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"Glauben Sie mir, es funktioniert." - Viel Informatives auf dem 2. Passivhaus-Tag in Wachtberg
Wachtberg (mm) – Nach der großen Resonanz auf die vor zwei Jahren stattgefundene erste Veranstaltung dieser Art traf auch der 2. Passivhaus-Tag in Wachtberg am 7. November auf reges Interesse.
Die Gemeinde Wachtberg hatte hierzu gemeinsam mit der ILEK-Projektgruppe " Erneuerbare Energien/ Energieeffizienz", in der die sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises zusammenarbeiten, ins Berkumer Rathaus eingeladen.
Für die zahlreichen Besucher, darunter auch Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles und zahlreiche Besucher aus den Nachbarstädten und -gemeinden, standen wieder viele Informationen rund ums Thema Passivhaus, über Energiesparen beim Bauen, Renovieren und Wohnen auf dem Programm. Anschließend bestand - wie beim ersten Mal - die Möglichkeit, Passivhäuser vor Ort zu besichtigen.
In seiner Begrüßung richtete Bürgermeister Theo Hüffel den Blick auf nachfolgende Generationen und verwies darauf, dass es bei energiesparendem Wohnen nicht nur darum gehe Kosten zu senken, sondern auch darum, die Umwelt zu schonen, damit „unsere Kinder noch etwas davon haben“.
Professor Dr. Hermann Schlagheck, Leiter der ILEK-Projektgruppe, erläuterte zu Beginn kurz die gemeinsame Arbeit der linksrheinischen Städte und Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises in ihrem Bemühen um Energieeinsparung, Ressourcen- und Klimaschutz.
Persönliche Erfahrungen mit Passivhaushäusern vermittelte Claus P. Baumeister. Der in Pech bereits seit einigen Jahren in einem Passivhaus wohnende Unternehmer hat gerade ein - unter energetischen Aspekten betrachtet - äußerst innovatives Bürogebäude im Villiper Gewerbegebiet errichtet. Schon aus wirtschaftlichem Interesse sei es geboten energiebewusst zu handeln – beim Wohnen genauso wie beim Arbeiten. Für ihn bedeute, so Baumeister, energiebewusstes Leben nicht Verzicht, sondern vielmehr auch ein Glücksgefühl. Energieeffizienz von Gebäuden werde durch ein Zusammenspiel von Außenhülle und Innenraumgestaltung sowie den darin genutzten technischen Geräten erzielt. Priorität haben ein minimaler Wärme- und Lüftungsverlust sowie ein optimierter Strombedarf. Entscheidend seien die perfekte Dämmung der Gebäudehülle, Fenster mit Dreischeibenverglasung sowie die Installation einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung; dadurch werde die übliche Gebäudeheizung fast überflüssig. „Ein Passivhaus ist keine Exoten-Technik!“, resümierte Baumeister voller Überzeugung. Er plädierte an die Zuhörer, sich umfassend zu informieren und sich von möglichen Zweiflern nicht von dem Vorhaben abbringen zu lassen, ein Passivhaus zu bauen oder ein bestehendes Gebäude im Rahmen der jeweils finanziellen und objektbezogenen Möglichkeiten zu sanieren. „Glauben Sie mir, es funktioniert, es ist verfügbar und versuchen Sie es nachzuahmen“, mit diesem Mut machenden Satz schloss Baumeister seinen Bericht über seine Erfahrungen als Passivhaus-Bewohner und jetzt auch als Passivhaus-Büroleiter.
Auf sehr anschauliche Weise steuerte der Villiper Architekt Kay Künzel praktische Beispiele, besonders zur Sanierung und weitestgehenden Umrüstung von bestehenden Häusern an den Standard von Passivhäusern, bei. Anhand mehrerer unterschiedlicher (herkömmlich gebauten) Gebäudetypen machte er deutlich, in welch hohem Grade die Folgekosten für Energie im Verhältnis zu den Baukosten ausfallen können und legte dann dar, dass sich die anfangs hoch erscheinenden Kosten für den Neubau eines Passivhauses oder für die energetische Sanierung eines älteren Hauses langfristig als wirtschaftlicher Gewinn erweisen.
Wilfried Thalhäuser, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW und seit September als solcher Ansprechpartner der neu eingerichteten Energieberatungssprechstunden im Berkumer Rathaus, berichtete aus seiner langjährigen Beratertätigkeit. Als unabhängige Einstiegsberatung seien die 30 bis 40 Minuten dauernden Sprechstunden zu verstehen, betonte Thalhäuser, Zielgruppe seien die privaten Verbraucher. Nutzerverhalten analysieren und den Anstoß zu energiebewusstem Handeln geben, ist die eine Seite seiner Arbeit; Informieren über energetische Sanierungs- und Fördermöglichkeiten die andere.
In der folgenden Diskussion hatten die Besucher Gelegenheit, Fragen an die Referenten zu richten. Dabei ging es vor allem um Fragen zur Sanierung von bereits bestehenden Häusern und zu Photovoltaik.
Im Rahmen der im Anschluss an die Veranstaltung angebotenen Besichtigungen von Passivhäusern in Niederbachem, Berkum und Villip konnten sich Interessierte von der hohen Wohn- und Arbeitsqualität der Häuser überzeugen.
Für diejenigen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, sind im Rathaus der Gemeinde Wachtberg Informationsschriften des Passivhaus-Instituts sowie eine Liste der Verbraucherzentrale NRW mit den aktuellen Förderprogrammen (Bund und Land NRW) für Energiesparmaßnahmen in Wohngebäuden zu erhalten.
Fragen zum Thema beantwortet die Umweltbeauftragte der Gemeinde Wachtberg, Hannelore Vogel, unter Tel. 0228/9544-153. (GW)
Letzte Änderung: 20. November 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg