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Harald Uhl mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet

Harald Uhl mit dem Rheinlandtaler ausgezeichnet Langjähriges Engagement um die regionale Kultur gewürdigt. / Der Niederbachemer Professor Dr. Dr. Harald Uhl, der seit vielen Jahren intensiv die Geschichte des Drachenfelser Ländchens und der Region lebendig hält, wurde am 17. Oktober 2007 vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) mit der Verleihung des Rheinlandtalers geehrt.

Mit dieser Anerkennung würdigt der LVR einmal im Jahr ehrenamtliche Verdienste um die rheinische Kultur - übrigens die einzige Auszeichnung für Personen, die sich für die rheinische Kulturpflege einsetzen.

Harald Uhl, gebürtiger Österreicher, der in Wien Rechtswissenschaften studierte, anschließend in diesem Fach und später auch in Staatswissenschaften promovierte, führte sein beruflicher Werdegang über Stuttgart 1969 nach Bonn. Schon in Österreich setzte er sich verstärkt für die Ökumene ein und war dort Gründungsmitglied des ökumenischen Jugendrates. Dem Protestanten Harald Uhl war und ist das vertrauensvolle Miteinander der Konfessionen ein besonderes Anliegen. Resultierend aus diesem von ihm immer wieder angeregten Dialog von Christen und Juden entwickelte sich sein Interesse für Kirchen-, Zeit- und nicht zuletzt auch für die Heimatgeschichte. In Niederbachem heimisch geworden, führte dies zu verschiedenen Recherchen und Publikationen zu Themen rund um das Drachenfelser Ländchen und das nähere Rheinland. Zur 1200-Jahr-Feier von Niederbachem 1998 hat er über die Geschichte der Protestanten, der Ökumene und der jüdischen Geschichte in Niederbachem geforscht, die Ergebnisse wurden in der Festschrift veröffentlicht. Sein Wissen bringt er als Mitglied des Vorstandes des Niederbachemer Heimat- und Verschönerungsvereins auch in zahlreichen Exkursionen und Vorträgen mit ein. Sein "Kleiner Denkmalführer Niederbachem" führt bewusst auch Häuser auf, die nicht unter Schutz gestellt sind, ist es ihm doch wichtig, Bewusstsein für das Unverwechselbare eines Ortes zu wecken. Jüngst erst hat er in einer Ausstellung die Bedeutung des Erzbergbaus in Niederbachem zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutlich gemacht.

An der kleinen Feierstunde im Köllenhof in Ließem, zu der der Landschaftsverband Rheinland geladen hatte, nahmen sowohl Gäste aus dem politischen und gesellschaftlichen Wachtberger Leben als auch aus dem privaten und ehrenamtlichen Tätigkeitsfeld Harald Uhls teil.

Bürgermeister Theo Hüffel zeigte sich sehr stolz, dass mit Harald Uhl ein Wachtberger Bürger geehrt werde, den er persönlich sehr schätze, besonders wegen seines Einsatzes um die Integration von Aussiedlern in der Gemeinde.

Die stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Corinna Beck, dankte Harald Uhl für sein Engagement um die Erhaltung der rheinischen Kultur und überreichte ihm feierlich den Rheinlandtaler. "Es erweist sich einmal mehr als zutreffend", so Beck in ihrer Laudatio, "dass es häufig die Zugereisten sind, die sich in der Geschichte des Ortes, der Region, besser auskennen als mancher Einheimische", haben sie sich doch die Geschichte ihrer Wahlheimat erst aneignen müssen. Der Landschaftsverband Rheinland sei auf solch bürgerschaftliches Engagement angewiesen, so Beck weiter, um seinem Motto "Qualität für Menschen" gerecht werden zu können. Seit über dreißig Jahren verleiht der LVR den Rheinlandtaler.

Rolf Bausch, stellvertretender Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, gratulierte Harald Uhl im Namen des Landrats Frithjof Kühn. Die Geschichte des Ländchens ernst nehmen und Interesse hierfür zu wecken sei richtig und wichtig, betonte er und wünschte Uhl, dem gebürtigen Österreicher, dass er sich auch weiterhin im Rheinland wohl fühlt.

"Ich betrachte diese Ehrung als Bestätigung dafür, dass Heimatgeschichte keine Grenzen kennt", bedankte sich Uhl für die Auszeichnung. Heimatgeschichte ist auch immer Basis der Weltgeschichte, so Uhl, die diese erst wirklich anschaulich und begreifbar macht, was er mit einer kurzen Schilderung des Schicksals der letzten jüdischen Bürgerin Niederbachems verdeutlichte - Teil seiner derzeitigen Arbeit über jüdisches Leben im Drachenfelser Ländchen. (GW)