Gemeinde Wachtberg

Der dritte Band ist schon beim Lektor!

Büchereiverbund Wachtberg (Logo, neu) Wachtberg-Ließem - Wilfried Lülsdorf las aus seinen ersten beiden Wachtberg-Krimis im Köllenhof. Exakt für Freitag, den 13. und somit nicht ganz unzufällig, hatte der Büchereiverbund Wachtberg den Pecher (!) Krimi-Autor Wilfried Lülsdorf in das Kulturzentrum Köllenhof in Ließem eingeladen. Zum Glück!

Nicht nur für den Autor, der einmal mehr seine spannenden „Fälle“ live und direkt seinen interessierten Leserinnen und Lesern vorstellen konnte, sondern auch für das anwesende Publikum, das viel Wissenswertes über den Autor und die Hintergründe der Entstehung der Romane erfuhr.

Eine mysteriöse Kindesentführung auf dem Drachenfels („Pechmariechen“) und ein zunächst unerklärlicher Diebstahl kostbarster Musikinstrumente („Künstlerpech“) in dem angeblich idyllischen, da heilen und so schönen Wachtberger Ländchen sind die spannenden Plots, die Alexander Hopp, umtriebiger investigativer Journalist, und seine attraktive Lebensgefährtin Jana Jäger, ganz zufällig Hauptkommissarin der Bonner Mordkommission, beide wohnhaft in Wachtberg-Pech, gemeinsam mit dem befreundeten Pressefotografen Otto Springer lösen müssen. Soviel sei schon hier verraten: auch lösen!

Lülsdorf, Wilfried (Foto: Dieter Dresen)

 

Verraten hat bei seiner Lesung der Autor auf Nachfrage dann auch, dass alle seine Krimis einen „wahren Kern im wahren Leben“ als Vorlage haben. Dass also nicht nur das lokale Kolorit der Tatorte oder einige Personen einen realen Bezug aufweisen, sondern dass auch z.B. in seiner unmittelbaren Nachbarschaft tatsächlich vor Jahren der Diebstahl von Musikinstrumenten zu beklagen war. Da Lülsdorf selbst in seinem Berufsleben Journalist (Stern, Forbes, Focus) gewesen ist, lag es nahe, dass er seinem Protagonisten auch diese Vita „auf den Leib geschrieben“ hatte. Gerade beim zweiten Band seien ihm dann seine Kenntnisse über das Recherchieren wichtiger Hintergrundinformationen sehr entgegengekommen. Vor allem drei unabdingbare Auflagen habe er sich zu Beginn seines Schreibens für seinen Erstling fest vorgenommen: 1. Nimm keinen depressiven Kommissar! 2. Vermeide unbedingt brutale, grausame Szenen! 3: Auf keinen Fall und niemals Kochrezepte! In der Tat, wie das offensichtlich kenntnisreiche Publikum erheitert und kopfnickend bekräftigte, alles wohltuende „Begleiterscheinungen“ in diesen ersten beiden Wachtberg-Krimis vor dem Hintergrund der mehr als gesättigten, ja inzwischen unerträglichen Krimi-Landschaft, vor allem im Fernsehen!

Ob er diese Auflagen auch bei seinem dritten Band beibehalten hat, möge dann sein lokales Publikum im Mai beim Erscheinen von „Pechsträhne“ überprüfen, dessen Anfang Lülsdorf am Ende seiner Lesung noch kurz anriss: Ein einsamer Pilzsucher, vielleicht aus Pech, findet im nahen Kottenforst zum Glück nicht nur zwei leckere, sicher köstliche Steinpilze, sondern gleich daneben auch eine mausetote Menschenhand, die sich ihm aus dem moosigen Waldesgrund entgegenstreckt … Wer hat denn nun die Pechsträhne: nur die Leiche oder gar der Mörder? Oder vielleicht sogar eine Mörderin?

Wilfried Lülsdorf, Pechsträhne – Ein Wachtberg-Krimi, cmz-Verlag Rheinbach, erscheint im Mai 2023, 15 €  

(Dieter Dresen)