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Tag des Geotops am 17. September 2017

Tag des Geotops 2017 (Plakat) Wachtberg - Anlässlich des Tags des Geotops am Sonntag, 17. September 2017 veranstaltet die Gemeinde Wachtberg geführte Ausflüge zu drei herausragenden geologischen Aufschlüssen Wachtbergs.

Ein Pkw oder eine Mitfahrgelegenheit ist dieses Mal erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos.

1. Der Rodderberg – ein vorwitziger Vulkan!
Führung: Geologieoberrat a.D. Dipl.-Geologe Klaus-Frank Simon

Vulkane gibt es in der Eifel viele. Dieser ist jedoch ganz besonders. Ein perfekter Krater hoch über dem Rhein. Frech sitzt er dem Siebengebirge gegenüber, dem vulkanischen Greis aus der Tertiärzeit.
Wieso eigentlich Eifel? Na ja, geographisch nicht wirklich, aber geologisch auf alle Fälle; denn der eiszeitliche Osteifeler Vulkanismus „wagte“ sich hier vor ca. 500.00 bis 300.00 Jahren mit Eruptionen und Basaltintrusionen weit nach Norden.
Die Aufschlüsse im Rodderberg, heute ein Naturschutzgebiet mit bemerkenswerter Flora und Fauna, zeigen in einmaliger Weise die Geschichte eines eiszeitzeitlichen Vulkans. Klimageschichte pur. Auf unserem 1,5 stündigen Spaziergang tauchen wir in die extreme Welt der vergangenen Zeiträume von Warm- und Kaltzeiten.

Beginn: 9.30 Uhr
Treffpunkt: am Rodderberg, Parkplatz vor der Einfahrt zum Broichhof in Wachtberg-Niederbachem
Ende: 11.00 Uhr


2. Die Kiesgrube Gimmersdorf - alles Kies oder was?
Führung: Diplom-Geologe Dr. Stefan Thomas

Die Kiesgrube Gimmersdorf ermöglicht einen hervorragenden Einblick in die Schichten der jüngeren Hauptterrasse. In der Umgebung des linksrheinischen Bonn ist die Hauptterrasse landschaftlich gut als „Hochebene“ des Kottenforstes erkennbar. Sande, Kiese und Blockwerk wurden vom Rhein als arktischer Breitbettfluss vor ca. 790.000 bis 580.000 Jahren in einer Kaltzeit des jüngeren Cromer-Komplex aufgeschottert. Lößablagerungen aus der der letzten Kaltzeit bedecken diese und stellen das Ausgangsgestein fruchtbarer Braunerden. Die Führung in der Kiesgrube führt ca. 1,5 Stunden in die Welt einer Kaltzeit die u.a. von Mammut und Wollnashorn durchstreift wurde.

Beginn: 11.30 Uhr
Treffpunkt: an der Kiesgrube in Wachtberg-Gimmersdorf, Zuwegung über den Wittfelder Hof
Ende: 13.00 Uhr


3. Die Tongrube Adendorf - ein immergrüner Lorbeerwald im Rheinland?
Führung: Diplom-Geologe Dr. Sven Oliver Franz

Das Töpferdorf Adendorf hat seinen Ursprung und Blüte den in der Umgebung anstehenden Vorkommen reiner Tone zu verdanken. Der heutige Tagebau „Erhard“ der Sibelco Deutschland GmbH im Süden von Adendorf ist jedoch nicht nur wirtschaftlich für die Keramikindustrie von Bedeutung. Zwischen den Tonlagern aus der Miozänzeit vor ca. 15 bis 18 Mio. Jahren sind in Sandlinsen und Braunkohleflözen sehr gut erhaltene Pflanzenfossilien zu finden, die für die Rekonstruktion des Klimas im rheinischen Jungtertiär von Bedeutung sind. Zur damaligen Zeit verband ein weit mäandrierender Fluss sumpfige Senken und Seen. An den Ufern gedieh in einem feuchten und warm-gemäßigten Klima u.a. ein üppiger immergrüner Lorbeermischwald. Die Führung durch den Tagebau vermittelt Einblicke in die damalige Landschaft, die Herkunft und die Ablagerungsbedingungen der Sedimente.

Beginn: 13.30 Uhr
Treffpunkt : am Parkplatz hinter der Einfahrt zur Tongrube Erhard, Sibelco Deutschland GmbH, Grubenstraße, 53343 Wachtberg-Adendorf, von der Tankstelle aus in die Erhard-Fischer-Straße reinfahren, 1. Rechts Richtung Tongrube
Ende: 15.00 Uhr


Anmeldungen ab sofort im Rathaus der Gemeinde Wachtberg bei Frau Kamradt, Rathausstraße 34, 53343 Wachtberg-Berkum, Tel.: 0228/9544-153 oder per Mail: melanie.kamradt@wachtberg.de

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt