Welchen Beitrag kann eine kleine Gemeinde wie Wachtberg zum Klimaschutz leisten? - Vorstellung des Energieberichtes der Gemeinde Wachtberg

Stellten den Energiebericht der Gemeinde Wachtberg vor: v.r.n.l. Bürgemeister Theo Hüffel, Christoph Kronberg u. Gerd Engel (Foto: GW) Wachtberg - Anlässlich der Vorstellung des Energieberichtes der Gemeinde Wachtberg hatte Bürgermeister Theo Hüffel am Dienstag, 11.03.2008, die lokalen Medien zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen.

Die Gemeinde Wachtberg hat es sich zum Ziel gemacht, die im UNO-Klimaschutzbericht aufgezeigten Prognosen und deren Folgen auf kommunaler Ebene zu erörtern und Strategien zu entwickeln, um auch als kleine Gemeinde zukunftsorientiert und verantwortungsvoll im Hinblick auf kommende Generationen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können.

Zu diesem Zweck wurde im ersten Schritt ein Energiebericht erarbeitet.
Dieser soll dazu dienen realistische Energieeinsparpotenziale aufzuzeigen, sie umzusetzen und dauerhaft zu optimieren.
Der Bericht umfasst die Auswertungen der Energieverbrauche im Zeitraum 2003 bis 2006 von Schulen, Turnhallen, Feuerwehrhäusern, des Hallenbades und des Rathauses.

Hier wird eine Abwägung stattfinden müssen zwischen dem, was theoretisch möglich ist, und dem, was tatsächlich mit den vorhandenen Ressourcen machbar ist.

Auch der kürzlich vorgestellte Bericht des Rhein-Sieg-Kreises zur Modellstudie für erneuerbare Energien und autarke Regionen kommt zu dem Ergebnis, dass Wachtberg einen potenziell möglichen energetischen Selbstversorgungsgrad von 206 Prozent erreichen könnte, wenn vor allem das Potenzial an Geothermie (Erdwärme) sowie Solar- und Windanlagen zur Energiedeckung genutzt werden würden.

In den vergangenen dreizehn Jahren wurden durch die Gemeinde Wachtberg bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz der kommunalen Gebäude im Auftragswert von ca. 600.000 Euro durchgeführt. Durch diese Maßnahmen konnten sowohl die tatsächlichen Energieverbrauche als auch die Schadstoffemissionen reduziert werden.

Diese Maßnahmen sind jedoch nicht ausreichend. Ein wesentlicher Teil des Energieberichtes widmet sich neben der Auswertung und der Interpretation der Verbrauchswerte dem Ausblick auf die in naher Zukunft umzusetzenden Projekte.

  • Es sind Gespräche mit den Nutzern notwendig, die gewisse Verhaltensregeln beherrschen müssen, um Energie nicht zu vergeuden. 
  • Darüber hinaus ist die Durchführung eines „Energie-Controllings“ im größten Gebäudekomplex der Gemeinde Wachtberg, dem Schulzentrum, vorgesehen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, versteckte Energiespitzen ausfindig zu machen. 
  • Weiterhin soll das Vertragsmanagement unter die Lupe genommen werden. Wie in der Vergangenheit bereits geschehen sollen die Lieferungen von Strom und Heizenergie öffentlich ausgeschrieben werden, wobei vermehrt auch der Einsatz von alternativ regenerativer Energie gefördert werden soll. Zu prüfen bleibt, ob der Einsatz alternativer Energiequellen rentabel ist. 
  • Ein weiterer Baustein der Maßnahmen, die durch den Energiebericht angestoßen werden sollen, ist die Forcierung von Photovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden. Hierzu wird die Teilnahme der Gemeinde Wachtberg an der Initiative „Solar Lokal“ angestrebt. Dies ist eine bundesweite Imagekampagne für Solarstrom auf kommunaler Ebene. Die Kommunen überlassen hierbei Interessenten Dachflächen für die Montage von Photovoltaik-Anlagen, um den Anteil von Solarstrom an der Energieversorgung zu erhöhen. 
  • Schließlich wird der Abschluss von Contracting-Verträgen erwogen. Beispielsweise könnte so die Beleuchtungsanlage in einer Schule erneuert werden, was Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Ist-Zustand möglich machen würde.

Der Energiebericht verdeutlicht anschaulich, dass, selbst bei einem angenommenen linearen Verbrauch, die Energiekosten steigen werden und die energietechnische Modernisierung der kommunalen Liegenschaften ein wichtiges Thema in den kommenden Jahren sein wird.

Zusammenfassend zeigt sich anhand des vorliegenden Energieberichtes, dass es auch für Wachtberg als kleine Kommune im Rahmen ihrer Ressourcen zahlreiche Möglichkeiten gibt Energie einzusparen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.