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Der Töpferort Adendorf

Der Aufstieg Adendorfs zu einem rheinischen Töpferzentrum begann Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Zuzug einiger Westerwälder Kannenbäcker.

TöpferkunstDamit steht Adendorf in der langen Tradition der rheinischen Steinzeugproduktion, die um 1200 begann, von wenigen Töpferfamilien beherrscht wurde und die von Frechen über Siegburg in den Westerwald gewandert war. Die Töpfer im Westerwald steckten damals durch Kriegseinwirkungen, Erbteilungen und Zunftstreitereien in einer ernsten Krise.

Der Besitzer der Burg Adendorf, Friedrich Ferdinand von der Leyen, der zugleich Landesherr der kleinen reichsunmittelbaren Herrschaft Adendorf war und seine Residenz in Koblenz hatte, kannte nicht nur die Not der Töpfer aus dem Westenwald, sondern auch die lokalen Adendorfer Vorzüge für dieses Handwerk: guter Ton in geringer Tiefe, Holz zum Brennen im nahen Kottenforst und die günstige Verkehrslage, die den Absatz der Töpferware garantierte. Nahe gelegene Märkte waren die Städte Bonn und Köln, von wo aus die Gefäße per Schiff auch nach Holland und England gingen, sowie der umliegende ländliche Raum. Die Bauern der Voreifel und die Winzer von der Ahr waren hier die Hauptabnehmer des salzglasierten Geschirrs.

Ein weiterer Adendorfer Standortvorteil war der vom Burgherrn zugesagte sichere und kostengünstige Salzbezug, denn die Familie von der Leyen war schon seit 1571 an der holländischen Salzkompanie beteiligt. Salz, damals noch ein teurer Rohstoff, wurde nämlich in großen Mengen für die Herstellung des salzglasierten Steinzeugs gebraucht. Einige junge Westerwälder Töpferfamilien waren bereit, dem Ruf nach Adendorf zu folgen und hier einen Neuanfang zu wagen. Im Jahre 1743 kamen die ersten beiden Familien. Innerhalb weniger Jahre zogen weitere Kannenbäcker nach. Die Adendorfer Töpfer sind die Nachfahren dieser Pioniere, wie Ihre Namen noch heute unschwer erkennen lassen. Trotz aufkommender Porzellanmanufakturen haben sich die Adendorfer Töpferbetriebe ihren Marktanteil sichern und ihre Ursprünglichkeit bis heute erhalten können.


Das Töpferhandwerk in Adendorf seit 1743 ... von Margit Euler
(erschienen im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises, Ausgabe 26, Jahrgang 2011: Mühlen und Handwerk, herausgegeben vom Rhein-Sieg-Kreis, Edition Blattwelt, Niederhofen 2010, S. 90-98)

Angebote der Töpfergemeinschaft:

  • Töpferkurse
  • Gruppenführungen mit Vorführungen und Selbsttöpfern
  • Schautöpfern

Führungen und Preise auf Anfrage.

Informationen & Buchungen über den Rhein-Voreifel Touristik e.V., www.rhein-voreifel-touristik.de

Die Adendorfer Töpfer stellen sich vor :

Töpferei Paul Günther

Töpferstraße 25
53343 Wachtberg-Adendorf
Telefon: (02225) 2292
Internet: www.toepferei-guenther.de

Zu sehen sind Werkstatt und Tonaufbereitung (Mischkneter und Vakuumpresse) sowie ein zehn Meter langer historischer Kasseler Langofen und neue Öfen. Im Hof: Ausstellung traditioneller Salzglasur.

Töpferei Thomas Hansen

Erhard-Fischer-Straße 14 & Töpferstraße 26
53343 Wachtberg-Adendorf
Telefon: (02225) 78 74 
Internet: www.toepferei-hansen.de

Verkauf von Replikaten aus dem 16.Jahrhundert. Zu sehen sind Ausstellungen, Werkstatt und Ofenräume. Schauen Sie zu beim Drehen und beim Malen mit Erzfarben.

Peter Hansen Ceramic Design

Töpferstraße 26
53343 Wachtberg-Adendorf
Telefon (02225) 22 14
Mobil: (0177) 6424 744
E-Mail: info@phcd.de
Internet: www.phcd.de