Gemeinde Wachtberg

Faust im Dunkeln

Chateau Pech: Gundula Schroeder erläuterte den Besuchern zu Beginn der Offenen Probe die Besonderheiten der „Urfaust“-Fassung. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Pech (mm) – Spot on, so hätte es eigentlich sein sollen zu Beginn der Offenen Probe, die das Kellertheater Chateau Pech im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen wieder für Theaterfans angeboten hatte. Spot on, so hieß es auch … aber die Bühne blieb dunkel. Stromausfall.

 

 

2014 Wachtberger Kulturwochen (Banner, schmal)

 

 

Während beflissen nach der Ursache für den Lichtausfall gesucht wurde, ergriff Theaterchefin Gundula Schroeder beherzt das Wort und erzählte den zahlreichen Gästen vorweg schon einmal einiges über das neue Stück.

Urfaust ohne Prolog im Himmel

Die frühe Fassung des von Johann W. Goethe später daraus verfassten Meisterwerks der deutschen Literatur, dem ‚Faust’, stehe als nächstes auf ihrem Programm, der ‚Urfaust’. Mit den Proben hierzu habe das Ensemble erst vor kurzem begonnen, die Texte kämen noch nicht alle perfekt. Es erwartete die Besucher also ein Einblick in die Anfänge einer Neuinszenierung und in die erste Probenarbeit.
Der ‚Urfaust’ unterscheidet sich zum ‚Faust’ durch den fehlenden Prolog im Himmel. Dadurch gibt es keine Wette zwischen dem Herrn und Mephisto. Dieser ist vielmehr einfach da, eine ausdrückliche Einführung seines Charakters gibt es nicht.

Chateau Pech: Clint Christian Staak in der Rolle des Faust. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)
Erhellendes

Schließlich ging das Licht wieder an und die Probe konnte beginnen.
Waren gerade noch die Mitspieler und Techniker auf der Suche nach Licht gewesen, so suchte jetzt Clint Christian Staak in der Rolle des Gelehrten Heinrich Faust nach Erhellendem. In der berühmten Studierszene zweifelt dieser am Erkenntniswert der Wissenschaft und fragt sich, was die Welt zusammenhält. Aus für ihn scheinbarer Ausweglosigkeit greift er schließlich zur Magie und beschwört den Erdgeist herauf. Mit wenigen Requisiten ausgestattet, einzig ein Stehpult war auf der Bühne platziert, der Erdgeist nur mit rot flackerndem Licht angedeutet, wurde so das Zwiegespräch des Verzweifelten zur Schlüsselszene für den weiteren Verlauf des Stückes. Das gibt es dann, fertig einstudiert, in ein paar Wochen zu sehen.

 

Premiere mit Überraschung

Wer schon öfters Vorstellungen im Kellertheater Chateau Pech besucht hat, weiß, mit welch minimalem Bühnenbild das Ensemble um Gundula Schroeder, die auch bei dieser Inszenierung wieder Regie führt, große Stücke der Weltliteratur aufzuführen weiß. Neben Peter Meurer, Ursula Rocke und Johnny Younés werden die Schroeder selbst in der Rolle des Mephisto und Raika Nicolai als Gretchen zu sehen sein. Wer den Erdgeist spielen werde, ließ Schroeder offen. Dies sei eine besondere Überraschung.

Die Premiere ist am Freitag, 24. Oktober 2014.