Liessemer Arma-Christi-Kreuz restauriert

Ließem: Restaurator Jürgen Bandsom stellte in rund hundert Arbeitsstunden das Kreuz wieder her. (Foto: GW) Wachtberg-Ließem – Nach einer gründlichen Restaurierung konnte das Arma-Christi-Kreuz in Ließem rechtzeitig vor Fronleichnam wieder aufgestellt werden. Traditionell wird an dem Kreuz ein Segensaltar für die Ließemer Fronleichnamsprozession errichtet.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Wegekreuzen zeigen Arma-Christi-Kreuze anstelle der Figur des Gekreuzigten die diversen Leidenswerkzeuge: die „arma christi“. „Das knapp drei Meter hohe und gut eineinhalb Meter breite Holzkreuz an der Oberbachemer Straße ist eines der wenigen linksrheinischen Exemplare dieser vor allem in Süddeutschland und im östlichen Rhein-Sieg-Kreis verbreiteten Denkmälergattung“, berichtet der Lokalhistoriker Frank Hüllen über dieses seltene, kunstvoll geschnitzte Eichenholzkreuz, das, so Hüllen weiter, eine Stiftung einer Ließemer Familie während der Notjahre des Ersten Weltkriegs gewesen sei. Eine Inschrift auf der Rückseite sagt so auch: „Jesus, gib uns Frieden, 1915“.

Anwohner hatten Margret Schmitz, die Denkmalschutzbeauftragte der Gemeinde Wachtberg, auf den schlechten Zustand des Kreuzes hingewiesen. Nähere Untersuchungen ergaben, dass das Holz teilweise verrottet und die Statik bereits gefährdet war. In Abstimmung mit dem rheinischen Amt für Denkmalpflege hat der Restaurator Jürgen Bandsom das Kreuz in mehreren, zum Teil langwierigen Arbeitsschritten wiederhergestellt. Möglichst viel sollte von der Originalsubstanz erhalten bleiben. Risse im Holz wurden sorgfältig ausgespänt, beschädigte Holzteile mit Acrylat getränkt und gefestigt, verrostete Schrauben durch Edelstahlschrauben ersetzt, das Holz mit einer Leinölfirnis-Mischung bestrichen und abschließend in mehreren Schichten ein Firnis auf Tungöl-Basis aufgebracht. Tungöl-Firnis ist UV-beständig, stoß- und abriebfest und trotzt so auch extremen Witterungsbedingungen. Rund 5.000 Euro haben diese umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen die Gemeinde Wachtberg gekostet. Aus finanziellen Gründen musste auf die Wiederherstellung der früheren Farbigkeit verzichtet werden. Ursprünglich war das Kreuz, so ergab die Recherche von Frank Hüllen, in leuchtenden Farben bemalt, in Teilen sogar vergoldet. (GW)