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Kürrighovener Hofkonzert vom Feinsten - Deutsches Kunstlied traf auf Percussion

Hofkonzert: Traditionell überreichte Alfred Schneider zum Schluss allen Musikern eine Sonnenblume als Dankeschön. (Foto: GW) Wachtberg-Kürrighoven - Alfred Schneider ließ nach längerer Pause eine fast zwei Jahrzehnte alte Tradition wieder aufleben: Im Rahmen der 6. Wachtberger Kulturwochen lud er auf den Gudenauer Hof in Kürrighoven zu einem weiteren Hofkonzert. Offenbar hatten viele Musikfreunde sehnlich darauf gewartet, denn Innenhof und Scheune der alten fränkischen Hofanlage waren bis auf den letzten Platz gefüllt.

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Schneider, der als fachkundiger Moderator entspannt und auf sympathische Weise locker und humorvoll durch das Programm führte, präsentierte zunächst im Innenhof ein Ensemble junger Bläser unter der Leitung von Christoph Müller. Der Wachtberger Musiker und Pädagoge hatte mit Nina Tadei und Paul Schneider (Posaune) sowie Tabea Schumacher, Vincent Rau und Maximilian Schneider (Trompete) die Pavane von Claude Gervaise einstudiert. Und zwar äußerst erfolgreich, wie der lang anhaltende Applaus belegte.

Hofkonzert: Bläseroktett im Innenhof. (Foto: GW)
Danach erklang zwischen altem Fachwerk im Innenhof Wolfgang Amadeus Mozart: Ein Bonner Bläseroktett, organisiert von Kathrin Buss und Johannes Mertes, präsentierte Sätze aus seiner „Großen Nachtmusik“.

Der Zauber dieser musikalischen Eröffnung hielt auch an, als das Konzert - dem Wetter misstrauend - in der großen Scheune fortgesetzt wurde.

Dort spielte das Oktett Ohrwürmer aus Mozarts „Figaros Hochzeit“, gekonnt und einsatzsicher, was wegen der kurzen Zeit der Existenz dieses Ensembles - es spielte an diesem Abend erstmals in dieser Besetzung - durchaus bemerkenswert war.

Hofkonzert: Ingrid Wessels und Christoph Müller. (Foto: GW)

 

Was die Komponisten betraf, ging es an diesem Abend international zu: Ingrid Wessels (Klavier) und Christoph Müller (Trompete), beide aus Wachtberg, spielten Kompositionen des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan sowie zwei Sätze aus der zweiten Sonate des Dänen Thorwald Hansen.

Hofkonzert mit dem Pianisten Peter Bortfeldt. (Foto: GW)

 

 

 

 

Den Reigen seltener gehörter Klänge setzte der Bonner Pianist Peter Bortfeldt fort mit Werken des Spaniers Isaak Albéniz und Robert Schumann – alle Darbietungen von einem begeisterten Publikum bejubelt.

 

Hofkonzert: Ingrid Wessels und Nico Heinrich. (Foto: GW)

 

Der junge Wachtberger Tenor Nico Heinrich, begleitet am Klavier von Ingrid Wessels, hatte mit seiner schönen lyrischen Stimme seine Schwerpunkte im Kunstlied: Unter anderem gefiel er mit Richard Strauss “Zueignung“ und drei in norwegisch vorgetragenen Liedern eines skandinavischen Komponisten. Dass seine Stimme auch Dramatisches trägt, stellte er mit der Arie des Max aus Carl Maria von Webers Freischütz „Nein, länger trag ich nicht die Qualen“ eindrucksvoll unter Beweis.

Hofkonzert: Percussionist Michael Küttner. (Foto: GW)

 

Das Publikum wurde nach Schwelgereien in klassischen und romantischen Klängen jäh in eine andere Musik-Welt versetzt: Der Percussionskünstler Michael Küttner, Jazz-Professor an der Musikhochschule Köln, improvisierte mit traditionellem Schlagzeug und einer eigens zusammengestellten und aus aller Herren Länder stammenden Kombination von Klang erzeugenden metallenen Geräten. Hofkonzert: Michael Küttner und Peter Bortfeldt. (Foto: GW)

Das faszinierte Publikum reagierte mit frenetischem Applaus, der sich noch steigerte, als sich der Pianist Peter Bortfeldt ans Klavier setzte und mit dem Percussionisten im Duett frei improvisierte.

Sie mussten später mehrfach bestätigen, zum ersten Mal in ihrem Leben aufeinander getroffen zu sein und nie zuvor zusammen gespielt zu haben.

Hofkonzert: Alfred Schneider. (Foto: GW)
Zusammen mit seiner Frau Andrea bedankte sich Hausherr Alfred Schneider bei jedem Akteur mit einer großen Sonnenblume, dem einzigen Honorar, das traditionell beim Kürrighovener Hofkonzert gezahlt wird. Wer hier auftritt, macht dies aus Freude an der Musik und dem Wollen, diese Freude anderen zu vermitteln. Und das war an diesem Abend besonders zu verspüren.

Der Erlös aus einer Spendensammlung nach dem Konzert kommt dem Förderverein Kunst und Kultur in Wachtberg e.V. zu Gute. (H.J.D.)