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Meine Beine, Deine Beine - StaubFrei mit Schlagern der 20er- bis 40er-Jahre

Staubfrei: Sängerin Annette Briechle begeisterte mit ihrer Stimme das Publikum. (Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Ließem (mm) – Die ersten Töne kamen vom Bass, nur vom Bass, eine ganze Weile lang. Ungewohnte Klänge, beinahe experimentell. Moment, sollte das nicht ein Konzert mit alten Schlagern sein?

12. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

 

„Habe ich mich verlesen?“, mag sich der eine oder andere Gast gefragt haben. Aber nein, Sängerin Annette Briechle war, wie im Programm angekündigt, auch dabei. Das musste richtig sein.

Und so war es auch. Nach einer Weile schlug das einleitende Bass-Solo von Gerd Brenner um und seine Mit-Musiker Volker Jung an Trompete und Flügelhorn, Andreas Merziger am Piano und Uli Schmidt am Schlagzeug ließen aus vollem Herzen beste Swing-Musik erklingen. War doch richtig!

Und welches Lied stimmte Briechle als erstes an? Was konnte passender sein, als mit einem Schmunzeln zu singen: „Die Männer sind alle Verbrecher.“ ‚Briechles Männer’ stimmten beim Refrain „Aber wie!“ jedes Mal lautstark mit ein. So hart wollten die Gäste aber nun doch nicht urteilen, zumindest nicht über „StaubFrei“. So nennt sich das Quintett. Mit „Frechen Schlagern der 20er- bis 40er-Jahre“ waren die fünf Vollblutmusiker, pardon… die vier Herren und eine Dame, angetreten, im Rahmen der 12. Wachtberger Kulturwochen im Köllenhof in Ließem für einen unterhaltsamen Sonntagvormittag zu sorgen.

Staubfrei: Sängerin Annette Briechle begeisterte mit ihrer Stimme das Publikum. (Gemeinde Wachtberg/mm)

 

Über die Liebe, die Sehnsucht und die Hoffnung

Der Raum war vollbesetzt, die Gäste in guter Laune, und so dauerte es gar nicht lange, bis immer mehr Gäste mit ihren Füßen im Takt der Musik mitwippten. Und so mancher Zuhörer sang - leise - ganze Lieder textsicher mit. Es war auch zu amüsant, als würde durch die alten Chansons eine längst vergangene Zeit wieder auferstehen. Da ging Briechle unter anderem der Frage nach: „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?“, oder mokierte sich über „Verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse“. Doppelmoral?! Auch die Lieder… ein Spiegel ihrer Zeit.

Banales, aber für die Herren der Schöpfung im wahrsten Sinne des Wortes entblößend, wurde als nächstes aufs Korn genommen: „Wo sind Deine Haare, August?“

 

Staubfrei: Sängerin Annette Briechle begeisterte mit ihrer Stimme das Publikum. (Gemeinde Wachtberg/mm)

 



Über starke Frauen und schöne Männer

Die Frauen von damals verstanden auf ihre Art und Weise, die Männer zu nehmen. Ja, so manche zeigte sich selbstbewusst und sang: „Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will!“ Ach, und die Beine! Waren das noch Zeiten, als verschämt oder ganz bewusst damit geflirtet wurde… „Meine Beine, Deine Beine“ oder „Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans?“. Von einer flirtmäßig erfolglosen Begegnung erzählte Briechle in dem Lied „Vis-à-vis“, in der die Frau den Mann ihr gegenüber ansieht, dieser aber davon unberührt bleibt, und das, wo sie doch so gerne auf dessen Schoß sitzen würde.
Und so nahm StaubFrei die Zuhörer mit auf eine Reise in fast vergessene Zeiten, Briechle sang über die Hochs und Tiefs der Liebe, über die Hoffnung – beeindruckend ihre Interpretation von „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh’n“ – über Sehnsüchte und – zu guter letzt – auch über schöne Männer: „Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist?“.


Die Musiker begeisterten mit einem perfekt eingespielten und passend zum Liedgenre umgesetzten Klangkörper, der den ausdrucksstarken Gesang von Annette Briechle aufs Beste untermalte.

"Chapeau, StaubFrei! Küss die Hand, Annette!"