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Kunst – nicht mit Pinsel und Farbe sondern Nadel und Faden

Quilt-Ausstellung: (v.l.n.r.) Monika Linden, Ingrid England und Brigitte Pfeiffer mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Ursula Perkams (es fehlt: Marlies Mattick). (Foto: GW) Wachtberg-Berkum – Nachdem im letzten Jahr erstmals auch eine Quilt-Ausstellung bei den Kulturwochen mit auf dem Programm stand und diese Besucherrekord verzeichnete, stellten die Quiltdamen auch bei den diesjährigen 6. Wachtberger Kulturwochen im Limbachstift in Berkum wieder ihre Kunstwerke aus.

 

 

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Und Kunstwerke sind es wahrlich, die Ingrid England, Monika Linden, Marlies Mattick und Brigitte Pfeiffer aus den verschiedensten Stoffen an der Nähmaschine oder per Hand mit Nadel und Faden in oft monatelanger Arbeit herstellen. Wer bei Quilts noch an Decken aus mehreren unterschiedlich gemusterten Quadraten dachte, wurde von ihnen eines Besseren belehrt angesichts der Arbeiten, die die Gruppe jetzt erneut präsentierte. Natürlich waren auch Quiltdecken ausgestellt, aber die verschiedenen Techniken, mit denen die Muster darauf erzielt wurden, waren eine raffinierter als die andere. Besonders zum Staunen brachten die Gäste auch in diesem Jahr wieder die vielen Wandbehänge, Bildern gleich, denen man oft erst bei näherem Hinsehen anmerkte, dass die dargestellten Szenen nicht gemalt sondern aus verschiedenen Stoffen zusammengestellt und aufgenäht worden waren.

Quilt-Toscana-Impressionen von Brigitte Pfeiffer. (Foto: GW)
Brigitte Pfeiffer
zeigte großartige Landschaftsbilder. Da entsteht aus mehreren Stoffen in Rosttönen eine Szenerie in der Toscana. Ein anderes, aus circa 30 verschiedenen Stoffen zusammengesetztes, stellt einen „englischen Garten“ dar. Wunderbar in seiner Farbenpracht wirkt es durch die Plastizität der wattierten Absteppungen umso realistischer, die Blumen scheinen fast zum Greifen nahe.

Auf anderen „Bildern“ hat Pfeiffer afrikanische Impressionen festgehalten. „Jenseits von Afrika“ ist eines mit einem großen Elefanten betitelt, daneben sind Frauen mit Wasserkrügen auf dem Kopf in einem Kraal dargestellt. Quilt-Giraffen an der Wasserstelle von Marlies Mattick. (Foto: GW)

Dem Thema Afrika hat sich die Gruppe gemeinschaftlich gewidmet. Es findet sich auch in den Arbeiten von Marlies Mattick wieder, auf deren Wandbehängen u. a. Giraffen in der Steppe zu sehen sind. Sehr schön auch Matticks „Herbststimmung in England“, das in wunderschönen Herbstfarben bzw. -stoffen ein Cottage inmitten eines Waldes zeigt. Auch die freie Schneidetechnik hat sie in ihren Arbeiten angewendet. Dabei wird das Muster freihändig ausgeschnitten, ohne dass es einem vorgezeichneten, zumeist grafischen Schnittmuster folgt, wie es zum Beispiel für Applikationen typisch ist.

Eine besondere Form der Applikation zeigte hingegen Ingrid England.
Quilt-Decke von Ingrid England (li.). (Foto: GW)
„Inspirationen aus Japan“ hat sie einen 180 mal 125 Zentimeter großen Quilt genannt, der aus sieben mal vier Quadraten zusammengesetzt ist. Die Muster der einzelnen Quadrate, von denen keines dem anderen glich, hatte sie japanischen Büchern entnommen und zum Teil noch bestickt. Eine besondere Streifentechnik hatte sie bei einer großen Tagesdecke angewendet, die mit einer unterschiedlichen Vorder- und Rückseite aufwartete. Mehrere Monate hat sie daran gearbeitet.

Quilt-Wandbehang von Monika Linden. (Foto: GW)

 

Monika Lindes Wandbehänge beeindruckten durch ihre grafischen Muster und eine freie Schneide- bzw. Wellentechnik. Auch hier wurde ohne Schablone frei geschnitten und die so entstandenen Wellen versetzt übereinander gelegt. Das Quilten, das Zusammenfassen der drei Stofflagen, so Linden, mache sie zum Schluss dann immer per Hand.

Quilt-Tombola: Als Glücksfee zog die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Perkams die Gewinnerlose. (Foto: GW)
 


Auch eine Tombola mit attraktiven Preisen hatten die Quiltfreundinnen wieder gestiftet. Den Erlös der 200 verkauften Lose à ein Euro spendeten sie wie im Vorjahr dem Limbachstift.

„Kultur mit einem sozialen Zweck zu verbinden, das ist für alle ein Gewinn“, freute sich die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Perkams, die als Glücksfee die zehn Gewinnerlose zog. Als Hauptpreis winkte eine große Patchworkdecke – sie ging an eine Kulturwochen-Besucherin aus Königswinter. (GW)