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Hin und Weg - Geschichten vom Reisen … Monika Clevers Bildergarten nochmals am 25./26. August

Monika Clevers Wachtberg-Niederbachem – Schon bevor die Gäste in den Bildergarten traten, wurden sie in der Einfahrt von unzähligen kleinen silberfarbenen Koffern auf einem stilisierten Laufband begrüßt und erste Reiseassoziationen geweckt. Monika Clever und die Gruppe art.ista hatten im Rahmen der 6. Wachtberger Kulturwochen wieder in Clevers illuminierten Garten in Niederbachem eingeladen. Dieses Mal widmeten sich die Künstlerinnen dem Thema „Hin und Weg – Geschichten vom Reisen“.

 

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 

 

Beigeordneter Jörg Ostermann eröffnete am Samstagabend, 18. August offiziell den Bildergarten und überraschte die zahlreich erschienenen Anwesenden mit einer persönlichen Zugabe, einem kurzen Reisegedicht von Ernest Hemingway.

Schon zum fünften Mal gehörte der Bildergarten zum Kulturwochenprogramm und so durfte man gespannt sein, welche Überraschungen es in diesem Jahr zu entdecken galt, schließlich platzieren die Künstlerinnen ihre Photos, Skulpturen, Installationen und Malereien auf, unter, hinter und zwischen den Bäumen. Sie fordern so den Betrachter heraus, seine Galerie-Sehgewohnheiten zu durchbrechen. Hilfe und Anleitung bot wieder eine Garten-Karte, die spielerisch durch den Kunstparcours führte. Ankunft, Gepäckraum und Waschraum waren die ersten Stationen betitelt, weitere hießen Wartehalle, Gangway, Aero Porto sowie Abflug, Bahnhofsmission und Passkontrolle. Reiseerinnerungen, Fernweh, aber auch Abschied und Begegnung standen im Fokus der künstlerischen Arbeiten.

Gastgeberin Monika Clever präsentierte neue Schattenbilder.
Monika Clevers Schattenbilder. (Foto: GW)In grün-schwarz sah man die Umrisse der Künstlerin beim Handling mit einem großen Koffer, auf leuchtend gelb-rotem Grund zeigten sich von der späten Nachmittagssonne lang gezogene schwarze Körper- und Kofferumrisse – alle über den Köpfen der Besucher in den Bäumen positioniert.
Monika Clevers Bronzekoffer en miniature. (Foto: GW)

Lustiges, wie das Kofferband am Eingang, eine Installation aus verschiedenen Koffergriffen, ein weiß getünchter Baum, in dessen Verästelung ein Flugzeug fest hing, hatte sie sich ebenso ausgedacht wie Nachdenkliches. Mit Lebensreise bezeichnete sie eine Wandinstallation, die kleine Eisenbahnen durch Höhen und Tiefen führte, sowie eine Parade von Taschentüchern zum Thema Abschied. Ganz neu stellte Clever erstmals auch kleine Bronzearbeiten aus – drei herrlich „verknautschte“ alte Koffer en miniature.

Monika Clevers Bildergarten: Gitta Brieglebs "Zaungäste". (Foto: GW)

 

 

Gitta Briegleb überraschte und begeisterte die Gäste mit sechs großen schmalen Hochformaten, die – einmal nicht, wie sonst von der Künstlerin gewohnt, als Radierung sondern in farbiger Mischtechnik gemalt – jeweils Ganzkörperporträts zeigten. Eine lustige Gesellschaft sei das, so Briegleb, die zwar keine Koffer dabei habe, aber auch nicht verreisen wolle, sondern nur am Rande stehe, sozusagen als Zaungäste.

Monika Clevers Bildergarten: Drahtvögel von Nortrud Becher-König. (Foto: GW)




Nortrud Becher-König präsentierte großformatige Bilder, Vögel aus Draht, zeigte aber auch Ironisches wie eine kleine Installation aus Ölsardinendosen und Plastikpalmen. Wer denkt da nicht an den Spruch „Wie die Ölsardinen am Strand liegen“?

