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Drehendes Holz, sich kräuselnde Späne - Einblick in eine Drechselwerkstatt

Josef Kemp: Den Innenhof der schönen Fachwerkanlage zierten bunte ‚Nanas‘ von Regine Reinelt. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Villip (mm) – Einmal einem Drechlser bei der Arbeit über die Schulter schauen. Vielleicht sogar selber einen Versuch wagen? In den diesjährigen Wachtberger Kulturwochen war das möglich.

12. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Der mit seinen wunderschönen Holzobjekten weithin bekannte Josef Kemp öffnete in diesem Sommer das große Tor seiner bezaubernden Villiper Hofanlage nicht für eine Ausstellung, sondern für einen Blick in seine Werkstatt.

Die meisten kennen Kemps gedrechselte Holzarbeiten aus dessen Teilnahme an den letzten Wachtberger Kulturwochen oder anlässlich dessen jährlich stattfindender HofArt. Da verwandelt sich die Werkstatt regelmäßig in einen Galerieraum. Die Arbeitsgeräte verschwinden größtenteils hinter weißen Paneelen, damit die Objekte davor besser zur Geltung kommen.

Rund - mit Feingefühl und handwerklichem Geschick

Jetzt war das anders. Die ganze Vielfalt des Drechsel-Handwerks zum Anschauen. An der rückwärtigen Wand bogen sich die Regale unter unzähligen Holzblöcken, sortiert nach Größe und den unterschiedlichen Holzarten. Auf der gegenüberliegenden Fensterseite die große Drechselmaschine und die Werkbank, griffbereit daneben eine Vielzahl von Werkzeugen – Drechselmesser, Drechseleisen, Stähle in oval, schräg und flach, alles fein säuberlich nach Größen geordnet.

Josef Kemp: Gedrechselt - eine hauchdünne kleine Schale mit feiner Maserung. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

 

Und dann dreht es sich, das Holz auf der Drechselmaschine, Kemp hat zuvor eine runde Holzscheibe eingespannt. Er führt das Drechseleisen ans sich drehende Holz, mit geübtem Druck bringt er das Objekt nach und nach in die gewünschte Form. Holzspäne kräuselt sich von der Hand auf den Arm. Man ahnt, welch langwieriger Prozess das Drechseln ist, und vor allem, welch Feingefühl und handwerkliches Geschick erforderlich ist, um teils derart filigrane Ergebnisse zu erzielen, wie sie Kemp auf immer wieder erstaunliche Weise gelingen.

Die kleine, hauchdünne Schale mit der zarten Maserung schaut man danach mit ganz neuem Blick an.


„Und, waren ein paar Mutige unter den Besuchern dabei, die das Drechseln selbst ausprobiert haben?“ Kemp nickt und erzählt, dass sich einige getraut haben. Kreisel habe er sie machen lassen, das gehe schnell und sei immer ein schönes Erfolgserlebnis.

Josef Kemp: Den Innenhof der schönen Fachwerkanlage zierten bunte ‚Nanas‘ von Regine Reinelt. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)

 

Rund – mit Farbe und praller Lebenslust

Ein ganz anderes Rund zeigten die „Nana“-Figuren von Regine Reinelt, die Kemp als Gastkünstlerin mit ins Boot genommen hatte, pardon … in den Innenhof.

Groß, prall und bunt standen sie dort neben blühenden Blumen. Zusätzliche leuchtende Farbtupfer und lustige Hingucker, Lebenslust pur!