Gemeinde Wachtberg

Energieberatung: Rechnet sich eine Photovoltaikanlage noch?

Energieberatung: Logo Verbraucherzentrale Wachtberg-Berkum - Die nächste Energieberatung findet am Mittwoch, 18. Juli 2012 im Rathaus der Gemeinde Wachtberg (Zimmer U 8), Rathausstraße 34 in Wachtberg-Berkum statt. Dies ist ein Angebot der ILEK-Projektgruppe „Erneuerbare Energien/Energieeffizienz“ in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale NRW.

Anmeldungen unter Telefon (0228) 9544 115 oder per E-Mail energieberatung@wachtberg.de möglich. Ein Beratungsgespräch dauert 30 bzw. 60 Minuten und kostet aufgrund der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nur 5 bzw. 10 Euro (für ALG II-Bezieher kostenlos). Die Fragen an Energieberater Wilfried Thalhäuser von der Verbraucherzentrale NRW können alle möglichen Bereiche betreffen, u. a. energetische Sanierung von Häusern, energieeffizienter Neubau, Nutzung der Sonnenenergie, Energiesparen im Haushalt und vieles andere mehr. Die Beratung ist also für Hauseigentümer und Mieter gleichermaßen interessant.

Rechnet sich eine Photovoltaikanlage noch? Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft bei Investitionsentscheidung

Rückwirkend zum 1. April hat die Bundesregierung die Vergütungssätze für Strom aus Photovoltaikanlagen (PV-Anlage) deutlich gekürzt. Das hat zu zahlreichen Diskussionen und großer Unsicherheit geführt – sowohl in der Branche als auch bei interessierten Verbrauchern. Die zentrale Frage lautet: Lohnt sich die Investition in eine PV-Anlage überhaupt noch?
„Wer auf seinem Dach optimale Bedingungen hat, wird auch künftig mit einer Solarstromanlage eine Rendite von 3 bis 5 Prozent erwirtschaften können“, erklärt Thalhäuser. „Allerdings wird man in Zukunft genauer kalkulieren und die Entwicklung der Anlagenpreise beobachten müssen.“ Dabei sei die Unterstützung durch einen unabhängigen Experten in jedem Fall sinnvoll.
Interessierten Verbrauchern bietet die Energieberatung der Verbraucherzentrale deshalb eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit einer Solarstromanlage an. Im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs werden mithilfe des Solarrechners der Stiftung Warentest die wesentlichen Anlagendaten zur Berechnung gesammelt und beurteilt. Und wer bereits konkrete Angebote vorliegen hat, kann diese gleich in die Beratung mitbringen und gemeinsam mit dem Berater auswerten. So kann die Investitionsentscheidung auf etwas sicherere Beine gestellt werden.
Wer Fragen zum Einsatz erneuerbarer Energien zu Hause hat, wendet sich an die anbieterunabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale (nächster Termin siehe oben).

Hintergrund:
Die Neuregelung zur Vergütung – festgehalten im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) – sieht folgende wichtige Änderungen vor:

  • Für Anlagen, die ab dem 1. April ans Netz gehen, gibt es 20 Jahre lang eine Einspeisevergütung von 19,5 Cents pro kWh, wenn die Leistung unter 10 kW liegt, was bei den meisten Anlagen auf privaten Hausdächern der Fall ist.
  • Ab dem 1. Mai sinkt die Vergütung monatlich um mindestens 1 Prozent. Anlagen, die im Mai in Betrieb gehen, erhalten zwanzig Jahre lang höchstens 19,3 Cents pro kWh, Anlagen, die im Juni ans Netz gehen, nur noch maximal 19,1 Cents pro kWh usw.
  • Die Vergütungssätze können monatlich noch weiter abgesenkt werden, wenn die insgesamt in Deutschland installierte Leistung aller Photovoltaik-Anlagen einen bestimmten Wert überschreitet.
  • Bei Anlagen auf dem Dach wird der erzeugte Strom nicht mehr komplett, sondern nur noch zu 80 Prozent vergütet. Es lohnt sich also, möglichst viel des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt zu nutzen.

Ob sich eine PV-Anlage künftig lohnt, hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab:

  • Vom Anlagenpreis: Dieser sollte möglichst nicht über 2.000 Euro (netto) pro kW installierte Leistung liegen. Im Laufe des Jahres sollte er parallel zu den Vergütungssätzen weiter sinken.
  • Vom Standort: Optimal ist ein unverschattetes Süddach mit einer Neigung von 30 Grad. Wichtig sind die Solarstrahlungsdaten am Wohnort.
  • Vom Eigenverbrauch: Bei einem durchschnittlichen Stromeinkaufspreis von 23 Cents pro kWh wird der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms immer attraktiver. Wichtig sind dabei der Gesamtstromverbrauch und dessen Verteilung, um möglichst viel Solarstrom selbst zu nutzen. Wer variable Stromverbraucher wie z.B. Wasch- und Spülmaschine konsequent in der Mittagszeit einschaltet, hat also gute Karten. Durchschnittshaushalte können die 20 Prozent-Grenze des selbst erzeugten Solarstroms so durchaus erreichen.

Der Link zum Rechner der Stiftung Warentest ist zu finden unter: www.test.de/Solarstrom-Vergleichsrechner-Rendite-mit-Sonne-1391893-2391893/ . (GW)