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Pecher Winterakademie 2018: Das Programm steht fest

Heimatverein Pech (Logo) Wachtberg-Pech - Auch im ersten Quartal 2018 bietet die Pecher Winterakademie ein thematisch vielseitiges Vortragsprogramm mit hochinteressanten Rednerinnen und Rednern.

Sie spannen einen weiten Bogen, der von Fragen der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über die Integration junger Flüchtlinge bis zu den weltpolitischen Folgen der Umbrüche in der Türkei reicht. Alle Veranstaltungen finden in der Evangelischen Gnadenkirche, Am Langenacker in Pech statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr.

Mittwoch, 24. Januar 2018
Den Auftakt macht Frau Barbara Genscher mit einem Vortrag zum Thema „Die Arbeit der Deutschen Herzstiftung“. Frau Genscher, Pecher Bürgerin seit 1977 und Witwe des langjährigen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher, ist seit 30 Jahren Schirmherrin der Deutschen Herzstiftung. Dort engagiert sie sich in besonderer Weise für Kinder mit angeborenem Herzfehler. Die Deutsche Herzstiftung e.V., 1979 gegründet, hat heute mehr als 100.000 Mitglieder (einschließlich 1.700 Eltern herzkranker Kinder). Diese enorm hohe Mitgliederzahl spiegelt die feste Verankerung des Vereins in der Bevölkerung wider. Die Deutsche Herzstiftung möchte durch ihre Aufklärungsarbeit dazu beitragen, das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität von Herzpatienten zu verbessern.

Mittwoch, 21. Februar 2018
Wer unter einer Gewaltherrschaft aufgewachsen ist, hatte nie die Chance, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit kennenzulernen. Wie lassen sich junge Flüchtlinge aus solchen Ländern an unsere Verfassungsordnung heranführen? Über diese Frage spricht Dr. Marc Eumann, Vorsitzender Richter am Landgericht Bonn, unter der Überschrift „Rechtskunde für junge Flüchtlinge. Ein Erfahrungsbericht“. Referent und Thema versprechen einen lebendigen Einblick in die Praxis der Integrationsarbeit an unseren Schulen. Herr Dr. Eumann, wohnhaft in Wachtberg seit 2004, studierte Rechtswissenschaften in Bochum und in den USA. Seit 2011 ist er Vorsitzender Richter verschiedener Strafkammern beim Landgericht Bonn. Daneben engagierte er sich unter anderem als Lehrer im Rahmen des „Basiskurses Rechtskunde“ für junge Flüchtlinge an Schulen in Nordrhein-Westfalen. Nachdem diese Kurse im Frühjahr 2016 in Bonn zunächst an vier Schulen (einer Realschule, einer Gesamtschule, zwei Berufskollegen) angeboten werden konnten, gab es im Jahre 2017 NRW-weit bereits 250 solcher Kurse. Inhaltlich beschäftigen sie sich mit den Grundprinzipien unserer demokratischen Staatsordnung, mit den Verfassungsorganen und der Gewaltenteilung sowie mit den Grundrechten und Grundpflichten.

Donnerstag, 22. März 2018
Ebenfalls aus eigener Anschauung kann Dr. Colin Dürkop, Leiter der Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ankara von 2011 bis 2016, die Frage „Abkehr vom Westen? Wohin driftet die Türkei unter Erdogan?“ beantworten. Herr Dr. Dürkop verbrachte Kindheit und Jugend in Istanbul. Er ist Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler und zählt zu den erstrangigen deutschen Asien-Experten. Sein Berufsweg führte ihn immer wieder in die Türkei. Zurzeit ist er u.a. als Projektkoordinator bei der türkisch-deutschen Tovak-Stiftung e.V. sowie als Tutor für Landesanalyse Türkei an der Akademie der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) tätig. Staat und Gesellschaft der Türkei durchlaufen seit nunmehr 15 Jahren eine fortschreitende Transformation. Das parlamentarische System wird durch eine post-kemalistische, präsidentielle Republik ersetzt, was die Gesellschaft weiter polarisiert. Das Land scheint sich mit schnellen Schritten vom Westen zu entfernen. Wie es zu diesen Entwicklungen kommen konnte und wie die weitere Entwicklungsrichtung einzuschätzen ist, soll in diesem Vortrag beleuchtet werden.


Zur „Pecher Winterakademie“ des Heimatvereins Pech
Als überparteiliche, dem Gemeinwohl verpflichtete lokale Organisation veranstaltet der Heimatverein Pech seit 2011 im ersten Quartal jedes Jahres einen Vortragszyklus zu verschiedenen Themen von gesellschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung. Die „Pecher Winterakademie“ wurde von Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, dem 2016 verstorbenen Ehrenpräsidenten des Heimatvereins Pech, in Form einer Talk-Runde mit dem Bonner Journalisten Helmut Herles eröffnet. Der Vortragszyklus erfreut sich regen Zuspruchs; er versteht sich als Angebot an alle Wachtberger Bürgerinnen und Bürger. (HV Pech)