Gemeinde Wachtberg

Ovationen für junge Künstler - Großartiges Konzert auf Burg Adendorf

Konzert auf Burg Adendorf: Wachtberger Preisträger von „Jugend musiziert“ begeisterten mit einem Konzert im Renaissance-Innenhof der Burg Adendorf. (Foto: W. Ley) Wachtberg-Adendorf - Rund 250 Besucher konnte am Sonntag, 16. August, Gabriela Baronin von Loe im völlig überfüllten Innenhof der Burg Adendorf zu Beginn des Konzerts begrüßen, mit dem sich der Förderverein Kunst und Kultur in Wachtberg an den Veranstaltungen zum 40. Geburtstag Wachtbergs beteiligte.

 

 

3. Wachtberger Kulturwoche(n)

 

 

 

Vor allem aber ging es dem Verein darum, junge Musiker aus Wachtberg, zumeist Bundessieger im renommierten Wettbewerb „Jugend musiziert“, einem breiteren Publikum vorzustellen und ihnen eine Präsentation in einem attraktiven Rahmen zu ermöglichen.
 

Konzert auf Burg Adendorf: Kim Fugenzi. (Foto: W. Ley)

Gerade sechzehn Jahre alt geworden ist die Sängerin Kim Fugenzi aus Villip, die Burgherrin Gabriela Baronin von Loe, zugleich stellvertretende Vereinsvorsitzende, als erste vorstellte. Begleitet am Klavier von Albina Akaev hatte Kim bereits nach wenigen Tönen die Herzen der Zuhörer erreicht; ihre Gestaltung der Arie des Cherubino „Voi, che sapete“ und der Susanne „Venite inginocchiaveti“, beide aus dem 2. Akt der Oper „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart , waren ein umjubelter Auftakt des morgendlichen Konzerts. Beeindruckend die stimmliche, aber auch natürliche schauspielerische Präsenz dieses jungen Talents, das erst seit einem Jahr Gesangsunterricht genießt. Kim brillierte nach der Pause noch einmal mit der Kavatine der Barbarina aus dem 4. und besonders mit der berühmten Arie des Cherubino „Non so piu cosa son, cosa faccio“ aus dem 1. Akt des Figaro.
 

Konzert auf Burg Adendorf: Tom Stefanescu. (Foto: W. Ley)

Preisträgerwürdig präsentierte sich der 1993 geborene Tom Stefanescu aus Pech, als Pianist seit 2004 regelmäßig beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ ganz vorne dabei. Er wird übrigens am 5. Oktober in Rheinbach (Aula Bachstraße) sein erstes Programm füllendes Konzert geben. Dass sich der Besuch lohnen wird, zeigte der junge Künstler mit seinen Beiträgen, Beethovens Sonate Nr. 31, Bartoks Rumänischen Tanz op. 8a, vor allem aber mit den virtuos vorgetragenen Bravourstücken, Liszts Ungarischer Rhapsodie Nr. 11 und Chopins Polonaise op. 53, der „Heroique“, mit denen das Konzert nach zweieinhalb Stunden unter Ovationen des Publikums enden sollte.

Konzert auf Burg Adendorf: Nico Heinrich. (Foto: W. Ley)

Der Tenor Nico Heinrich aus Berkum, Jahrgang 1983, kürzlich erst Bundessieger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ in seiner Sparte, profitiert von seiner gründlichen Gesangsausbildung. Seine wunderbar lyrische Stimme, der er auch Kraft und den Renaissancehof der Burg Adendorf füllendes Volumen geradezu spielerisch verleihen kann, zog die Zuhörer schnell in ihren Bann.
Begleitet von Thanh Mai Nguyen trug er Liszts „Fischerknaben“ ebenso überzeugend vor wie Verdis Belcanto-Bravourstück, der Arie des Manrico aus dem „Trubadour“ oder nach der Pause von Webers „Wehen mir Lüfte Ruh“ aus der Oper „Euryanthe“ und – besonders beeindruckend – Schuberts „Der Zwerg“.

Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Döring konnte als Moderator Konzert auf Burg Adendorf: Tristan Müller. (Foto: W. Ley)zwischenzeitlich Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher und Bürgermeister Theo Hüffel begrüßen,
bevor er den 1995 geborenen Trompeter Tristan Müller aus Villip vorstellte. Der junge Musiker trug, begleitet von Vater Christoph Müller, Telemanns Suite Nr. 1 und nach der Pause virtuos und kraftvoll „Conversation for Cornet“ des Amerikaners Clare Grundmann vor. Sein sympathisch-jungenhaftes Auftreten verbunden mit der Handhabung seines schwierigen Instruments (er ist Bundespreisträger) sicherte ihm den großen Beifall des Publikums.

 

Konzert auf Burg Adendorf: Jens Kratzenberg. (Foto: W. Ley)

Die Runde der jungen Interpreten komplettierte der 1987 geborene Jens Kratzenberg aus Villip, inzwischen Student an der Musikhochschule in Köln. Auch er ist Preisträger auf Bundesebene und keineswegs auf das klassische Klavierrepertoire beschränkt; Jazz, populäre Musik und das Arrangement gehören zu seinen Vorlieben ebenso. Seine Interpretation der Beethoven-Sonate Nr. 5 in c-Moll war ein weiterer Höhepunkt des Konzerts wie auch nach der Pause Liszts Sonett 104 del Petrarca, meisterhaft vorgetragen. Ergriffenheit war manchem Zuhörer besonders bei der Beethoven-Sonate anzumerken.


Hätte der Burghof einen Theatervorhang gehabt, es hätte zahlreiche „Vorhänge“ gegeben, als Hans-Jürgen Döring zum Schluss alle Interpreten zusammen auf die „Bühne“ bat. Das begeisterungsfähige Publikum entsprach den begeisternden Leistungen der jugendlichen Musiker.
Konzert auf Burg Adendorf: Konzert auf Burg Adendorf: Rund 250 Gäste waren zum Konzert auf Burg Adendorf gekommen. (Foto: W. Ley)
Der stellvertretende Vorsitzende Alfred Schneider überreichte Blumen an die jungen Damen wie auch an Hausherrin Gabriela Baronin von Loe und an Christa von Düsterlho, die sich ganz besonders um die Ausrichtung des Konzerts verdient gemacht hatten.

Bei strahlendem Sonnenschein standen auf Einladung des Vereins noch viele Gäste vor der prächtigen Burgkulisse bei einem Glas Sekt oder Wasser zusammen, um Gespräche mit den jungen Künstlern zu führen. (H.J.D.)