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Ich sehe was, was du nicht siehst - Einblicke in die Kunsttherapie

Beatrix Mursch (re.), hier mit Brigitte Marx, gewährte Einblicke in ihre kunsttherapeutische Arbeit. (Foto: GW) Wachtberg / Bonn-Mehlem - Nicht wie gewohnt in ihren Garten in Werthhoven und zur Ausstellung eigener Bilder hatte Kunsttherapeutin Beatrix Mursch im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen eingeladen, sondern in ihre Werkstatt für künstlerische Malweisen in Bonn-Mehlem. Dort hatte sie den Fokus auf die Präsentation ihrer Projektarbeit Demenz gelegt, verknüpft mit dem Angebot, Einblick in die Kunsttherapie zu geben.

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

„Ich sehe was, was Du nicht siehst“ heißt das Projekt, in dem Mursch künstlerisch mit an Demenz erkrankten Personen arbeitet. Durch kreatives Gestalten und das Erproben verschiedener Techniken bietet sich diesen die Möglichkeit, spielerisch eigene Ausdrucksformen zu finden. Die sinnliche Wahrnehmung wird aktiviert. Die deutsche Alzheimergesellschaft bestätigt in einer Untersuchung über nichtmedikamentöse Behandlung, dass bis in sehr späte Phasen der Erkrankung wegen der lange überdauernden Emotionalität der therapeutische Zugang zu den Kranken so erhalten bleiben kann.

Beatrix Mursch zeigte beispielhafte Arbeiten u. a. auch aus Ton aus einem therapeutischen Kinder-Projekt. (Foto: GW)
In ihrem offenen Atelier zeigte Mursch nicht nur Arbeiten aus diesem Projekt, sondern bot Interessierten auch erste Informationen über weitere künstlerisch ausgerichtete Therapiemöglichkeiten an.

Unter anderem ... 
... für Kinder ab sechs Jahren in schwierigen Lebenslagen, deren Eltern nach einer kreativen Lösung für die Konfliktverarbeitung ihrer Kinder suchen
... sowie für Erwachsene, die Kunsttherapie kennen lernen wollen, um herauszufinden, ob diese nonverbale, kreative Therapie zu ihnen passt.

Nachmittags konnte Mursch einige Gäste begrüßen, die konkret dieses Angebot nutzen wollten. Mit ihnen unternahm sie eine kurze kunsttherapeutische Reise. Die Farbe Blau sollten die Teilnehmer in ihren, im Tagesverlauf verschiedenen Stimmungen und Ausprägungen künstlerisch zu Papier bringen. Die anschließende Besprechung schloss dabei neben der farblichen Betrachtung auch die individuellen Gedanken und Gefühle der einzelnen Probanden bei der Umsetzung des Themas mit ein.

Ein Vortrag zu „Kunst und Therapie“ von Brigitte Marx rundete den Nachmittag und den Einblick in die kunsttherapeutische Arbeit bei Beatrix Mursch ab. (GW)