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Kleines, feines Konzert in der Holzemer Kapelle

Ensemble Knebel: (v.l.n.r.) Aloysia Schwäbig, Jeannine Gemein und Gisela Knebel. (Foto: GW) Wachtberg-Holzem – Die einst vom großen Sänger Anton Raaff gestiftete und dem Heiligen Nepomuk gewidmete Kapelle in Holzem war bis in die letzte Bank besetzt. Ein Konzert mit Musik und Tänzen aus fünf Jahrhunderten, zu dem das Ensemble Gisela Knebel im Rahmen der 6. Wachtberger Kulturwochen hierhin eingeladen hatte, hatte die Besucher in diesen beschaulichen Ort der Ländchengemeinde geführt.

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Das Programm, das Gisela Knebel gemeinsam mit Jeannine Gemein und Aloysia Schwäbig zusammengestellt hatte, umspannte Musik aus der Zeit der Renaissance, des Barock bis hin zur Wiener Klassik. Die im Innenraum prächtig ausgeschmückte kleine Kapelle bildete einen ganz besonderen Rahmen. In ihrer begrenzten Räumlichkeit und Intimität verlieh sie dem Konzert ein wenig den privaten Charakter eines Hauskonzerts gepaart mit der ruhigen Andächtigkeit einer Kirche. So wurde der Abend für die Gäste auch zu einer Auszeit aus dem geschäftigen Jetzt.

Jeannine Gemein spielte verschiedene Flöten – Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassblockflöte. Gisela Knebel selbst begleitete sie auf der Gitarre oder griff ebenfalls zu Alt- und Bassblockflöte. Aloysia Schwäbig zupfte die Akkordzither. Zum Teil als Duo, zum Teil als Trio präsentierten sich die drei Musikerinnen. Den Anfang machte Musik des 16. Jahrhunderts. Gemein, die mit ihrer charmanten Art auch die Moderation dieser musikalischen Reise inne hatte, erläuterte, dass zu dieser Zeit Instrumente gerne bunt gemischt wurden - eine Zusammensetzung wie die ihre wäre durchaus nicht ungewöhnlich gewesen. Es erklangen das bekannte alte englische Volkslied „Green sleeves“, ein sehr schönes, anonymes „Lautenstück“, zwei „Allemand“s, sowie ein „Ballett“ und eine „L’Espagnolette“, beide aus dem späten 16. und beginnenden 17. Jahrhundert.

Ensemble Knebel in der Holzemer Kapelle. (Foto: GW)

In das 17. Jahrhundert tauchten die Zuhörer mit dem folgenden Stück ein – eine Sarabande nach einem alten Lautenstück, als Gitarrensolo von Gisela Knebel vorgetragen. Melodiös auch noch in der zweiten und dritten Stimme seien die Tänze dieser Zeit, berichtete Gemein. Die anschließenden Menuette, Bourrées und Pastorales machten das deutlich. Sehr schön im Zusammenspiel eine Bourrée und eine Sarabande, die Gemein und Knebel im Duo, beide Altblockflöte spielend, vortrugen. Mit der anschließenden Fuga I und II von Pachelbel beeindruckten die zwei Musikerinnen dann auf Bassblockflöten.

Aus dem 18. Jahrhundert hatte das Ensemble Mozarts Sonate A-Dur ausgewählt, aus dem es den ersten Satz spielte – als Duo mit Knebel an der Gitarre und Schwäbig an der Zither. Zur Zither wusste Gemein zu berichten, dass es kaum Unterlegnoten für dieses Instrument zu den für diesen Abend ausgesuchten Stücken gebe. Gisela Knebel habe diese, bis auf eine Ausnahme, alle selber erstellt. Es folgte Händels „Impertinence“, das Gemein und Knebel wieder auf zwei Altblockflöten zum Besten gaben. Das 19. Jahrhundert wartete mit Carullis „Andante gracioso“ auf – einem sehr gefühlvollen Stück, das auf verschiedenen Flöten und abwechselnd mal mit Gitarren- oder Zitherbegleitung erklang. Mit Wölkis „Kleine Suite in G-Dur“ war die Reise im 20. Jahrhundert angelangt.

Das Konzert endete mit dem Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“, zu dem Knebel die Zuhörer zum Mitsingen aufforderte. „Danke, dass Sie alle gekommen sind“, schloss Gisela Knebel den Abend … um dann ein „Ist doch schön hier in der Kapelle?“ anzufügen.

Einhellige Zustimmung aus dem Publikum und langer Applaus waren der Dank für dieses kleine, feine Konzert. (GW)