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Politik-Kuriositäten für Bonns „gute Stube“

Archiv:Dass auch ein Bundesgesetzblatt durchaus amüsant sein kann, zeigt Ernst Jörg Kruttschnitt (Mitte) Wachtbergs Bürgermeisterin Renate Offergeld und Archivar David Held. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm) Wachtberg-Pech/-Berkum (mm) – Wer erinnert sich nicht an die Zeit, als Bonn noch Bundeshauptstadt war. Als die Gemeinde Wachtberg für eine große Zahl der Bonner Beamten zu deren Zuhause und deshalb oft als „Bonns gute Stube“ betitelt wurde. Der in Pech wohnende Journalist Ernst Jörg Kruttschnitt hat in der Zeit von 1964 bis 1990 viele Geschichten der Bonner Republik miterlebt, darunter aberwitzig Kurioses und irrsinnig Bürokratisches. In einer Ausstellung hatte er vor einigen Jahren solche Raritäten zusammen getragen. Nun hat Kruttschnitt diese Sammlung dem Archiv der Gemeinde Wachtberg überlassen.

„Wir haben gerne in Wachtberg gelebt. Meine Frau und ich waren sehr glücklich hier“, blickt Kruttschnitt auf die letzten fünfzig Jahre zurück. Nun, da sie beabsichtigten, in die Nähe ihrer Kinder zu ziehen, sei es ihm, so Kruttschnitt, ein besonderes Anliegen, seine seinerzeit präsentierte Ausstellung „Aus dem Raritätenkabinett der Bonner Republik“ auch weiterhin in Bonns guter Stube zuhause zu wissen.


Eine augenzwinkernde Liebeserklärung

Archiv: Auf diversen Fotos hat Kruttschnitt die Zeit festgehalten, als Bonn Bundeshauptstadt war, und dabei so manche Kuriosität eingefangen. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)Bürgermeisterin Renate Offergeld und der seit Oktober letzten Jahres in der Gemeinde Wachtberg als Archivar beschäftigte David Held erlebten beim Besuch des Ehepaares in Pech beim Blick auf die über 100 Exponate auf rund 40 Tafeln das eine oder andere Déjà-vu. Kruttschnitts Fotos und Texte der besonderen Art machen Bonns Zeit als Bundeshauptstadt wieder lebendig und zeigen, stets mit einem zwinkernden aber immer liebevollen Auge, dass Politik auch ganz schön verrückt sein kann. Briefe mit eigenhändigen Korrekturen von Konrad Adenauer sind dabei; in einem empört sich dieser darüber, dass die Bonner Metzger Kalbsleber viel zu teuer verkaufen, und weist den Wirtschaftsminister an, dies zu unterbinden. Selbst Formulierungen einiger Gesetzestexte werden bei genauerer Betrachtung zu Meisterwerken bürokratischen Unsinns. Dass sich Skurriles nicht nur im schriftlichen Fundus der an der politischen Arbeit Beteiligten findet, sondern auch im Alltag, beweist Kruttschnitt zudem mit zahlreichen Fotos. Mit offenen Augen hat er damals mit seiner Kamera so manche Szene im Bild festgehalten, jene Jahre, als von Bonn aus die Geschicke der Bundesrepublik gelenkt wurden. Staatsbesuche auf rotem Teppich, politische Debatten, daneben weidende Kühe im Ländchen … in Bonn war alles eben etwas kleiner und beschaulicher als in anderen Hauptstädten. Archiv: Bürgermeisterin Renate Offergeld und Archivar David Held danken Ernst Jörg Kruttschnitt (Mitte) für die interessante Spende. (Foto: Gemeinde Wachtberg/mm)


Ein Blick zurück – jetzt im Wachtberger Archiv

Offergeld und Held dankten Kruttschnitt für die Überlassung der Ausstellung, die jetzt im Archiv der Gemeinde Wachtberg aufbewahrt wird. Eine erneute Ausstellung der Exponate ist zu gegebener Zeit beabsichtigt, ein Termin steht jedoch noch nicht fest.
Wer sich für die Sammlung von Ernst Jörg Kruttschnitt interessiert, kann sich - nach Terminvereinbarung - die Exponate gerne im Archiv anschauen.

Archiv der Gemeinde Wachtberg im Rathaus, Rathausstraße 34,
53343 Wachtberg-Berkum, Ansprechpartner: David Held, Telefon: (0228) 9544-168 (Mo, Die, Mi – vormittags)