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Exquisiter Auftakt der 6. Wachtberger Kulturwochen

Eröffnungskonzert: Susann und Christoph Scheibling bildeten mit ihren Wachtberg-Adendorf – Mit einem im wahrsten Sinne des Wortes atem(be)raubenden Konzert begannen am Freitagabend, 17. August, auf Burg Adendorf die diesjährigen 6. Wachtberger Kulturwochen. Bei passendem hochsommerlichem Wetter begeisterten Susann (Oboe) und Christoph Scheibling (Klavier) mit ihren „Sommernachtsfantasien“ im vollbesetzten Renaissance-Innenhof der Wasserburg das Publikum.

2012 - 6. Wachtberger Kulturwochen (Banner)

 


Susann
und Christoph Scheibling, erst seit letztem Jahr Neubürger der Gemeinde Wachtberg, hatten schon bei den Kulturwochen 2011 mit ihrer Musik Aufmerksamkeit erweckt und neugierig auf mehr gemacht. Und so hatten die beiden Profimusiker zum Auftakt der diesjährigen Kulturwochen ein interessantes Programm zusammengestellt.

Eröffnungskonzert: Im vollbesetzten Innenhof der Burg erlebten die Gäste ein ganz besonderes Konzert. (Foto: GW)

 

Bereits der Beginn des Konzertes mit zwei Sätzen aus Camille Saint-Saens’ Sonate für Oboe und Klavier op 166 machte deutlich, dass die Zuhörer ein besonderes musikalisches Erlebnis erwartete.

Das Paar, das erst kürzlich auf Burg Adendorf geheiratet hat, zeigte sich nicht nur frisch verliebt sondern demonstrierte auch in seinem musikalischen Zusammenspiel hörbare Harmonie.

Mit Antal Dorátis „La Cigalle et la Fourmie“ folgte ein Oboensolo, das sich der Fabel von der Grille und der Ameise widmete, zuvor vorgetragen von Christoph Scheibling. Susann Scheibling, Solooboistin der Klassischen Philharmonie Bonn, erweckte die Tierfiguren mit ihrem Spiel dabei musikalisch „zum Leben“. Wie schwer es ist, Oboe zu spielen, und wie dieses Instrument funktioniert, erläuterte Christoph Scheibling anschließend auf sehr amüsante Weise.
Eröffnungskonzert: Christoph Scheibling am Klavier. (Foto: GW)Bei dem folgenden Klaviersolo nahm er, selbst Berufsmusiker bei der Bundeswehr, die Gäste mit George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ beschwingt und leicht mit an die Seine-Metropole.
In Robert Schumanns Kammermusik sei seine Frau besonders verliebt, verriet er im Anschluss. Und so standen zwei von dessen „Drei Romanzen“ op. 94 als nächster Programmpunkt an, die das Duo erwartungsgemäß wieder überzeugend gefühlvoll und in perfektem Zusammenspiel vortrug.

Eröffnungskonzert: Susann Scheibling begeisterte mit ihrem Spiel auf der Oboe. (Foto: GW)

 


Dass die Oboe nicht nur ein nicht einfach zu spielendes Instrument ist, sondern den Musiker auch körperlich herausfordert, bewies Susann Scheibling in Antonio Pascullis Concerto für Oboe und Klavier nach Motiven der Oper „La Favorita“ von Donizetti. Das Stück wartet mit sehr schnellen solistischen Oboen- und Klavierpassagen auf. Grandios zeigte Susann Scheibling hier ihr ganzes Talent. Geradezu atemraubend wirkte ihr Spiel. So mancher Zuhörer dürfte im Geiste mit der Künstlerin nach den langen, rasanten Tonläufen erleichtert aufgeatmet haben.

Tosender, lang anhaltender Applaus war der Dank für diesen musikalischen Parforceritt.


Die anschließende Verschnaufpause für die Oboistin füllte Christoph Scheibling mit einem weiteren Solopart am Klavier. Mit der Interpretation von Astor Piazzollas Tango „Adios Nonino“ bewies er die ganze Bandbreite seines Könnens … abwechselnd launisch, melancholisch, verträumt, wild und dann fast ersterbend und wiedererweckend gestaltete er das Stück, das sich mit dem Tod, dem Vergessen und den übrig bleibenden Erinnerungen musikalisch auseinandersetzt. Mit Stefan Nilssons schlichtem „Gabriellas Sang“, bekannt durch den Film „Wie im Himmel“, und Astor Piazzollas melancholischem Stück „Oblivion“ über die Tristesse sowie drei typischen jiddischen Hochzeitsliedern beendete das Musikerpaar wieder als Duo ihre Sommernachtsfantasien.

Mit standing ovations dankte das Publikum den Beiden für dieses exquisite Kammerkonzert und konnte sich noch über eine Zugabe freuen, das Stück „Gabriels Oboe“ von Ennio Morricone.

Eröffnungskonzert: Bürgermeister Theo Hüffel eröffnete die 6. Wachtberger Kulturwochen. (Foto: GW)Bürgermeister Theo Hüffel, der zu Beginn des Konzertes die 6. Wachtberger Kulturwochen offiziell eröffnet hatte, dankte den Burgherren Gabriela Freifrau und Georg Freiherr von Loe für die Bereitstellung der Burg, Susann und Christoph Scheibling für das „wundervolle Pogramm“ sowie den Sponsoren der diesjährigen Kulturwochen, dem Verein Kunst und Kultur in Wachtberg, Schneiders Obsthof, Lichthaus Enzinger und Piano Rummler, für deren Unterstützung. (GW)