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Weißt Du noch?
Am 1. August 2009 feiert die Gemeinde Wachtberg ihren 40. Geburtstag. Viel ist passiert in den zurückliegenden vier Jahrzehnten und hieran soll im Jubiläumsjahr unter anderem die kleine Serie „Weißt Du noch?“ erinnern. Wir begeben uns auf eine Zeitreise durch die letzten vierzig Jahre und greifen interessante Begebenheiten und besondere Ereignisse in unserer Gemeinde seit dem 1. August 1969 auf. Weißt Du noch?
Ziemlich alt und sehr lebendig - Die 1200-Jahr-Feier von Nieder- und Oberbachem
Die eigene Geschichte bewusst nachzuvollziehen, hat in Wachtberg Tradition. Erinnert sei an die Feiern zu 1100 Jahre Villip (1973), 1200 Jahre Fritzdorf (1974), 1100 Jahre Adendorf (1993) und später zu den Festlichkeiten anlässlich des 600-jährigen Bestehens des Drachenfelser Ländchesn (2002) oder zum 1150-jährigen Bestehen von Kürrighoven (2006).
Dieser Tradition war man sich in Niederbachem wohl bewusst, als erste Überlegungen zur Feier eines Dorfjubiläums im Heimat- und Verschönerungsverein aufkamen. Werner Heuer, der über Jahrzehnte in Niederbachem heimatgeschichtlich geforscht und publiziert hat, war in einer Verkaufsurkunde vom 19.07.798 auf das Jubiläumsdatum gestoßen. Dort war zu lesen, dass der Edelherr Irpingius einen in Bacheim gelegenen Weinberg an den Abt der Reichsabtei Werden bei Essen übertragen hatte. Damit war belegt, dass sich die erste urkundliche Erwähnung Niederbachems im Jahr 1998 zum 1200. Mal jähren würde.
Und so begannen schließlich die Vorbereitung und Planung des Dorfjubiläums als große Gemeinschaftsleistung durch die Niederbachemer UNO, die Union der Ortsvereine. Ins Jubeljahr 1998, in das auch Oberbachem eingebunden war, startete man mit einem Festakt im „Henseler Hof“. Dort wurden eine bis heute äußerst lesenswerte Chronik des Dorfes, aus dem der legendäre „Deumann“ stammt, sowie ein Kochbuch der katholischen Frauengemeinschaft vorgestellt. Es folgten zahlreiche weitere Veranstaltungen bis hin zum Höhepunkt der Feierlichkeiten mit Festzug sowie Handwerker- und Bauernmarkt Anfang September. Bei einem Kernteam, dem Silvia Wolber, Hans Thelen und Andreas Steinhauer angehörten, liefen dazu alle Fäden zusammen.
Der historische Festzug mit 33 Gruppen und insgesamt über 500 Teilnehmern geriet zu einem großartigen Spektakel. Aus Wachtbergs französischer Partnergemeinde La Villedieu du Clain war eigens eine mittelalterliche Spielmannstruppe angereist. Rechtzeitig zum Umzug hörte auch der Regen auf, sodass die als römische Legionäre verkleideten Mitglieder des Heimatvereins Niederbachem mit ihren Sandalen nicht durch Pfützen waten mussten. Mehrere tausend Zuschauer am Straßenrand zeigten sich von dem malerischen Umzug genauso begeistert, wie von dem mittelalterlichen Bauern- und Handwerkermarkt. Dabei beeindruckte vor allem die Vielzahl der historischen Kostüme, die sich die Niederbachemer bei einem speziellen Verleih im Bergischen besorgt hatten.
Schließlich kam zum Abschluss der 1200-Jahr-Feierlichkeiten auch noch hoher Besuch aus Köln: Joachim Kardinal Meisner reiste aus Anlass des Jubiläums im Oktober 1998 nach Nieder- und Oberbachem. Beim Pontifikalamt in der festlich geschmückten Pfarrkirche St. Gereon, das die Chorgemeinschaft St. Gereon mit gestaltete, bemerkte der Erzbischof mit Blick auf die seit der Christianisierung des Rheinlands weitgehend religiös geprägte Vergangenheit der Wachtberger Orte: „In einer Zeit, in der sich so vieles als vergänglich erweist, ist die Kirche mit ihrer Tradition ein Fixpunkt im Leben der Menschen.“ (GW)
Letzte Änderung: 19. Juni 2009 - © 2009 Gemeinde Wachtberg