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Eis und Schnee im Hochsommer - Bildervortrag über Spitzbergen und Grönland

Spitzbergen/Grönland: Eisberge. (Foto: Winfried Scheler) Wachtberg-Villip (mm) – Es heißt, dass man im Hochsommer die Hitze weniger stark empfindet, wenn man sich Nordpol-Fotos oder ähnlich winterlich Anmutendes anschaut. Alleine das Betrachten und sich Einfühlen in kältere Temperaturen würde einen schon etwas abkühlen.

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Das dachten sich wohl auch die zahlreichen Gäste, die sich im Rahmen der 11. Wachtberger Kulturwochen zu Winfried Schelers Bildervortrag über Spitzbergen und Grönland in der Hofanlage Kemp einfanden.

Die schöne Galerie im Obergeschoss bot einen geeigneten Raum für die Foto-Projektionen. Das Gastgeberpaar, Bärbel und Josef Kemp, hatte die offenen Fenster abgedunkelt, ein leichter Windhauch verirrte sich ab und zu ins Innere … alles in allem ein perfektes Ambiente an diesem heißen Sommertag.

Spitzbergen/Grönland: Teilweise gefährlich nah wagen sich die Fischer mit ihren Booten an die Eisberge heran. (Foto: Winfried Scheler)

Und dann ging es auch schon auf die Reise in nördliche Gefilde – gedanklich und bildlich zumindest. Nach kurzen einleitenden Erläuterungen zu seinen wiederholten Exkursionen nach Spitzbergen und Grönland dauerte es auch nicht lange und die Zuschauer wähnten sich schnell in der kargen Natur oder den eisbedeckten Weiten des Nordens.

 

 

Zu Eisbär und Polarfuchs

Spitzbergen, so Scheler, sei die nördlichste bewohnte Inselgruppe. 60 Prozent sind eisbedeckt, von Ende Oktober bis Mitte Februar bleibt es auch tagsüber dunkel. An Bord eines Segelbootes seien er und seine Frau im Oktober 2016 in mehrere Fjorde hineingefahren. Fotos von Gletschern und beinahe vegetationslosen Hügellandschaften ließen erahnen, an welch besondere Umstände die wenigen dort lebenden Menschen sich anzupassen haben. Landgänge sind nur mit einem Führer und ausgebildeten Jäger erlaubt … die Eisbären seien unberechenbar. Spitzbergen/Grönland: Von Eisbergen abgebrochene Eisstücke am Strand. (Foto: Winfried Scheler)


Auch Polarfüchse, eine spezielle, kurzbeinige Rentierart und Bartrobben fühlen sich in diesen Breiten wohl. Letztere seien richtig neugierig gewesen und ganz nah ans Boot herangekommen, erzählte Scheler und zeigte Fotos dieser für uns seltenen Tiere.

Interessant waren daneben Fotos von maroden Holzbooten und verlassenen -hütten, Überbleibsel der ersten Expeditionsteams. Ebenso massenhaft am Strand liegengebliebene Skelette und Knochen aus der Zeit vor hundert Jahren, als dort noch Belugawale gejagt wurden. Inzwischen sind diese Relikte vergangener Zeiten unter Schutz gestellt. Als Zeitdokumente sollen sie in ihrem natürlichen Verfall-Prozess so lange wie möglich erhalten bleiben, was bei den vorherrschenden Temperaturen kein Problem sein wird.

​In Eis und Schnee

Spitzbergen/Grönland: Abenteuer – mit Huskys unterwegs. (Foto: Winfried Scheler)


Nach Grönland gereist sind die Schelers Anfang Mai. Zu der Zeit, so Scheler, ist es fast rund um die Uhr taghell. Grönland ist zu 90 Prozent eisbedeckt.

Die Fotos zeigten dann auch unzählige Eisberge, eine Formation beeindruckender als die andere. In der Regel sei nur ein Siebtel eines Eisberges oberhalb des Wassers zu sehen, hier, in Grönland, gab es jedoch viele, die wesentlich weiter emporragten, wusste Scheler zu berichten. Derart riesige Eisberge seien ein außergewöhnliches Erlebnis.

Natürlich gab’s auch eine Husky-Tour. Anders als in Skandinavien ziehen die Hunde nicht hintereinander angeleint den Schlitten, sondern im Pulk von bis zu elf Hunden. Da müssen nach jeder Fahrt die Leinen erst einmal entwirrt werden.

Eine andere Grönlandreise führte das Paar im April an die Südküste, wo es wieder auf einem Boot unterwegs war. Von dort stammten zahlreiche Fotos von Buckelwalen, Schneehasen und -hühnern.


... und, war es den Gästen nun weniger warm beim Anblick derart eisiger Regionen? Ein wenig schon, aber gefreut über die kleine Pause mit kalten Getränken haben sich dann alle doch.