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Familienzentrum Drachenfelser Ländchen eingeweiht
Wachtberg-Villip – Die Sonne strahlte, als am Samstag, 26. April 2008, das Familienzentrum in Villip feierlich eingeweiht wurde. Viele große und kleine Gäste waren gekommen, um an diesem Fest dabei zu sein.
Neben den Kindergarten-Kindern und ihren Eltern konnte Bürgermeister Theo Hüffel den Investor und Bauherrn Dr. Klaus Heinemann, den Architekten Ulrich Weissbrod, den Dezernenten für Schule und Jugend des Rhein-Sieg-Kreises Norbert Keusen, die Kreisjugendamtsleiterin Ulla Schrödl und zahlreich erschienene Gäste aus Wachtbergs Politik und Verwaltung begrüßen. „Keine Einrichtung wurde im Vorfeld so gelobt und für keine andere Maßnahme, die ich umgesetzt habe“, sagte Hüffel, „wurde ich andererseits so in der Öffentlichkeit kritisiert.“
Ein knappes Jahr ist es her, dass am 11. Mai 2007 der erste Spatenstich für das Familienzentrum erfolgte. Es ist das erste Familienzentrum in Nordrhein-Westfalen, das nach den Qualitätsrichtlinien des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) als Neubau konzipiert und errichtet wurde. Möglich wurde dies durch ein PPP-Modell, das als Public-Private-Partnership zum beiderseitigen Nutzen die Öffentliche Verwaltung und ein Privatunternehmen zusammen in ein Boot holt. Im Rahmen eines Erbbaurechts- und Mietvertrags, erläuterte Bürgermeister Hüffel, stellte die Gemeinde Wachtberg das Grundstück zur Verfügung; der Investor, hier die Heinemann KG, übernahm die Finanzierung und den Bau des Familienzentrums, das nach der Fertigstellung für die nächsten 25 Jahre an die Gemeinde vermietet wird. Danach geht das Familienzentrum in das Eigentum der Gemeinde über.
Hüffel dankte Dr. Klaus Heinemann für sein großes Engagement. Durch seine Erfahrung im Bau von Kindertagesstätten ist in Villip eine Einrichtung entstanden, die mittels variabler Wände eine räumliche Flexibilität bietet, dank der sich das Familienzentrum auch den demografischen Entwicklungen und den sich daraus ergebenden Anforderungen der kommenden Jahre stellen kann.
Im Familienzentrum, mit einer Nutzfläche von 716 Quadratmetern und einer Außenfläche von rund 3000 Quadratmetern, werden zurzeit 75 Kinder betreut: jeweils zwei Gruppen à 25 Kinder ab drei Jahren für die vormals eingruppigen Einrichtungen in Berkum und Pech, eine 15-köpfige integrative Gruppe ab drei Jahren, davon fünf Kinder mit einer Beeinträchtigung, und eine Spielgruppe mit zehn Kindern im Alter zwischen zweieinhalb und drei Jahren. Die freigewordenen Räumlichkeiten der umgezogenen Kindergartengruppen werden in Berkum von der Offenen Ganztagsschule und in Pech für die Jugendarbeit genutzt.
Unter der Leitung von Stefanie Weißenfels arbeiten im Familienzentrum insgesamt elf Erzieherinnen, darunter auch eine Sozialpädagogin, eine Diplom-Pädagogin, eine Logopädin, eine Physiotherapeutin und eine Übungsleiterin. Fortbildungen in Psychomotorik, dem Umgang mit hyperaktiven Kindern, über Wahrnehmungsstörungen und zur sensorischen Integration stehen auf dem Qualifizierungsprogramm.
Die Spielgruppe soll mittelfristig in eine Betreuung von Kindern unter drei Jahren umgewandelt werden und somit der steigenden Nachfrage nach dieser frühzeitigen Betreuungsform Rechnung tragen. Räumlich ist diese Tendenz bereits in die Bauplanung mit eingeflossen.
Geplante Schwerpunkte des Zentrums liegen neben der Kinderbetreuung im Bereich der Familienberatung. Sprechstunden für Fragen zu Erziehung und Schwangerschaft, aber auch die Vermittlung von Tagesmüttern und Babysittern, ein Treff für Alleinerziehende, sprachliche und motorische Fördermaßnahmen, Vorträge, Kooperationen mit anderen Kindergärten, Schulen, Vereinen … und vieles mehr sind vorgesehen. Das Familienzentrum werde das, was die Wachtberger Bürgerinnen und Bürger daraus machen, sagte Bürgermeister Hüffel. Beratungs- und Informationsveranstaltungen könnten sich nicht allein an Eltern sondern auch an Jugendliche und Senioren richten. Auch ein Seniorenkaffee sei denkbar – den Kontakt zwischen Großeltern-Generation und der Jugend zu fördern, auch dies sei sicherlich eine wichtige Aufgabe vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. „Es liegt an uns, dieses Zentrum mit Leben zu erfüllen“, fasste Hüffel die Chance, die das Familienzentrum bietet, zusammen.
Investor Dr. Klaus Heinemann zeigte sich optimistisch, dass das neue Zentrum eine Stätte der Begegnung und der Hilfestellung für Erziehende werde und schaute aufgrund der bisherigen guten Zusammenarbeit mehr als zuversichtlich in eine gemeinsame Zukunft mit der Gemeinde Wachtberg. Ein Vogelhaus, Futterplatz und Nistkasten zugleich – ganz ähnlich wie im Familienzentrum, so Dr. Heinemann, überreichte er als Geschenk den Kindern. Bürgermeister Hüffel übergab er danach symbolisch den Schlüssel der neuen Einrichtung.
In einer kleinen gemeinsamen Zeremonie segneten Pfarrvikar Rolf Berchem von der Katholischen Kirche und Pfarrer Günter Schmitz-Valadier von der Evangelischen Kirche das Familienzentrum als ein Haus für Familien.
Die Sonne schien noch lange an diesem Tag, der mit einem bunten Programm für die großen und kleinen Gäste, mit viel Spaß und Spiel u. a. beim Mitmach-Zirkus und einem Luftballonweitflug erst abends ausklang.
Ein Gästepaar blieb – ein Kirsch- und ein Pflaumenbaum, das gemeinsame Geschenk aller anderen Wachtberger Kindergärten.
Jetzt muss alles nur noch gut anwachsen … das wird es, sicherlich! (GW)
Letzte Änderung: 16. Mai 2008 - © 2008 Gemeinde Wachtberg