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Pressesprecher aus dem Rhein-Sieg-Kreis in Klausur
Rhein-Sieg-Kreis (tw) – Der Arbeitskreis der Presseverantwortlichen aus den Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises sowie der Kreisverwaltung war am vergangenen Wochenende in Klausur.
Schulung im Presserecht und intensiver Erfahrungsaustausch
Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung im Gasthof Willmeroth in Windeck-Mauel stand eine Fortbildungsveranstaltung zum Presserecht. Der renommierte Presserechtler Kurt Braun führte durch das Seminar, der die Sprecher bereits im vergangenen Sommer schon in das Presserecht eingeführt hatte.
„Das Interesse der Teilnehmenden war groß, die Kenntnisse zu vertiefen und Antworten auf praktische Beispiele aus dem Alltag eines Pressesprechers zu bekommen“, sagte der Leiter des Arbeitskreises, Kreissprecher Thomas Wagner.
Neben den grundlegenden Inhalten wie Auskunftsanspruch der Presse, Informationspflicht der Behörden und der öffentlichen Aufgabe der Presse, ging es diesmal auch um das rechtlich komplizierte Instrument der Gegendarstellung nach § 11 des Landespressegesetzes. Diese ist an strenge formelle Vorgaben gebunden und macht keine Aussagen zum Wahrheitsgehalt der Erstmeldung und der eigenen Gegendarstellung.
Die Presseverantwortlichen waren sich einig, dass das Instrument der Gegendarstellung in der alltäglichen Pressearbeit der Behörde wenig tauglich sei, um Sachverhalte richtig zu stellen. Vielmehr setze man bei Differenzen mit den Redaktionen auf den Dialog, was erfahrungsgemäß Erfolg versprechender sei.
Gestreift wurden auch die Autorisierung von Wortinterviews und das Recht am eigenen Wort und Bild, aber auch die Pflicht der Journalisten, alle Nachrichten vor der Verbreitung mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihre Wahrheit (den Wahrheitsgehalt), ihre Herkunft und ihren Inhalt zu überprüfen.
Am Samstag kamen die 15 teilnehmenden Presseverantwortlichen zum allgemeinen Erfahrungsaustausch zur externen und internen Kommunikation zusammen. Diskutiert wurde die „richtige“ Kommunikation in der Krise. Dabei waren die Pressesprecher sich einig, dass ein offener Umgang mit allen Themen, die öffentlich relevant sind und der Transparenz bedürfen, am besten sei. Zum Thema Krisenkommunikation wird der Arbeitskreis nach den Sommerferien in einer Sondersitzung Leitlinien verabschieden, ebenso wie zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Kommunen insgesamt.
„Ziel des Erfahrungsaustausches und der Fortbildungen ist es, unsere Arbeit weiter zu professionalisieren und unsere Dienstleistung für die Bürger sowie die Redaktionen stetig zu verbessern“, sagte Thomas Wagner.
Der Arbeitskreis der Presseverantwortlichen in den Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises besteht seit 2001. Er trifft sich regelmäßig zweimal im Jahr zum Erfahrungsaustausch jeweils in einer anderen Stadt oder Gemeinde des Kreises. „Zusätzlich zu den bereits 12 stattgefundenen Arbeitstreffen“, ergänzt Marianne Wittek von der Kreispressestelle und zuständig für die Organisation des Arbeitskreises, „haben wir uns zu Sonderveranstaltungen getroffen.“ Das waren Redaktionsbesuche bei Radio Bonn/Rhein-Sieg, den WDR-Studios in Köln und Bonn, beim Express Bonn und der Müllverbrennungsanlage Bonn, aber auch Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen. (RSK)
Letzte Änderung: 20. März 2008 - © 2008 Gemeinde Wachtberg