Gemeinde Wachtberg

Cerimonia in Bernareggio besiegelt Wachtbergs deutsch-italienische Partnerschaft

Bernareggio: Besiegelten mit ihrer Unterschrift die deutsch-italienische Partnerschaft: (vorne v.l.n.r.) Wachtbergs Bürgermeister Theo Hüffel und Bernareggios Bürgermeister Daniele Fumagalli. (Foto: GW) Wachtberg/ Bernareggio – Am Samstag ist in Bernareggio die Städtepartnerschaft zwischen der Gemeinde Wachtberg und der in der Provinz Mailand liegenden Gemeinde in einem Festakt auch von italienischer Seite besiegelt worden. Zur Unterzeichnung der Urkunden waren nicht nur Gäste aus dem „Drachenfelser Ländchen“ angereist. Auch eine große Delegation der französischen Partnergemeinde La Villedieu du Clain wohnte der Zeremonie bei, die die drei Gemeinden nun partnerschaftlich vereint.

Bereits am Donnerstag waren rund 80 Gäste aus Wachtberg und La Villedieu du Clain angereist und in Gastfamilien herzlich aufgenommen worden. Auf gemeinsamen Veranstaltungen und Ausflügen in die nähere Umgebung konnten sie bereits italienisches Leben kennenlernen und erste Freundschaften knüpfen oder bereits bestehende auffrischen.


Zu der Partnerschaftszeremonie am Samstagabend in der festlich geschmückten städtischen Kindertagesstätte „Rodari“ kamen Bernareggios Gemeinderat und der Partnerschaftsverein, Wachtbergs Bürgermeister Theo Hüffel, die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Perkams und der Beigeordnete und Vorsitzender des Wachtberger Partnerschaftsvereins Stefan Hahn, Vertreter des Kantons La Villedieu du Clain und dessen Partnerschaftsvereins zusammen sowie die zahlreichen Gäste aus den Partnerkommunen.

Bernareggios Bürgermeister Daniele Fumagalli blickte zurück auf das Jahr 2005, in dem die Partnerschaft zwischen Bernareggio und La Villedieu du Clain in Italien bekundet, und 2006, als diese mit der Gegenzeichnung der Urkunde in Frankreich bestätigt wurde. Durch die Erweiterung der Partnerschaft auf die Gemeinde Wachtberg, mit der La Villedieu du Clain bereits eine langjährige Freundschaft verband, entwickelte sich aus der für die beteiligten Gemeinden jeweiligen Zweierbezeihung eine gemeinsame Dreier-Partnerschaft, die 2008 in Wachtberg mit der feierlichen Urkundenunterzeichnung besiegelt wurde und nun in Italien ihren krönenden Abschluss fand. Dies seien Daten, so Fumagalli, die zu einer Geschichte gehören, mit denen der Traum verbunden war, „den Pulsschlag von drei Gemeinschaften in einem einzigen Atem zu vereinen“. Diese Nähe, so Bernareggios Bürgermeister mit Blick auf die derzeitige weltweite Wirtschaftskrise, erlaube es, die intensive Solidarität zu spüren, die es schafft, Hoffnung für die Zukunft zu bieten. „Es lebe Europa … es lebe die Menschheit“, schloss Fumagalli voller Zuversicht in die Zukunft.

Bürgermeister Theo Hüffel dankte den Vorsitzenden der drei Partnerschaftsvereine für ihr Engagement um ein zusammenwachsendes Europa. Gemeinsamkeiten stärken, Frieden und Freiheit sichern – „Vorboten wie Verstärker dieser Entwicklung“, zeigte sich Hüffel überzeugt, „waren und sind Städtepartnerschaften wie die unsere“. In Zeiten der Globalisierung seien solche Partnerschaften ein ideales Forum, das Aufeinander-Zugehen selbst zu erleben und mit zu gestalten. Im Austausch über die Unterschiede in den Partnergemeinden wie etwa die verschiedenen Schulsysteme aber auch in gemeinsamen Herausforderungen wie zum Beispiel soziologische und demografische Veränderungen sieht Hüffel interessante Themen auf der kommunalen Ebene der neugeschlossenen Partnerschaft zu Dritt.

Bernareggio: Der deutsche und der italienische Partnerschaftsvorsitzende, (vorne v.l.n.r.) Stefan Hahn und Giuseppe Cavallaro, unterzeichnen die Partnerschaftsurkunden. (Foto: GW)Giuseppe Cavallaro, Vorsitzender des italienischen Partnerschaftsvereins, erinnerte an das Versprechen zur Treue und Solidarität auf dem gemeinsamen Weg, das sich die Partner gegeben hätten. Der Bau eines „gemeinsamen Hauses“ könne Schutz und Trost aber auch Möglichkeiten für alle bieten. Nur gemeinsam, so Cavallaro, haben wir eine größere Möglichkeit, unsere Probleme zu lösen. In diesem Sinne sah er in Europa und seinen Werten große Hoffnungen.

