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Neues Denkmal auf dem Rheinhöhenfriedhof feierlich eingeweiht
Wachtberg-Oberbachem – Den Rheinhöhenfriedhof oberhalb von Oberbachem ziert eine neu aufgestellte Stele aus Basaltlava des Bildhauers Titus Reinarz.
Die Säule trägt die Inschrift „Zum Gedenken“ und ist den dort anonym Bestatteten gewidmet. Sie wird von einer geöffneten Hand gekrönt, die einen Schmetterling freigibt, Symbol für das Leben, und, wie der Bildhauer bei der Einweihung weiter erklärte, damit verdeutliche, dass die Hand zwar das Leben halte, es aber doch nicht festhalten könne. Somit stehe der Schmetterling symbolisch auch für die Umwandlung vom Leben zum Tod.
Initiiert und gespendet wurde das neue Denkmal im Wert von rund 5000 Euro vom Verein zur Förderung und Pflege der Bestattungs- und Friedhofskultur e. V. Der Verein mit Sitz in Sankt Augustin sieht seine Aufgaben besonders in der Beratung, Aufklärung und Unterstützung in Friedhofsfragen. Im nächsten Jahr kann der Verein auf zwanzig Jahre Engagement um die Pflege und Förderung deutscher Bestattungskultur zurückblicken, in denen unter anderem Grabsteine restauriert und Friedhofskapellen verschönert wurden, aber auch eine weitere Grabstele von Titus Reinarz an die Stadt Sankt Augustin übergeben werden und in Adendorf das Kriegerdenkmal neu gestaltet und aufgestellt werden konnte. Der Kontakt zu Wachtberg, so Vereinsvorsitzender Wolfgang Kloss, sei durch den Ehrenvorsitzenden Herbert Wagener, selbst wohnhaft in Niederbachem, zustande gekommen.
Bürgermeister Theo Hüffel dankte dem Verein für die großzügige Spende und erinnerte daran, wie der Verein an ihn herangetreten war mit dem Plan, auf dem Rheinhöhenfriedhof eine Gedenksäule für das anonyme Grabfeld zu stiften, und wie er von dieser Idee beeindruckt war. Der Teil des Friedhofs, auf dem die anonymen Bestattungen stattfinden, war bis dahin nur als grüne Wiese wahrgenommen worden - ohne Grabeinfassungen und ohne Blumen. „Es gibt Menschen, die sich ganz bewusst für die so genannte anonyme Bestattung entscheiden“, so Hüffel. Die Bestattung erfolge auf einer nicht näher gekennzeichneten Friedhofsstelle. Oft sei aber ein Grab, ein Denkmal, so Hüffel, ein Ort, der den Hinterbliebenen bei der Trauerbewältigung helfe. Es wirke tröstlich, einen Ort zu haben, an dem man sich dem Verstorbenen nahe fühle.
Mit der neuen Gedenkstele und der davor durch die Gemeinde aufgestellten Sitzbank ist so ein Ort zur Erinnerung an die dort Bestatteten entstanden, lädt er doch auch die Hinterbliebenen zum stillen Gedenken ein.
Pfarrer Hermann Josef Zeyen von der Katholischen und Pfarrer Günter Schmitz-Valadier von der Evangelischen Kirche übernahmen die feierliche Einsegnung des Denkmals.
Musikalisch begleitet wurde die kleine Feierstunde von Tobias Fehse, der das „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach auf der Trompete spielte. (GW)
Letzte Änderung: 21. April 2008 - © 2008 Gemeinde Wachtberg