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Weißt Du noch? Theaterluft und Bühnenbretter - Eine Bühne für Wachtberg
Am 1. August 2009 feierte die Gemeinde Wachtberg ihren 40. Geburtstag. Viel ist passiert in den zurückliegenden vier Jahrzehnten und hieran soll im Jubiläumsjahr unter anderem die kleine Serie „Weißt Du noch?“ erinnern. Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch die letzten vierzig Jahre und greifen interessante Begebenheiten und besondere Ereignisse in unserer Gemeinde seit dem 1. August 1969 auf.

Theaterluft und Bühnenbretter - Eine Bühne für Wachtberg
Wachtberg (bh) - Kulturelles „Brachland“ waren die dreizehn Dörfer Wachtbergs nie. Doch mit dem Bau der Aula im 1976 eingeweihten Berkumer Schulzentrum taten sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten für ein vielgestaltiges Kulturprogramm in der damals noch jungen Kommune auf. Hatten bisher aufwendige Theateraufführungen oder größere Konzerte in den kleinen Dorfsälen nicht stattfinden können, erlaubte die bewusst als Mehrzweckraum angelegte Aula hingegen nun solche Produktionen in Wachtberg – wenn auch anfangs mit für das Theater noch nicht optimalen Bedingungen. Schon 1977 startete die Gemeinde mit hochwertigen Veranstaltungen in dem neuen Kultursaal des Berkumer Schulzentrums. Der Siegburger Schubertchor, die Violincellistengruppe Villa Lobos oder die damals noch eher als Geheimtipp geltenden Bläck Fööss begeisterten unter anderem schon bald das Publikum.
Ein kleines Theater für Wachtberg
Für einen echten Bühnenbetrieb war die Berkumer Aula damals noch nicht geeignet. Doch Politik und Verwaltung nutzten das kulturfreundliche Klima jener Tage für einen mutigen Schritt. Die Aula wurde ab 1978 für Theaterzwecke umgestaltet. Walter Ulrich, der damalige und heutige Intendant des Kleinen Theaters in Bad Godesberg - zudem Wachtberger Bürger - bot als erfahrener Theatermann Unterstützung bei dem Umbau an. Seine praktischen Erfahrungen und Tipps waren den zuständigen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung sehr willkommen.

Ihren Charakter als „gute Stube der Gemeinde“ behielt die Aula trotz der baulichen Veränderungen bei. Schließlich ging der Vorhang in der „Theater-Aula“ am 10. September 1980 erstmals auf. Das Ensemble der Landesbühne Rheinland-Pfalz bot das Drama „Der Volksfeind“ des Norwegers Henrik Ibsen. In jenem Herbst folgte noch eine Aufführung des Kleinen Theaters. Christine Uhde glänzte damals in der Rolle der Paula in „Das Haus der Lady Alquist“.
Und die Bläck Fööss sammelten weiter begeisterte Fans in Wachtberg.
Abonnementtheater in Wachtberg

Motiviert durch den erfolgreichen Einstieg ins Bühnenleben gab es für das Jahr 1981 in Wachtberg erstmals ein geschlossenes Theater- und Konzertprogramm im Abonnement.
Viele der auf den Berkumer Bühnenbrettern agierenden Schauspielerinnen und Schauspieler waren einem breiten Publikum aus dem Fernsehen bekannt: die Namen Willy Millowitsch, Karl Schönböck (der übrigens einige Jahre mit Corinna Genest in Villiprott wohnte), Heidelinde Weiß oder Johanna von Koczian schmückten die Programmhefte.
Mundart und Weltliteratur
Mit der Zeit schwächte sich aber auch hier die Nachfrage durch die kulturbegeisterten Wachtberger ein wenig ab, die dennoch nicht auf gutes Theater in der eigenen Gemeinde verzichten müssen. Denn neben den professionellen Produktionen gibt es – teils seit Jahrzehnten – hoch engagierte Laienschauspieler in einzelnen Ortschaften. Schon seit 1960 begeistert die Laienspielgruppe Oberbachem mit wunderbaren Mundartstücken ihr Publikum. Die Studiobühne Wachtberg fasziniert seit 1980 mit ihren Weihnachtsaufführungen sowie größeren und kleineren Auftritten übers Jahr. Auch die Pecher Dorfbühne beeindruckt seit Jahren mit ihren humorvollen Produktionen in bestem Platt. Und seit 1998 präsentiert mit oft schon professionellem Können und nicht nachlassendem Engagement das Kellertheater „Chateau Pech“ regelmäßig große Stücke der Weltliteratur in einer kleinen Garage am Rande des Kottenforstes. (GW)
Letzte Änderung: 20. November 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg