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Selbstbewusst, verantwortungsvoll und kritisch

Poetry Slam 2018 … die Teilnehmer/innen auf der Bühne des Drehwerks 17/19. (Foto: Privat) Wachtberg-Adendorf - Zum „Wettstreit der Worte“ trafen sich kürzlich fünf junge Slammer aus Wachtberg und Umgebung im Drehwerk in Adendorf.

 In zwei Runden hatten sie die Gelegenheit zu zeigen, wie geschickt sie mit ihren Worten und ihren Vortragskünsten umgehen konnten. In maximal sieben Minuten pro Vortrag wurden die unterschiedlichsten Themen behandelt. Von der Frage, ob man der Versuchung nach einem Rindfleisch-Burger nachgeben sollte, bis hin zu Suizid und der Gefühlswelt von Geflüchteten war viel dabei.

Ausverkauft
Zum dritten Mal luden die Wachtberger Jugendfachkräfte Claudia Schmidt (Gemeinde Wachtberg) und Frank Fongern (Evangelische Kirchengemeinde Wachtberg) zu einem Poetry Slam ins Drehwerk ein. Nach einem großartigen Erfolg 2016 musste die Veranstaltung 2017 mangels Teilnehmern und Zuschauern kurzfristig abgesagt werden. In diesem Jahr nun kann wieder von einem vollen Erfolg gesprochen werden - die Veranstaltung war ausverkauft. In dem Bestreben, die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Wachtberg weiter auszubauen haben Schmidt und Fongern, die eigentlichen aus der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Wachtberg stammen, auch das Jonglieren mit Wörtern aufgenommen.

Vielschichtige Themen
Dabei durfte das Thema Jugendsprache nicht zu kurz kommen, dem sich Joshua, 24 Jahre, widmete. Er erinnerte daran, dass „man sich um Sprache kümmern muss.“ Mit 12 Jahren der jüngste Teilnehmer war Benjamin, er machte mit seinem Slam klar, dass man auch nach Rückschlägen nicht den Mut verlieren darf und weiter machen muss, bis man am Ende gewinnt.
Siegerin des Abends war Charlotte, 15 Jahre, aus Wachtberg. In ihrem ersten Slam ging es um ihre eigene Innenwelt und der Frage, wie sie sich selbst sieht. Sie findet für sich den Sinn des Lebens darin, die Gefühle, die das Leben zu bieten hat, zu durchleben und weiß sicher: „ich verstell mich nicht für andere“. In ihrem zweiten Slam, der eine Dauer von 6:36 Minuten hatte, widmete Charlotte sich dem Thema Freundschaft und versicherte in ihrem Text, „dass sie die eine sei, die bleiben würde, auch wenn alle anderen gehen“.
Den zweiten Platz belegte Maike, 18 Jahre, ebenfalls aus Wachtberg. In ihrem Text rief sie dazu auf, dass alle Menschen sich in der Verantwortung sehen müssten, sich um die hohe Zahl von Suizidgefährdeten zu kümmern. Auch in ihrem zweiten Slam scheute sie nicht davor, sich einem eher schwierigen Thema zu stellen - dem Umgang der Menschen mit ihrem eigenen Planeten. Maike schreibt, dass die Welt sich nicht bessern kann, solange „die westliche Welt [..] ihren Kuchen nicht teilen [will]“.
Humorvoll war ebenso der spontanste Text des Abends. Michael, 15 Jahre, aus Wachtberg, ist mit seiner politischen Satire circa 4 Stunden vor Beginn des Poetry Slams fertig geworden und endete provokant mit der Frage: „Politik – wer braucht schon sowas in einem Wirtschaftsstaat?“

Das Pausenprogramm zwischen den zwei Slam-Runden wurde in diesem Jahr übernommen vom Jugendpfleger des Rhein-Sieg-Kreises, zuständig für Alfter, Swisttal und Wachtberg, Jan Viell. Ausgestattet mit einer Gitarre spielte er sowohl eigene als auch Coversongs. Kurz vor Beginn der zweiten Runde hatte auch die Moderatorin des Abends, Nour Kharabsheh, die auch selbst slammt, die Möglichkeit, ihren Text zum Thema Hochzeiten vorzutragen. Auf humorvolle Weise kategorisierte die Vorsitzende des Wachtberger Jugendrats die verschiedenen Typen von Hochzeitsgästen.

Erfolgreicher Poetry Slam 2018
Am Ende des Abends blickten die Organisatoren Schmidt und Fongern auf eine erfolgreiche Veranstaltung zurück. Davon beflügelt begannen gleich die Überlegungen, ob es im nächsten Jahr einen Slam gibt oder doch erst wieder 2020.
Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Drehwerk 17| 19 selbst sowie dem Verein Kunst und Kultur in Wachtberg, der auch in diesem Jahr wieder eine Geldspende von 300 Euro für die Veranstaltung bereitstellte. Die restlichen Kosten wurden aus weiteren Spendengeldern für die Jugendarbeit in Wachtberg finanziert. (C. Schmidt)