erkennen lässt. Nur die Streicher der beiden Orchester waren beim zweiten Stück, dem Andante festivo von Jean Sibelius, gefordert. Dieses kurze, eher etwas herbe Stück hatte Sibelius bereits 1922 als Streichquartett bei der Hochzeit seiner Nichte aufgeführt; als Orchesterstück brachte er es jedoch erst 1939 beim Neujahrskonzert des Finnischen Rundfunks in einer Live-Sendung zur Aufführung.

Anton-Raaff-Konzert: Der junge Fagottist Theo Plath begeisterte mit seinem Können die Zuhörer. (Foto: Privat)Für den nächsten Programmpunkt, das Fagottkonzert in F-Dur von Johann Nepomuk Hummel, hatte Meurer einen jungen Fagottisten als Gastspieler gewinnen können. Der 15-jährige Theo Plath aus Koblenz, den Meurer durch freundschaftliche Beziehungen zu dessen Eltern seit seiner Geburt kennt, war erst vor kurzem für sein Fagottspiel bei „Jugend musiziert“ auf Bundesebene mit der höchsten Punktzahl ausgezeichnet worden. Die Virtuosität, mit der Plath den Solopart dieses als das anspruchsvollste seiner Art geltende Konzert meisterte, begeisterte auch auf Burg Gudenau die Zuhörer – so sehr, dass Theo Plath noch eine persönliche Zugabe geben musste. Mit einem modernen Stück von Heinz Holliger demonstrierte der junge Musiker hierbei, wie vielfältig und groß die klangliche Bandbreite eines Fagotts ist.

Nach der Pause, in der sich wie immer der Heimatverein Villip um die Bewirtung der Gäste gekümmert hatte, begann die zweite Hälfte des Sommerkonzerts, das, so stand es im Programm, Tänze, Walzer und auch einen Marsch ankündigte. Felix Mendelssohn Bartholdys Lobgesang, Satz eines geistlichen Werkes, verwunderte da als erstes Stück etwas, überzeugte aber nach wenigen Klängen mit echter Walzerseligkeit. Gar kaiserlich und wohlbekannt war das folgende Stück, der Kaiserwalzer von Johann Strauss. Kurz aber schön schloss sich aus der Oper „Der Mond“ der Bauerntanz von Carl Orff an. Aus der 2. Suite für Varieté-Orchester erklang der Second Waltz von Dmitri Shostakovich, der zwar nicht als Filmmusik komponiert, später aber von zahlreichen Regisseuren als ebensolche verwendet wurde.

Mit dem Florentiner Marsch von Julius Fucik verabschiedete sich das Wachtberger Kammer- und Jugendorchester. Hierbei kam erstmals eine neue Pikkoloflöte zum Einsatz, die der Verein Kunst und Kultur in Wachtberg dem Jugendorchester finanziert hatte und für die sich die Vorsitzende des Jugendorchesters, Ingrid Esfandiari, nochmals herzlich beim Verein bedankte.Anton-Raaff-Konzert: Hans-Werner Meurer mit dem Geschenk des Jugendorchesters. (Foto: GW)

Die jungen Musiker überraschten Orchesterleiter Hans Werner Meurer zum Schluss und schenkten ihm ein Sweatshirt mit dem Schriftzug „Wachtberger Jugendorchester – seit 1985“. Wegen der hochsommerlichen Temperaturen hatten die Jugendlichen ein Einsehen mit ihrem Dirigenten und drängten ihn nicht, den Pulli auch schon anzuziehen.

Ein besonderer Dank Hans Werner Meurers und seines Orchesters galt den Burgherren, der Familie Scholma, für die herrliche Kulisse, die wieder einen wunderschönen Rahmen für dieses, inzwischen zwölfte Anton-Raaff-Konzert auf Burg Gudenau bildete.


Anton-Raaff-Konzert: Park-Führung (Foto: GW)Wie immer nach dem Sommerkonzert nutzten viele Besucher die an diesem Tag einmalige Gelegenheit, unter fachkundiger Führung von Dr. Barbara Hausmanns und Ingrid Esfandiari noch den schönen Barock-Park der Burg zu besichtigen. (GW)