Stefan Hahn, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins und Beigeordneter der Gemeinde Wachtberg, brachte seine Begeisterung über die große Gastfreundschaft, die er selbst zum wiederholten Male erleben konnte, und die besondere Atmosphäre in Bernareggio zum Ausdruck. Zur Erinnerung an diesen Tag, an dem der letzte Schritt der Begründung der Partnerschaft nun vollzogen sei, überreichte er Giuseppe Cavallaro einen Baum mit den Worten „Lang lebe unsere Freundschaft!“.

 

 Im Anschluss unterzeichneten Wachtbergs und Bernareggios Bürgermeister Theo Hüffel und Daniele Fumagalli sowie die Vorsitzenden der deutschen und italienischen Partnerschaftsvereine Stefan Hahn und Giuseppe Cavallaro die Urkunden.

Bernareggio: (v.l.n.r.) Wachtbergs Beigeordneter und Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Stefan Hahn, Bürgermeister Theo Hüffel, Bernareggios Bürgermeister Daniele Fumagalli und der Partnerschaftsvereinsvorsitzende Giuseppe Cavallaro sowie Joseph Delhommois des französischen Partnerschaftskomitees. (Foto: GW)

Die französische Partnerkommune ließ durch den Präsidenten des Partnerschaftskomitees, Joseph Delhommois, die Glückwünsche des Generalabgeordneten von La Villedieu du Clain, Gérard Rivaud, übermitteln, der es als „überzeugter Europäer und Aktiver der ersten Stunde“ des Partnerschaftskomitees sehr bedauerte, an dieser bedeutenden Unterzeichnung nicht dabei sein zu können. Delhommois betrachtete die Städtepartnerschaft als Aktion des gemeinsamen Hauses Europa: „Sie ist eine seiner Dimensionen – die menschliche. Wir brauchen dieses Europa!“

Bernareggio: Silvio Brienza (Foto: GW)Silvio Brienza, Bernareggios Beigeordneter für Kultur und stellvertretender Bürgermeister, führte an, dass heute der Wunsch nach Frieden im „alten“ Europa und das Verlangen nach gegenseitiger Hilfe immer stärker und - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise - gemeinsame Anstrengungen immer wichtiger werden. Mit diesem Geist seien bereits Naturkatastrophen sowie Friedensmissionen in Europa angegangen worden. Die Städtepartnerschaft, so Brienza, trage dazu bei, Misstrauen und Vorurteile abzubauen.


Bernareggio: Emanuela Baio (Foto: GW)Die Senatorin Emanuela Baio bekräftigte, dass für das Europäische Parlament die Städtepartnerschaften „von lebenswichtiger Bedeutung für die Integration der europäischen Bürger sind“ und unterstrich damit die Aufgabe der Gebietskörperschaften als Träger einer „Diplomatie des Bürgers“.
Bernareggio: Elena Carzaniga (Foto: GW)
 

 

Musikalisch begleiteten die Zeremonie das Musikkorps Bernareggio und die Opernsängerin Elena Carzaniga sowie der gemischte Chor des MGV Concordia Niederbachem aus Wachtberg.
 

 

 

Bernareggio: Konzert in der Chiesa di Santa Maria Nascente mit dem gemischten Chor des Wachtberger MGV Concordia Niederbachem. (Foto: GW)
Der Abend klang mit einem Chor-Konzert in der Chiesa di Santa Maria Nascente in Bernareggio aus. Der Chor G. Bonacina aus Bernareggio und der Coro Popolare Città di Vimercate überzeugten mit religiöser Chormusik sowie italienischen und europäischen Volksliedern.
Extra zu diesem Konzert aus Wachtberg angereist war der MGV Concordia Niederbachem mit seinem gemischten Chor unter der Leitung von Ekaterina Sonntag. Die Sängerinnen und Sänger begeisterten die Zuhörer mit einer Auswahl ihres vielfältigen Repertoires.

 
 

Bernareggio: Gemeinsames Abschlusslied der drei Chöre. (Foto: GW)



 

 

 

 

 

Das Schlusslied „Oh Happy Day“ wurde schließlich ein zweites Mal angestimmt – gemeinsam mit den beiden italienischen Chören … und zahlreichen mitsingenden Gästen aus Italien, Frankreich und Deutschland. Ein passender Abschluss für ein Partnerschaftsabkommen und der Beginn einer neuen Freundschaft.