Gemeinde Wachtberg

Erster trinationaler kommunalpolitischer Erfahrungsaustausch in Wachtberg

Partnerschaft: Die französischen und italienischen Gäste aus Wachtbergs Partnerschaftsgemeinden sowie interessierte Wachtberger trafen sich im Rathaus zu einem ersten trinationalen kommunalpolitischen Erfahrungsaustausch. (Foto: GW) Wachtberg - Höchst lebendig war das Sprachengewirr im voll besetzten Berkumer Ratssaal anlässlich des ersten kommunalpolitischen Erfahrungsaustauschs im Rahmen eines vom Wachtberger Partnerschaftsverein organisierten Wochenendes.

Partnerschaftsverein (Logo)

 

 

 


Auf Einladung von Bürgermeister Theo Hüffel, der dieses Thema angeregt hatte, waren insgesamt mehr als 30 Franzosen, Italiener und Wachtberger im Rathaus zusammengekommen. Die meisten Gäste aus La Villedieu und Bernareggio, die die Chance dieses besonderen Dialogs nutzten, konnten selbst auf langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik zurückblicken. Zudem waren etliche Mitglieder des Wachtberger Gemeinderats dabei; so auch die stellvertretenden Bürgermeisterinnen Ursula Perkams und Rita Braun (beide CDU) sowie die Fraktionsvorsitzenden Hartmut Beckschäfer (CDU), Bernhard Luhmer (UWG) und Helga Frohberg (FDP, stellv. Fraktionsvorsitzende) sowie Thomas Renner (Bündnis 90/Die Grünen).

In Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Hüffel erläuterte Wachtbergs Beigeordneter Jörg Ostermann in einem launigen Vortrag die an sich trockene Materie der staatlichen Strukturen Deutschlands. Er erklärte dabei das Subsidiaritätsprinzip sowie die wichtigsten Funktionen einer Kommune von der Größenordnung und Struktur Wachtbergs. Präzise, flüssig und wortwitzig wurden seine Ausführungen von Peter Menke (Vorsitzender des Partnerschaftsvereins) ins Französische sowie vom Pecher Ratsherrn Friedrich Oettler ins Italienische übersetzt. Daraus entwickelte sich eine sehr lebhafte und inhaltsreiche Diskussion über die Unterschiede der kommunalpolitischen Arbeit in Frankreich, Italien und Deutschland. Besonders interessierten sich die Gäste, unter ihnen auch die Vorsitzenden der Partnerschaftsvereine von La Villedieu und Bernareggio, Joseph Delhommois sowie Guiseppe Cavallaro, für die vielfältigen Aufgaben und Pflichten des hauptamtlichen Bürgermeisters. Angeregt wurde schließlich über die wachsenden Aufgaben deutscher Kommunen und die daraus entstehenden finanziellen Verpflichtungen debattiert.

Partnerschaft: Trinational – die Teilnehmer diskutierten über die Unterschiede der kommunalpolitischen Arbeit in Frankreich, Italien und Deutschland. (Foto: GW)

Ein Kurzvortrag zur 40-jährigen Historie Wachtbergs von Dr. Barbara Hausmanns (Gemeindearchiv) rundete die Veranstaltung ab. Einige prägnante Fotos zur Geschichte der Kommune - darunter ein Bild, das den damaligen Bürgermeister Josef Bedorf in den 1970er Jahren beim ersten Spatenstich für das neue Rathaus zeigt, vor einem Szenario von an einer Wäscheleine wehenden Dessous, amüsierten die Zuhörer genauso wie die humorvoll und gekonnt vorgetragenen Übersetzungen von Oettler und Menke.

Anschließend stellte in Villip die Leiterin des Wachtberger Familienzentrums, Stefanie Weißenfels, die unterschiedlichen Aufgaben ihrer Einrichtung vor. Mit großem Interesse folgten die Gäste ihren Erläuterungen zur U3-Betreuung, der Kindergartenarbeit bis hin zur Erziehungsberatung. Mit viel Applaus und einem von Jörg Ostermann zum Geburtstag von Stefanie Weißenfels überreichten Blumenstrauß endete der Kommunalpolitische Erfahrungsaustausch.

Als Kontrastprogramm zum Regenwetter führte zum Abschluss des Vormittags Heinz Contzen aus Niederbachem seine „Wachtberger Lichtblicke“ vor. Die beeindruckende Dia-Schau von den schönsten Winkeln der dreizehn Ortschaften Wachtbergs begeisterte die ausländischen und einheimischen Zuschauer, die zumindest so Wachtberg auch bei Sonnenschein erleben konnten. Beigeordneter Ostermann dankte allen Teilnehmern sowie den Helfern des trinationalen Austausches und bat schließlich zum gemeinsamen Mittagessen ins Schwimmbadrestaurant nach Berkum. Auch dort wurde bei Pizza, Pasta und Wein das länderübergreifende politische Gespräch fortgesetzt. (GW)