Monika Clevers Bildergarten: Gesäß aus Ton mit kleiner Figur von Gabriele Geier. (Foto: GW)

 


Von Gabriele Geier stammten u.a. vier übergroße weiße Bein-Skulpturen, die vor dem dunklen Grün des Gartenlaubes einen starken Kontrast bildeten. Bei näherer Betrachtung merkte man, dass diese Beine jeweils zwei in einem sind, enden sie doch sowohl oben als auch unten in Füßen; eines, abgeknickt, lehnte zudem an einem Baum und irritierte ganz besonders. Geier möchte damit auf die Lebenswege aufmerksam machen, die nicht immer in eine Richtung gehen. Sie seien zuweilen nicht eindeutig, verliefen manchmal entgegengesetzt und führten gelegentlich auch wieder zurück.


Anja Riehm arbeitet mit Fundstücken, u. a. mit angeschwemmtem Holz und Schuhen aus dem Rhein, die sie in lustige Kunstwerke verwandelt.
Monika Clevers Bildergarten: Boote aus Fundstücken von Anja Riehm. (Foto: GW)Monika Clevers Bildergarten: Bei Anja Riehm wird ein Korkabsatz zum Felsen mit Vögeln. (Foto: GW)n
Der Kopf einer Figur entpuppt sich als verrostetes Autoradio, die Augen sind die Löcher des Kassettendecks.

Schiffe fertigt sie aus altem Holz und Keramik, das Segel ist eine ausgediente Sense.

Aus Schuhsohlen bildet sie Miniatur-Welten. Da entsteht die Insel Helgoland, ein Korkabsatz wird zur Klippe mit darum kreisenden Vögeln, eine andere Sohle wird zum schottischen Hochland mit auf der Anhöhe thronendem Castle.


Marga Angelika Tobollik
widmet sich in der Station der Bahnhofsmission der Reise zum eigenen Ich. Typische Bahnhofshinweisschilder hat sie nachempfunden, aber mit verfremdetem Text versehen. Richtungswegweiser deuten den Weg nach innen, einerseits über die Spiritualität, andererseits über die Kunst. Das Innen hat sie symbolhaft mit einer Black Box dargestellt, von der man nicht erfährt, was in ihr ist. Dieses Ziel der Reise zu sich muss jeder selber finden.
Monika Clevers Bildergarten: Lesung mit Ursula Contzen. (Foto: GW)
 

Abends, nachdem der Bildergarten illuminiert in einem anderen Licht erstrahlt und der Bildergarten einen ganz besonderen Reiz entfaltet, beglückte am Eröffnungstag Ursula Contzen die Gäste noch mit einer Lesung. Gedichte vom Reisen, Abschiednehmen, vom Grenzen überwinden und Ankommen rundeten die Reise „Hin und Weg“ besinnlich ab.

Am Sonntag, 26. August 2012, 17.00 Uhr steht eine weitere Lesung auf dem Programm.

Monika Clevers Bildergarten: (v.l.n.r.) M. Clever, A. Riehm, G. Geier, M. A. Tobollik, N. Becher-König u. (vorne) G. Briegleb. (Foto: GW)

 


Die Beleuchtung des Gartens hatte freundlicherweise das Lichthaus Enzinger gesponsert; Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinde stellten bei der Vernissage den Service und reichten Getränke und einen kleinen Imbiss.

 

Der Bildergarten ist nochmals geöffnet am:

  • Samstag, 25. August 2012, 18.00 bis 22.00 Uhr
  • Sonntag, 26. August 2012, 11.00 bis 18.00 Uhr
    17.00 Uhr: „Von mancherlei Reisen“ - Ursula Contzen liest aus ihren Gedichten.

Garten Monika Clever, Konrad-Adenauer-Straße 47, Wachtberg-Niederbachem. (GW)