Gemeinde Wachtberg

Apfel, Schoko, Mandelkern - ohne Insekten bleibt der Bunte Teller leer

Weihnachtsteller. (Foto: Birte Kümpel) Ohne Bienen, Hummeln und Co gäbe es zur Weihnachtszeit lange Gesichter: Orangen und Mandarinen, Nougat und Schokonikolaus, Zimtsterne und einiges mehr würden fehlen. Der Grund: Nur wenn fleissige Insekten die Blüten von Mandel-, Kakao- und Zitrusbäumen bestäuben, entwickeln sich Früchte und Samen: Basiszutaten weihnachtlicher Produkte, die wir ganz selbstverständlich beim Discounter kaufen.

Auch in Deutschland geht in Landwirtschaft und Natur fast nichts ohne die summenden Bestäuber: 2,5 Milliarden Euro - auf diese Summe wird die jährliche Arbeitsleistung von Bienen in Deutschland geschätzt. Honigbienen und ihre  ca. 570 bei uns wildlebenden Artgenossen bestäuben zahllose Wild- und Nutzpflanzen, sorgen (noch) für reiche Ernte und Vielfalt in der Pflanzenwelt. Käfer, Schmetterlinge, Schwebfliegen u.v.a. kommen unterstützend hinzu. Diese unersetzbare Dienstleistung stellt die Natur uns Menschen nicht in Rechnung - wir bekommen sie geschenkt! Das Dilemma: Was nichts kostet wird oft nicht wertgeschätzt. Naturwissenschaftler und Imkerbund schlagen Alarm: Bienen- und Insektenzahlen sinken dramatisch. Sichtbarer Beweis für jeden: Bei sommerlichen Autoreisen bleibt die Frontscheibe fast sauber. Das war bis vor einigen Jahren anders.

Wie essentiell vor allem die Wildbienen für die Artenvielfalt und Nahrungsmittelproduktion sind, kann in folgendem Link nachgelesen werden: http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/unterschaetzte-wildbienen-artenvielfalt-sichert-landwir-2232 .

Zwar ernten wir gerne und ausgiebig die von Bienen und ihren Bestäuberkollegen ermöglichten Früchte, scheren uns aber nicht um Erhalt und Wohlergehen der unentbehrlichen Tiere. Anstatt sie mit Pollen und Nektar durch Blütenvielfalt zu verwöhnen, ihren Lebensraum zu bewahren, Schutzräume im Winter bereitzustellen, weichen bunte Blühflächen und "gepflegte gärtnerische Unordnung" vielfach monotonem Rasen oder pflegeleichtem Schotterbeet. Dieser Trend zeigt sich auf privaten wie öffentlichen Grünflächen.

Das Team des Naturnahen Schaugartens in Berkum möchte "Mut zu mehr Natur" machen: Schaffen Sie Insektenparadiese in Ihrem Garten. Jetzt im Winter sollten verblühte Stauden stehen bleiben: Insekten suchen Schutz in hohlen Stengeln und vertrockneten Fruchtständen. Räumen Sie nicht zu gründlich auf, damit Wildbienen und andere Krabbeltiere im Laub überwintern können. Nebenbei finden so auch Vögel leckere Winterkost.

Anregungen für den naturnahen - und insektenfreundlichen Garten sind im Garten hinter dem Berkumer Rathaus zu sehen oder in der Broschüre zum "Naturnahen Schaugarten" (erhältlich im Rathaus Berkum) und auf der Homepage der Gemeinde Wachtberg (www.wachtberg.de , dort: Wirtschaft u. Gemeindeentwicklung) nachzulesen. (AK Naturnaher Schaugarten, Birte Kümpel)