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Hörner und Hana - Hornquartett begeisterte im Köllenhof

Hornquartett: Kirika Rotermund-Nakamura (re.) und Izumi Yabuuchi mit (v.l.n.r.) Wilfried Winkelhog, Frank Rotermund (Moderation) und Markus Müller. (Foto: GW) Wachtberg-Ließem – Mit Hana, dem japanischen Wort für Blumen, war ein Stück aus dem Programm betitelt, mit welchem das Hornquartett um die in Villip ansässige Hornistin Kirika Rotermund-Nakamura im Rahmen der 6. Wachtberger Kulturwochen im Köllenhof in Ließem die vielen Zuhörer begeisterte.

 

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Ein Konzert der besonderen Art hatte das Ensemble angekündigt, dem noch die aus Japan angereiste Hornistin Izumi Yabuuchi sowie Wilfried Winkelhog, Mitglied des Deutschen Ärzteorchesters, und Markus Müller, ehemaliges Mitglied des Bundeswehrorchesters, angehörten. Frank Rotermund übernahm die Moderation der „Reise durch die Geschichte der Hornmusik“.

Wer hat bei Hörnern nicht zuerst Jagdszenen im Kopf? Und so bildete auch eine Jagdfantasie den Auftakt. Händels „Wassermusik“ aus der Suite in D-Dur sowie dessen Feuerwerksmusik schlossen sich an, bekannte Stücke, die aber in dieser wohl eher selten gehörten Version eines Horn-Quartetts ganz neue Eindrücke hervor riefen.

Hornquartett: (v.l.n.r.) Kirika Rotermund-Nakamura, Izumi Yabuuchi, Markus Müller u. Wilfried Winkelhog. (Foto: GW)Was zu Händels Zeiten noch nicht möglich war, nämlich Halbtöne zu erzeugen, erläuterte Rotermund anschließend, war den Hornisten zur Zeit Mozarts bereist geläufig. Mittels einer bestimmten Technik ihrer Hände konnten diese das Tonspektrum merklich erweitern. Mozart setzte gerne Hörner in vielen seiner Stücke ein. Aus der „Zauberflöte“ hatte das Quartett schließlich auch den „Zaubermarsch“ auf dem Programm stehen.

Beethovens „Hymne an die Nacht“ aus der Klaviersonate Opus 57 schloss sich an. Mit dem Quartett B-Dur Opus 38 von Homilius bewies das Ensemble erneut seine Qualitäten. Abwechslungsreich, mal kräftig, dann wieder melodiös und verspielt klang dieses schöne Stück noch eine Weile nach.

Hornquartett: Kirika Rotermund-Nakamura (Horn) und Izumi Yabuuchi (Klavier). (Foto: GW)
Danach stand ein Ausflug nach Japan an, der Heimat der beiden Hornistinnen. Westliche Musik sei in Japan lange Zeit unbekannt gewesen, wusste Rotermund zu berichten. Erst 1879 sei sie durch den deutschen Militärmusiker Franz Eckert nach Japan gelangt, der unter anderem auch an der Entstehung der japanischen Nationalhymne beteiligt gewesen sein soll. So fremd die Originaltitel der folgenden japanischen Stücke auch geklungen haben mochten, umso überraschender mag für den einen oder anderen Zuhörer die Feststellung gewesen sein, dass die „Klänge aus Japan“ so fremd gar nicht waren.

Kirika Rotermund-Nakamura und Izumi Yabuuchi spielten die Stücke im Duo, abwechselnd als Horn-Solistin mit Klavierbegleitung oder mit zwei Hörnern. Von den japanischen Stücken „Soshun-fu“, übersetzt mit „Ode an die Frühlingszeit“, „Koujyou-no-tsuki“ - Der Mond an der Ruine, und „Hamabe-no-uta“ ging eine Leichtigkeit und manchmal auch eine Verspieltheit aus, die zuweilen an deutsche Lieder erinnerte. Besonders schön „Hana“ - Blumen, das Yabuuchi auf dem Horn sehr ruhig und innig vortrug, wobei sie die Melodien in Weiten zu tragen schien, wo diese noch lange nachklangen.

Hornquartett: Kirika Rotermund-Nakamura (re.) und Izumi Yabuuchi brachten  japanische Klänge in den Köllenhof. (Foto: GW)
Mit dem Programm zurück in Europa stand zum Schluss wieder Musik für alle vier Hornisten an.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde Horn ohne Ventile gespielt, führte Rotermund seine kleine Horn-Exkursion fort. Erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts und dank dieser neuerlichen Technik bietet das Instrument die ganze Tonpalette, so, wie wir sie heute kennen.
Das Quartett spielte darauf den „Hirsch-Kronen-Walzer“ von Wunderer, Homanns „Groß ist der Herr“ und „Volkslied und Märchen“ von Komzak, das die vier Musiker fröhlich, leicht und gut gelaunt darboten. Mit dem modernen, sehr rhythmischen „Frippery No. 5“, das durch sein Wechselspiel der einzelnen Hörner und seinen lustigen Schluss beeindruckte, beendeten Kirika Rotermund-Nakamura und ihre drei Musikerfreunde das Kammerkonzert.

Das Publikum dankte ihnen für diese interessante musikalische Reise mit lang anhaltendem Applaus. (GW)