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Kampf gegen das Insektensterben

Rhein-Sieg-Kreis Rhein-Sieg-Kreis (db) – Auch im Rhein-Sieg-Kreis werden die Insekten immer weniger. Die Ursachen reichen vom Klimawandel über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bis hin zum Rückgang von Blütenpflanzen auf unseren Wiesen und Äckern.

Auch die zunehmend monotone Gestaltung von Hausgärten trägt zum Problem bei.


Rhein-Sieg-Kreis mit Artenschutzprojekten

Im Rhein-Sieg-Kreis gibt es inzwischen Projekte, die dem Insektenschwund entgegenwirken. Das Naturschutzprojekt des Rhein-Sieg-Kreises, chance7, engagiert sich für den Erhalt der Schmetterlinge. Durch den Ankauf von Flächen und die anschließende Etablierung einer naturverträglichen und standortangepassten Landwirtschaft im Siegtal sollen sich die Ameisenbläulinge dort wieder ausbreiten können.

Auch die vom Kreis mitfinanzierte Biologische Station Rhein-Sieg setzt sich für den Erhalt der Arten ein. Sie erhielt Fördermittel für ihr Schmetterlingsschutzprojekt "Heller und Dunkler Ameisenbläuling" von der HIT Umwelt- und Naturschutz Stiftungs-GmbH. Durch diese Förderung ist es möglich, die Wirtspflanze des Schmetterlings, den Großen Wiesenknopf, gezielt zu vermehren.

Mehrere hundert Pflanzen wurden aus geerntetem Saatgut nachgezogen und am Eifelfuß südlich von Meckenheim und im Eipbachtal bei Eitorf ausgepflanzt. Die Ameisenbläulinge legen ihre Eier in den Blüten des Großen Wiesenknopfes, die Heilpflanze ist aber nicht mehr sehr verbreitet.

Die Bemühungen für den Tagfalter kommen auch allen anderen Insekten im Rhein-Sieg-Kreis zugute. Eine blühende Wiese ist ein Paradies für Hummeln, Bienen und Grashüpfer – und ein Stück Lebensqualität für die Menschen im Rhein-Sieg-Kreis.

Die zwei geschützten und stark gefährdeten Schmetterlingsarten Heller und Dunkler Ameisenbläuling sind in ganz NRW extrem selten geworden, leben aber stellenweise noch im Rhein-Sieg-Kreis. Spannend ist dabei deren Lebensweise. Die Ameisenbläulinge legen ihre Eier nämlich in den Blüten des Großen Wiesenknopfes, einer seltenen Wiesen- und Heilpflanze, ab.

Wenn die Raupen auf der Pflanze geschlüpft sind, fallen sie zu Boden und werden dort von Arbeiterinnen der roten Gartenameise eingesammelt, in ihre Nester getragen und dort von ihnen gefüttert. Im Gegenzug erhalten die Ameisen eine Zuckerlösung aus einer Drüse der Raupen. Der "fertige" Schmetterling verlässt im Folgejahr das Ameisennest und macht sich auf den Weg zu den neuen Blüten des Großen Wiesenknopfes, womit sich der natürliche Kreis schließt.

Infos auch unter: www.biostation-rhein-sieg.de, www.chance7.org .