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Eine Deutschstunde mal ganz, ganz anders …

Vorlesetag 2019: Christa von Düsterlho las in der Grundschule Niederbachem. (Foto: Privat) Wachtberg - Man stelle sich vor, die Klassentür geht auf und herein kommt leibhaftig der ehemalige Wachtberger Bürgermeister Hans-Jürgen Döring und liest nach einer kurzen Vorstellung aus einem seiner Lieblingsbücher vor.

Man stelle sich vor, die Klassentür geht auf und herein kommt der ehemalige Direktor der Grundschule in Niederbachem Kurt Zimmermann und zeigt über einen Beamer - mit musikalischer Untermalung der Querflötistin Anke Kreuz - das preisgekrönte Bilderbuch „Akim rennt“ von Claude K. Dubois, spricht im Anschluss mit den Kindern über Flucht und Vertreibung und Flüchtlingskinder in Wachtberg. Man stelle sich vor, die Klassentür geht auf und herein kommt Frau von Düsterlho, die ihr eigenes, selbst geschriebenes Buch „Wadras Reise durch die Zeit“ gespannt lauschenden Grundschülern präsentiert und ihnen dann nahe bringt, wie man eigentlich zum Schreiben kommt ...

Es ist inzwischen schon eine liebgewonnene, fest im Jahresrhythmus verankerte Tradition, dass auf Einladung und Vermittlung des Büchereiverbundes Wachtberg in unseren Schulen und Kitas am „Welttag des Buches“ mehr oder weniger bekannte, aber höchst engagierte WIP’S (Watchhill Important Persons) kommen und Kindern und Jugendlichen vorlesen: Aus ihren eigenen Lieblingsbüchern, die sie selbst im zarten Alter ihres jungen Publikums damals verschlungen haben, oder auch aus aktuellen Publikationen, die vielleicht gerade „upper to date“ und mit den Erzieherinnen und Lehrkräften jeweils abgestimmt sind. Angetrieben werden sie davon, die Lust am Lesen und auch am Vorlesen, die Freude am und mit dem Buch, jungen Menschen zu vermitteln. Sie wollen auf diesem Wege „live“ und „in echt“, wie der Rheinländer sagt, schlicht und einfach weitergeben, weshalb sie einst zum Buch gegriffen haben bzw. es heute in unserer verpixelten Medienwelt noch so gerne in die Hand nehmen.

Diese Lesungen werden im Vorfeld von den VorlesepatInnen liebevoll und sorgfältig vorbereitet, man wählt interessante und spannende Passagen aus den jeweiligen Büchern aus, übt zuhause mehrfach das laute Vorlesen, das richtige Tempo, die Betonung, setzt die wichtigen Pausen, „trainiert“ den Blick ins Publikum. Oftmals bringt man zudem noch passende Gegenstände als Anschauungsmaterial in die Klassen oder die Kita mit oder hat eine Power-Point-Präsentation bei einem Bilderbuch vorbereitet oder singt zur Gitarre. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt … 

Diesen Tag zu organisieren war diesmal gar nicht so einfach: Heuer fiel der „Welttag des Buches“, der 23. April, bekanntlich in die Osterferien. Und deshalb musste der „Wachtberger Vorlesetag“ ausnahmsweise in den Mai verlegt werden. Schmerzlich wurde dann festgestellt, dass dieser Monat bei vielen Wachtberger „Vorlesepaten“ ein beliebter Reisemonat ist, die dann leider ihre Teilnahme in diesem Jahr absagen mussten. Um die große Nachfrage seitens der Einrichtungen dennoch erfüllen zu können, traten dann einige Paten an besagtem 10. Mai gleich zwei- oder sogar dreimal auf. Besonders ihnen, aber auch allen anderen engagierten VorleserInnen, gilt der herzliche Dank des Büchereiverbundes, im Namen der vielen Kinder und Jugendlichen, sicher auch im Namen der beteiligten Kitas und Schulklassen.

Und wer nun bis hierhin gelesen hat und inzwischen vielleicht auch Lust bekommen hat, beim „Wachtberger Vorlesetag“ im nächsten Jahr aktiv mitzumachen, der melde sich bitte beim Büchereiverbund Wachtberg (DieterDresen@web.de) und wird dann sicher im nächsten Jahr angeschrieben werden, ob er oder sie am 23. April 2020 auch Lust und Zeit habe, einer netten und lieben Vorschul-Kitagruppe oder einer gespannten Schulklasse ein Buch vorzulesen. (Dieter Dresen)